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Herkunft: Roman [Gebundene Ausgabe]

Oskar Roehler
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

Leseprobe Jetzt reinlesen [0kb PDF]
  • Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
  • Verlag: Ullstein Hardcover (16. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3550088442
  • ISBN-13: 978-3550088445
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 128.633 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Oskar Roehler
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Dieses Buch ist nicht nur gut, es ist stark, es berührt, erschüttert, es klingt mal wie ein Aufschrei, mal wirkt es wie eine Vivisektion, es hat etwas Befreiendes, und es hat eine Sprache, die für all diese gefährlich schwankenden Gemütszustände den Ton und die Bilder findet.« Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Ehrlich, zornig und schonungslos» DER SPIEGEL

»Roehler  stellt in  Herkunft  große Fragen, und er liefert wahrhaftige, wenn auch schmerzhafte Antworten… Er findet Worte für den Exzess und für das Zarte.» Südwest Presse

Kurzbeschreibung

Eine Familie, drei Generationen, die Geschichte der Bundesrepublik: Robert Freytags Großvater Erich, der Kriegsheimkehrer, der seine Frau an eine andere Frau verliert. Roberts Eltern, die Schriftsteller Nora und Rolf, die sich in einer Amour Fou zerfleischen und über ihrem Streben nach Selbstverwirklichung und freier Liebe zugrunde gehen. Robert selbst, der zwischen der Geborgenheit im Haus seiner Großeltern und dem enthemmten Leben der 68er aufwächst, immer auf der Suche nach dem eigenen Glück, das so schwer zu finden ist. Oskar Roehlers Roman ist die Geschichte einer Familie und zugleich ein sehr persönliches Zeitdokument von großer poetischer Kraft.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Krieg mit Maulwürfen 14. Januar 2012
Von Diethelm Thom VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Nach der Lektüre dieses Romans klingt es neckisch, wenn es am Anfang heißt, "jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder realen Personen wäre rein zufällig." Denn dies ist nicht nur ein Familien- und Entwicklungsroman, sondern auch ein Schlüsselroman, geschrieben vom Sohn der Schriftstellerin Gisela Elsner (Nora), die heute noch eine gewisse anrüchige Bekanntheit genießt, und ihres Mannes Klaus Roehler (Rolf), der auch mit einigen literarischen Erzeugnissen hervorgetreten ist, die aber inzwischen fast ganz vergessen sind. Es geht also ein weiteres Mal um die 68er Generation, speziell diese beiden verbissenen Literaten, und ihre Lieblosigkeit dem gemeinsamen Kind Oskar gegenüber. Es geht aber auch noch um die Großelterngeneration und schließlich geht es dem Verfasser in erster Linie um sich selbst in der Gestalt Roberts, seiner Freunde und seiner ersten Liebe.

Oskar Roehler konnte sich auf die literarischen Produkte, Briefe und persönlichen Dokumente seiner Eltern stützen. Er baut sie so in seinen Text ein, wie es für seine Zwecke günstig erscheint, was nicht selten zu Stilbrüchen führt. So findet man z.B. die aufschlussreiche Erzählung seines Vaters "Der Geburtstag" in erweiterter Form in dem Roman wieder - ungewöhnlich lebendig und atmosphärisch dicht geschildert, was nicht zuletzt auf die Qualität der Vorlage zurückzuführen ist. Wenn wir Oskar Roehler dann alleine sprechen hören, haben wir es zu tun mit einem Gemisch aus tagebuchähnlichen Erinnerungen, zeitlich mehr oder weniger stark gerafft, durchmischt mit atmosphärischen Schilderungen und oft sehr harschen bis zynischen subjektiven Kommentaren - was nicht verwundert angesichts der Verwahrlosung und Vernachlässigung, die er in seiner Kindheit erfuhr. Trägt diese Mischung nicht unbedingt zur literarischen Qualität und Objektivität der Darstellung bei, so bleibt die Geschichte doch immerhin spannend genug, weil die Einzelheiten (kultur)geschichtlich ausreichend interessant sind und weil der Erzähler ein ausgeprägtes Talent für einprägsame visuelle und meist ziemlich krasse Szenen hat - er ist nicht von ungefähr ein bekannter Filmemacher geworden. Roehler stellt also die Figuren aus seiner Erinnerung fertig vor unser inneres Auge, er entwickelt sie nicht, sondern zeigt sie in meist dramatischen oder emotionalen Szenen. Selbst eine Jagd auf Maulwürfe wird noch zum "Krieg" (240), (obwohl nicht einer gefangen wurde), und die überraschend häufig vorkommenden Naturschilderungen geraten zu hymnisch-expressionistischen Naturfeiern.

Die Großelterngeneration hat den Wiederaufbau der Republik nach dem Krieg mit teilweise menschenverachtender Härte betrieben. Das Opfer dieser Härte war ohne Zweifel Nora, die dann auch Rolf mit in ihren Untergang zog. Beide sind in dem Selbstverwirklichungsfuror ihrer Generation wiederum schuld daran, dass ihr Sohn ein "romantischer Faulpelz" wird, immer "verwöhnter und eitler" (312), ein "missgünstiger, selbstbezogener Charakter" (545) usw., der einerseits voller berechtigter Wut auf die Verfehlungen seiner Eltern zurückblickt, aber auch in einer Art Selbsttherapie seine Defekte übertreibt, um sich seiner selbst angesichtig zu werden. Das gelingt ihm nur zum Teil, der Typ und die Lektüre sind nicht unbedingt angenehm. Aber immerhin endet das Buch versöhnlich und nicht ohne Hoffnung.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von RW
Format:Gebundene Ausgabe
In den 68ern ist vieles geschehen, was für die Kinder dieser Generation verheerend war und heute noch Wirkung zeigt, so auch dieses Buch. Ich bin auf Oskar Roehlers Roman durch einen Radiobericht aufmerksam geworden und habe mir, bevor ich das Buch las, seine beiden Filme "Die Unberührbare" und "Der alte Affe Angst" angesehen - von beiden Filmen war ich sehr beeindruckt.
Beim Lesen des Buchs habe ich häufig gedacht: Das musst du dir nicht antun: der Stil ist nicht besonders einladend, die Sprache ist häufig unter der Gürtellinie... Ich habe es zu Ende gelesen und bin beeindruckt über die Offenheit, mit der er über seine Kindheit, seine Eltern und sein soziales Umfeld schreibt, möchte dem Autor dennoch empfehlen, bei seinen Regiearbeiten zu bleiben. Das kann er wirklich gut und deshalb bin ich auf die wohl bereits angelaufene Verfilmung des Romans sehr gespannt.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch hat 583 Seiten - das empfinde ich als viel. Normalerweise lese ich solche dicken Schwarten nicht, weil ich der Meinung bin, dass ein Autor auch auf 200 Seiten genügend Platz hat, seine Gedanken zu plazieren.

Bei diesem Buch habe ich eine Ausnahme gemacht, weil mich die emotionalen Schilderungen der Befindlichkeiten in dieser Familie vor allem zu Beginn des Buches berührt haben. Es sei vorausgeschickt, dass Oskar Roehler einen Roman und keine Autobiografie über sich und seine Familie verfasst hat. Dennoch zeigen sich unverkennbar Parallelen zu seiner Familie. Der Titel "Herkunft" - so vermute ich, heißt hier - Herkunft der Familie Roehler beginnend nach dem 1949 im Gebiet Oberfranken bei Kronach in Bayern.

Was hat mich genau berührt? Es waren nicht so sehr die Zustände bei der Generation der 68er. Darüber hatte ich viel gelesen und dementsprechend hat mich auch die sprachliche Darstellung der Lebenseinstellung weniger tangiert. Anders bei den Schilderungen der Zustände bei den nach außen hin "anständigen Bürgern": die Eifersucht der machtvollen Mutter Mechthild auf ihre beiden Töchter, die sich beide später das Leben nehmen, ohne je richtig für sich selbst Verantwortung übernommen zu haben (Zitat: "Sie war auf eine merkwürdig morbide Art immer mehr in dem Haus versumpft"). Zudem analysiert Roehler den Umgang zwischen den Generationen in diesen Familien: der Leser erkennt die Erpressung mit Schuldgefühlen, die Verleumdungen und das Abstrafung mit Kommunikationsabbrüchen usw. Am Ende wird nicht alles gut - nein, ganz im Gegenteil, es fehlt an Herzenswärme und jeder Protagonisten schleppt schwer an den erlittenen Kränkungen in seiner Vergangenheit. Die Folgen sind absehbar: Leben mit wenig Struktur, Ziel und Verlässlichkeit, dafür aber um so mehr Enttäuschung, Unzufriedenheit und Wut.

Dazu zwei Zitate aus dem Buch (S. 581 und 430): "Das Leben eine Ebene. Darüber Stürme, lange Sommer, Regenfälle, dramatischer, gefährlicher Herbst - und dann das dunkelvolle Herausführen der Kinder in den Dom winterlicher Dunkelheit." und "Jedem wurde das Los zuteil, das ihm von oben zugedacht war. Man musste es annehmen, so stand es in der Bibel. Das war die einzige Möglichkeit, mit sich im Reinen zu bleiben."
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