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Herleitung und Umsetzung eines passiven Investmentansatzes für Privatanleger in Deutschland: Langfristig anlegen auf wissenschaftlicher Basis [Taschenbuch]

Gerd Kommer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

16. August 2012
Die Situation ist so bekannt wie dringlich: Staatliche Rentensysteme können in Zukunft nur noch eine Basisversorgung leisten. Die Bürger müssen daher privat vorsorgen und Vermögen für das Alter bilden. Doch Finanzindustrie und Anleger scheitern meist an dieser Aufgabe.

Gerd Kommer identifiziert die Gründe für die Investmentmisere, die sowohl auf der Angebotsseite (Finanzbranche) als auch auf der Nachfrageseite (Privatanleger) liegen. Die Anleger haben häufig ein unzureichendes Verständnis vom theoretischen und empirischen Risiko-Rendite-Zusammenhang und begehen viele unnötige Fehler bei ihren Anlageentscheidungen. Die Finanzbranche beutet diese Irrtümer zu ihren Gunsten aus.

Auf Basis dieser Analyse entwickelt Gerd Kommer einen wissenschaftlich basierten Investmentansatz für Privatanleger. Seine Alternative genügt den zahlreichen einschränkenden Bedingungen, die für Privatanleger - anders als für institutionelle Investoren - gelten. Die finanzökonomische Forschung vernachlässigt diese Einschränkungen bisher und gelangt damit oft zu theoretisch interessanten aber für die private Anlegerpraxis wenig relevanten Ergebnissen und Angeboten. Mit Gerd Kommers Investmentansatz können Privatanleger auch in ökonomisch unsicheren Zeiten beruhigt fürs Alter vorsorgen.

"Ich freue mich, dass Gerd Kommer mit dieser Arbeit einen in vergleichbarer Tiefe und Spannbreite im deutschsprachigen Raum bisher fehlenden Beitrag zur Herleitung und Umsetzung eines passiven, rein rationalen, prognosefreien Anlageansatzes für die langfristige Vermögensbildung von Privatanlegern geleistet hat." - Prof. Dr. Dr. Helge Peukert, Universität Erfurt

"Kommer legt dar, wie ein Privatanleger mit hoher Wahrscheinlichkeit eine bessere Performance erzielt als mit konventionellen Methoden des aktiven Managements. Die identifizierten Wirkungszusammenhänge gelten gleichermaßen in normalen wie in krisenhaften Kapitalmarktsituationen. Das Wissen, auch auf Ausnahmesituationen an den Kapitalmärkten bestmöglich vorbereitet zu sein, sollte dem Anleger ein Gefühl der Sicherheit geben, das mit keinem anderen mir bekannten Ansatz erzielbar wäre." - Prof. Dr. Olaf Gierhake, Institut für Vermögensschutz, Rapperswil bei Zürich


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Herleitung und Umsetzung eines passiven Investmentansatzes für Privatanleger in Deutschland: Langfristig anlegen auf wissenschaftlicher Basis + Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen + Kaufen oder mieten?: Wie Sie für sich die richtige Entscheidung treffen
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (16. August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 359339703X
  • ISBN-13: 978-3593397030
  • Größe und/oder Gewicht: 22,6 x 15,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 43.266 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Gerd Kommer studierte Betriebswirtschaftslehre, VWL und Politikwissenschaft in Deutschland und den USA. Er ist in leitender Position im Firmenkundengeschäft (Infrastrukturfinanzierung) einer Bank in London tätig.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Vorwort von Apl. Prof. Dr. Dr. Helge Peukert

Seit Mitte der 90er Jahre wird in Deutschland von vielen Seiten zu Recht eine Verstärkung der privaten Altersvorsorge gefordert, da die staatlichen Rentensysteme aus bekannten Gründen in Zukunft nur noch eine Basisversorgung leisten werden - ein Versorgungsniveau, das den bei Eintritt in den Ruhestand erreichten Lebensstandard alleine wohl nicht gewährleistet. Um die sich verbreiternde Versorgungslücke zu schließen, braucht es daher eine funktionierende private Vermögensbildung und Altersvorsorge.

Leider scheitern Banken, Bausparkassen, Versicherungen und Vermögensberater in Deutschland jedoch kläglich an der Aufgabe die Dienstleistung "langfristige, solide Vermögensbildung in hinreichender Qualität für einen breiten Bevölkerungsteil" zu produzieren. Dieses Versagen ist - wie Gerd Kommer im ersten Teil seiner Dissertation anhand faszinierender empirischer Daten zeigt - vermutlich noch schlimmer und umfassender, als wir gemeinhin annehmen.

In einer in dieser Vollständigkeit bisher im deutschsprachigen Schrifttum noch nicht vorhandenen Weise zeigt der Autor, dass Privatanleger diese Versorgungsmisere in ihre beiden zentralen Finanzdimensionen "Rendite und Risiko" weder hinreichend durchdringen noch die notwendigen Konsequenzen aus ihr ableiten. Für diese Lösungsbarriere kausal ist ein komplexer, von Kommer überzeugend dargelegter Ursache-Wirkungs-Zusammenhang, bei dem nachfrageseitig grundlegende Anlegerirrtümer angebotsseitig auf eine strukturell interessenkonfliktbehaftete Finanzbranche treffen. Die Medien verstärken dieses Marktversagen noch weiter, statt einen Betrag zu seiner Milderung zu leisten, indem sie es versäumen, die informationellen Voraussetzungen für funktionierenden Qualitäts- und Preiswettbewerb unter den Herstellern von Finanzprodukten und -dienstleistungen zu erzeugen.

Ausgehend von dieser Analyse entwickelt der Autor danach in einem zweistufigen Prozess einen wissenschaftlich basierten, aber dennoch - so ist man geneigt zu sagen - "genial einfachen" Investmentansatz für Privatanleger. Dieser nicht spekulative Ansatz ist eine Synthese aus Forschungsergebnissen der modernen Kapitalmarktforschung und empirischen Untersuchungen des Autors unter anderem zur Asset-Klasse Eigenheim. Der Autor adressiert alle wesentlichen Asset-Klassen (einschließlich der für die meisten Haushalte wichtigsten, nämlich Humankapital), Faktorprämien, Diversifikationsgesichtspunkte, Nebenkosten des Anlegens und eine Reihe andere zentraler Aspekte des Vermögensmanagements. Er stellt eine für die spezifischen Belange von Privatanlegern praxistaugliche Asset-Allokations-Heuristik vor, die nicht nur einfacher als das etablierte mathematische Optimierungsverfahren ist, sondern auch leistungsfähiger. Im letzten Teil der Arbeit zu Fragen der Implementierung und Portfolioverwaltung verdienen die Abschnitte Steuern, Rebalancing und der Irrtum des Cost-Average-Effekts besondere Hervorhebung.

Ich freue mich, dass Gerd Kommer mit dieser Arbeit einen in vergleichbarer Tiefe und Spannbreite im deutschsprachigen Raum bisher fehlenden Beitrag zur Herleitung und Umsetzung eines passiven, rein rationalen, prognosefreien Anlageansatzes für die langfristige Vermögensbildung von Privatanlegern geleistet hat. Dem Werk ist eine breite Leserschaft zu wünschen, die sich rekrutieren sollte aus Privatanlegern mit fortgeschrittenen Investmentkenntnissen, aus spezialisierten Verbraucherschützern, aus Finanzberatern, die endlich ehrlich und rational tätig sein wollen, und nicht zuletzt aus Finanzexperten der Politik.

Die Arbeit umfasst quantitativ-empirische, theoretische, juristische und gelegentlich politologische Aspekte, sie kann daher als eine im besten Sinne staatswissenschaftliche Dissertation angesehen werden. Sie bietet auch insofern wissenschaftlich angeleitete praktische Handlungsempfehlungen in bester Tradition der an der Universität Erfurt gepflegten Staatswissenschaften, als sie nicht in erster Linie institutionellen Akteuren der Finanzmärkte zuspielt, sondern den Staatsbürger demokratieförderlich in die Lage versetzt, eigenständig und selbstverantwortlich Finanzentscheidungen zu treffen.

Erfurt im März 2012, Apl. Prof. Dr. Dr. Helge Peukert

Vorwort von Prof. Dr. Olaf Gierhake

Das Umfeld privater Kapitalanlagen ist seit 2008 durch Unsicherheiten geprägt wie nie zuvor. Volatile Aktienmärkte, starke Währungsschwankungen, überbordende Staatsverschuldung mit neuen Gegenparteirisiken auch bei traditionell als sicher geltenden Schuldnern und ein seit dem Zweiten Weltkrieg wohl einmaliger Vertrauensverlust in die Bank- und Investmentbranche - das sind nur einige Faktoren, die zu einer schweren Anlegerverunsicherung beitragen. Mehr denn je sind fundierte Konzepte gefordert, wie man als Privatanleger oder Finanzberater mit diesen Unsicherheiten umgehen sollte.

Kommer zeigt in seiner Dissertation zunächst, dass private Investoren - mit oder ohne Bankbegleitung - bei dem Versuch, den Markt zu schlagen, regelmäßig scheitern. Dieses Scheitern hat eine Reihe von Verständnis- und Handlungsfehlern zur Ursache. Besser als der Markt zu liegen kann nur demjenigen gelingen, der in der Lage ist, einen Informationsvorsprung hinsichtlich in der Zukunft liegender Ereignisse systematisch erfolgreich auszunutzen. Dies ist schon für professionelle Investoren, wie der Autor umfassend nachweist - nach Kosten auf Produkt- und gegebenenfalls Beraterebene, Risiko und Steuern -, beinahe unmöglich, wie soll dies für Privatanleger zuverlässig erreichbar sein?

Sodann entwickelt Kommer einen rationalen und realistischen Lösungsansatz, wie Privatanleger erfolgreicher sein können. Dieser Ansatz verzichtet auf Renditeprognosen (wie sie jede Form des aktiven Investierens implizit oder explizit voraussetzt), er genügt einer Reihe einschränkender Randbedingungen, die für Privatanleger (im Unterschied zu institutionellen Anlegern) gelten, und er basiert auf einem Kanon gesicherter, jedoch in der Praxis der Anlageberatung in Deutschland überwiegend ignorierter, wissenschaftlicher Einsichten der Finanzökonomie. Das Ergebnis ist erfrischend bodenständig:

- Maximal diversifizieren: Um Anlagerisiken zu reduzieren, ist Diversifizierung der einzige "Free Lunch" des Anlegers (Kommer zeigt auch, wie Diversifikation zur Renditeerhöhung beitragen kann). Hiervon sollte man bestmöglich und weltumspannend Gebrauch machen, indem man alle Anlageklassen einbezieht, die Rendite- und Diversifizierungsbeträge liefern können. Diese Anlageklassen unterscheiden sich von dem, was traditionelle Berater in ihrem "Produktebauchladen" offerieren.

- Kosten senken: Unnötige Kosten werden (a) durch den Versuch erzeugt, die Zukunft zu antizipieren und diese Antizipation fortlaufend zu modifizieren. Man könnte dergestaltes aktives Management volkstümlich "rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln" nennen. (b) Kosten werden ferner durch komplex "verpackte" Anlageprodukte in die Höhe getrieben.

- Steuern reduzieren: Auch Steuerbelastungen mindern die Langfrist-Performance von Privatanlegern. Market Timing oder Stock Picking, ob auf der Ebene des Privatanlegers selbst oder auf der seines Beraters, treiben nicht nur Kosten nach oben, sondern auch die Abgaben an den Fiskus, weil etwaige Wertgewinne häufiger und früher der Besteuerung unterworfen werden.

- Interessenkonflikte vermeiden: Die Finanzbranche leidet seit jeher an dieser "Krankheit", die regelmäßig zu performanceschädigendem Verhalten des mandatierten Beraters oder Fondsmanagers führt.

Kommer legt dar, wie ein Privatanleger mit hoher Wahrscheinlichkeit eine bessere Performance erzielt als mit konventionellen Methoden des aktiven Managements, wenn er seine Vermögensanlagen nach diesen Erkenntnissen organisiert. Überraschend, weil kontraintuitiv, sind auch seine Feststellungen für den Fall, dass unvorhergesehene Ereignisse wie zum Beispiel Aktiencrashs oder Schuldnerausfälle...



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5.0 von 5 Sternen Langweilig :-) Rendite ohne Nervenkitzel! 9. Oktober 2012
Von Leselöwe
Von Amazon bestätigter Kauf
Seit fast 20 Jahren beschäftige ich mich mit Wertpapieren, habe Aufstieg und Absturz des Neuen Marktes erlebt, Börsengurus kommen und gehen sehen, beobachte die aktuelle Finanzkrise und kann nur bestätigen, was Gerd Kommer mit einer Vielzahl interessanter Fakten belegt: Kaum ein Privatanleger dürfte nach Spesen und Steuern langfristig den Markt schlagen.

Bei den Profis sieht's nicht besser aus. Kurz vor der Abgeltungssteuer habe ich mir ein paar s.g. Top-Fonds ins Depot gelegt, die von verschiedenen Ratingagenturen ausgezeichnet und von Börsenzeitschriften als Dauerbrenner zum Kauf empfohlen wurden. Keiner dieser "ewigen Highflyer" hat rückblickend in den letzten Jahren seine Benchmark geschlagen, manche sind sogar fürchterlich abgestützt. Andere halten den Abstand zu ihrer Benchmark nur noch auf Grund historischer Gewinne, haben aber in den letzten Jahren eine enttäuschende bzw. unterdurchschnittliche Entwicklung gezeigt.

Was also tun? Gerd Kommer lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers auf eine Fülle von überprüfbaren Fakten, Studien und langfristigen Renditebetrachtungen. Alle Quellen sind angegeben. Wo Annahmen getroffen wurden, wird dies auch so dargestellt. Er hinterfragt die Treffsicherheit von Prognosen, die Aussagen der Finanzindustrie, Empfehlungen der Presse und die Vorhersehbarkeit unvorhersehbarer Ereignisse. Ohne jegliche Euphorie oder Panikmache stellt er auf wissenschaftlichen Grundlagen Chancen und Risiken der verschiedenen Kapitalmärkte und Assetklassen dar und macht ganz konkrete Vorschläge zur Portfoliozusammenstellung. Anhand seiner Empfehlungen kann jeder Privatanleger leicht sein persönliches Depot entsprechend seiner Risikotragfähigkeit optimieren. Allerdings ist die Kost, die einem Gerd Kommer serviert, nicht immer leicht. Viele Zitate bzw. Auszüge aus Studien sind in englischer Sprache und wurden leider nicht übersetzt, sehr viel wird nach einmaliger Erklärung mit Abkürzungen gearbeitet und das Fachchinesisch kommt natürlich auch nicht zu kurz. Grade für Börseneinsteiger könnte daher die eine oder andere Information zu komplex sein, anderseits ist grade für Einsteiger das Buch empfehlenswert, hilft es doch teuere Fehler von Anfang an zu vermeiden.

Ich hatte bereits Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen gelesen und fand es etwas weniger komplex, doch leider auch noch nicht überzeugend genug, um voll auf ETFs zu setzen. Nun bin ich schlauer. Hätte ich damals schon voll auf das passive Investieren gesetzt, hätte ich viel Geld (Gebühren, Steuern) und Zeit gespart und zusätzlich noch höhere Renditen erzielt.

Der in beiden Büchern vorgestellte Investmentansatz ist aus meiner Sicht überzeugend, wissenschaftlich fundiert und ... so langweilig. Für Zocker und Trader sind beide Bücher wahrscheinlich zu sachlich. Passiv investieren macht nicht so viel Spaß wie aktives Wetten auf steigende oder fallender Börsenkurse, es bietet weniger Nervenkitzel und Gesprächsstoff im Freundeskreis. Doch wer mit wenig Aufwand eine gute Rendite erzielen will, sollte sich eines der beiden Bücher näher anschauen. Beide Bücher richten sich an vernunftorientierte Langfristanleger. Menschen, die für den eigenen Ruhestand oder einen anderen langen Zeitraum (mehr als 10 bis 20 Jahre) sparen. Menschen, die die Märkte nutzen wollen, um realistische Kapitalerträge zu erzielen und nicht um sich einen "Kick" zu holen.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lässt keine Fragen offen 27. August 2012
Wenn man als Privatanleger ein wenig recherchiert, entdeckt man im englischprachigen Ratum viel Fachliteratur zum bewährten Konzept des langfristig orientierten „passiven Investierens“ (oft auch „Indexing“ genannt). Im Rahmen ihrer Argumentation zugunsten des passiven Investierens beschränkt sich die wissenschaftliche Finanzökonomie jedoch oftmals nur auf einzelne Teilbereiche, d. h. einzelne Vermögensklassen (z. B. Aktien und Staatsanleihen eines Landes oder einer Region). Was aber bisher fehlte ist eine voll integrierte Behandlung aus Privatanleger-Portfoliosicht, die wirklich alle relevanten Anlageklassen einschließlich z. B. Rohstoffe, High-Yield-Anleihen und Eigenheiminvestments abdeckt.
Dass eines der Motive für passives Investieren auf der Informationseffizienz der Kapitalmärkte beruht – die viel gescholtene Efficient-Market-Hypothese – bejaht der Autor, liefert jedoch weitere sieben stichhaltige Argumente, die aus Privatanlegersicht gegen aktives und für passives, Buy-and-Hold-Anlegen sprechen.

Das Konzept des souveränen, wissenschaftlich orientierten Investierens von Gerd Kommer geht weit über die Grundbasis des passiven Investierens/Indexing hinaus. Diese wissenschaftliche Arbeit ist nicht nur ein exzellenter Wegweiser für rein rational agierende Anleger mit fortgeschrittenen Kenntnissen, sondern auch ein Nachschlagewerk für Fee-only-Berater, die den Anspruch haben, seriös und wissenschaftsbasiert beraten zu wollen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wow - faktenreich und hoher Nutzwert! 24. Februar 2013
Gerd Kommers Buch begeistert mich aus drei Gründen:

1) Es enthält eine im deutschsprachigen Raum sonst nirgends vorzufindende Zusammenstellung von Ergebnissen der empirischen Finanzmarktforschung: Verständliche historische Rendite- und Risiko-Kennzahlen von Anlageklassen und Marktsegmenten, die, da stimme ich dem Autor zu, "als Stresstest für in Zukunft gerichtete Aktieninvestments interpretiert werden können", da die letzten Hundert Jahren reich an Katastrophen wie Weltkiegen, Inflationen und Wirtschaftskrisen waren.

Nur ein Beispiel: Wenn man das langfristige Risiko von über die Jahre aufkumulierten Wertverlusten betrachtet, sind Staatsanleihen (und damit letztlich auch Renten-Investmentfonds und Lebensversicherungen) kaum sicherer als Aktien:
US-Staatsanleihen mit 1-monatiger Laufzeit ab 1926 erbrachten einen maximalen Drawdown (maximaler Wertverlust) von 49% (nämlich 1933-1952; Bei deutschen Staatsanleihen war es bekanntlich 1923 und 1948 noch schlimmer). Der maximale nominelle Drawdown bei Aktieninvestments war kaum höher.
Kommer führt eine Studie von Dimson/Marsh/Staunton an, die für die USA und GB zeigt, dass - gemessen am realen maximalen Drawdown - ein 50/50-Portfolio aus Aktien und langfristigen Staatsanleihen in den vergangenen 111 Jahren risikoärmer war als ein 100%-Anleihenportfolio" Das gilt um so mehr für Deutschland (wegen den beiden Währungsreformen).

Manche Studien, die Kommer anführt, bestätigen das, was man ohnehin angenommen hat, aber jetzt hat man eben endlich Fakten und Belege. Manche Studien verblüffen mich aber auch, weil die Ergebnisse anders sind, als man es zunächst mal erwarten würde.

2) Der Autor stellt anschaulich und faktenreich 14 typische Anlegerfehler heraus, die die Ursache von oft dramatischen Vermögensverlusten sind. Etwa der Denkfehler, was überhaupt die Renditebringer sind ("Rendite kommt nicht von Gurus, sondern ist Belohnung für das Tragen von Risiken"). Mit konkreten Beispielen schildert er, dass "gute Unternehmen" noch lange keine "guten Aktien" sind, eher im Gegenteil. Und auch "Zukunftsbranchen" und "Wachstumsländer" bringen eher eine Under- als eine Overperformance. Selbst wer nur dieses Kapitel liest, wird den Kaufpreis des Buches zig-fach einspielen.

3) Kommer führt nochmals in den bereits in seinen früheren Büchern beschriebenen Ansatz des Passiven Investierens ein. Er entwickelt diesen Ansatz hier aber -basierend auf Ergebnissen der empirischen Finanzmarktforschung - weiter, mit dem Ziel, die Rendite -bei individuell skalierbaren Risiken- aufzuhübschen. Sein "Weltportfolio" ist sauber fundiert, und kann von jedem Anleger nachgebaut werden, denn Kommer nennt sogar passende Indexfonds mit ISIN.

Das Buch ist für jeden Leser, der schon etwas Vorbildung im Bereich Finanzen besitzt, absolut empfehlenswert. Ich habe bereits viele Finanzbücher gelesen, aber dieses Buch ist eine Klasse für sich.

Ein bisschen rumnölen will ich aber auch noch: Kommer benutzt nach wie vor den Begriff risikofreie Geldanlage" aus der Portfoliotheorie, auch wenn er selbst Studien anführt, die zeigen, dass Staatsanleihen hohe und systematisch unterschätzte Langfristrisiken (insbesondere drastischer Kaufkraftverlust in Niedrigzinsphasen, eines Staatskonkurses bedarf es dazu also nicht einmal) aufweisen. Aber 5 Punkte hat sein Werk in der Wertung allemal verdient!

Ich habe das Buch richtig intensiv durchgearbeitet, und die wesentlichen Fakten und Aussagen für mich am PC zusammengefasst. Und die ausgedruckte Zusammenfassung werde ich mir noch oft anschauen - wie ein richtiger Streber - um teure Anlegerfehler zu vermeiden und plausible Chancen zu nutzen.
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