Wir haben den Herlag Kettler 100x100cm Lauftstall gebraucht erstanden, und obwohl unseres nun das vierte(!) Kind darin ist, ist er immer noch bestens einsatzbereit. Er war anscheinend vor ca. fünf Jahren gekauft und zwischendurch immer wieder mal in einer Garage gelagert worden, daher erwartete ich starke Abnutzungserscheinungen. Stattdessen war bis auf ein wenig Staub eigentlich nichts zu bemängeln, nach einer kleinen Spüli-Schrubberei erstrahlt er nun in frischem Glanz. ;-) An den oberen Rundhölzern ist ein wenig Glanz verflogen, dennoch präsentiert sich die gute Buche splitterfrei und so wie sie sein sollte, die Seitenstäbe und der gesamte Rest sind wie neu. Eine Anschaffung für Generationen!
Die Räder funktionieren einwandfrei, das Transportieren (im VW Golf, Rückbank) ging problemlos; in den fünften Stock konnte ich (Weibchen) ihn auch verfrachten, das Gewicht ist also auch völlig okay! Der Laufstall läßt sich leicht zusammenklappen, nachdem man den Boden herausgenommen und die vier Halteklammern sicher verwahrt hatte, und ist so relativ schnell transportbereit. Im Vergleich zur Marke G. (im Babyfachmarkt begutachtet und ausprobiert, dann aufgrund gravierender Montagemängel zurückgegeben) sehe ich keinen maßgeblichen Unterschied. Die abgerundeten Kunststoff-Verbindungsecken mit Klickverschluß sehen baugleich aus, die Funktion ist identisch.
Dinge, auf die ich jederzeit wieder beim Laufstallkauf achten würde, sind Material und Verarbeitung desselben. Holz sollte qualitativ hochwertig, d.h. splitterarm und hart sein, idealerweise mit kinderfreundlichem Wasserlack klarlackierte, massive Buche. Alle Laufställe unter 70 EUR, die ich mir u.a. auch online angesehen habe , waren entweder aus ungeeignet weichen Hölzern wie Kiefer, die bereits nach kurzer Zeit Dellen bekommen können und einem nagenden Kinderzahn oder sich eingrabenden Fingernägeln kaum standhalten, und bestenfalls aus roher, schlecht abgeschmirgelter Buche (kann splittern).
Klappbare oder angeblich leicht transportfähig zu machende Modelle sollten natürlich nicht allzu schwer sein. Bei den nicht klappbaren Modellen sollte darauf geachtet werden, daß der Zusammenbau nicht zur Frustarbeit wird - bei unserem ersten Modell der Marke G. ließen sich die Plastikecken nicht vollständig über die Klickverbindungen der Rundhölzer schieben, ein Alptraum (beteiligt waren drei IKEA-erfahrene Erwachsene, u.a. ging ein männlicher Daumennagel zu Bruch, bevor das Ding wieder in den Karton kam).
Ein Einstieg über entnehmbare Stangen oder Schlupf ist nicht unbedingt notwendig, auch die Höhenverstellung ist überflüssig, wenn der Laufstall für ein Kind angeschafft wird, daß bereits anfängt, zu sitzen und zu stehen, da es bei zu niedriger Gitterhöhe leicht entfleuchen kann (Beinchen oben über das Gitter und Laufstall ade). Wer den Stall mit einem Verkleinerer-Kissen anstelle eines Babybettchens nutzen will, mag von der Höhenverstellung profitieren.
Insgesamt nutze ich den Laufstall nur als Sicherheit für das Kind, nicht als Aufbewahrung für meinen Freizeitgewinn. Für Letzteres hätte mein Kind auch keinen Sinn, da der Bewegungsdrang zu groß ist. Das war auch das Ausschlaggebende bei der Wahl des 100x100 Formates. Für den schnellen Schritt zu Haustür/Waschmaschine/Küche/Herd reicht es, ansonsten gibt es Freilauf unter Aufsicht in der gesicherten Wohnung. ;-) Wer den Platz hat, so wie wir bald, dem empfehle ich eines der Systeme mit Zaun- und Türelementen, womit sich flxible Bereiche des Zimmers absperren lassen. Die Großeltern freuen sich aber garantiert über einen kleineren Laufstall, der bei Bedarf zwischen ihnen und dem kleinen Porzellanzerstörer steht. ;-))