ist nicht dabei gewesen" Ich habe vergessen, von wem das Zitat stammt, aber Geoff Emerick hat offensichtlich nichts vergessen (und hoffentlich nicht viel dazugedichet), aber dabei gewesen ist er, dafür gibt es genügend Beweise.
Jetzt stellt sich die Frage, wieviel von seinen Erinnerungen ist echt und warum hat er fast 40 Jahre gebraucht, um seine (auf jeden Fall) interessanten Erinnerungen zu veröffentlichen?
Aber letztendlich ist es egal, das Buch ist spannend und abwechslungsreich zu lesen und gibt in jedem Fall Einblicke in das Leben der damaligen Zeit. Die Beschreibung des Umfeldes bei EMI ist faszinierend, und die Vorstellung, Yoko Ono im Bett im Studio Hof haltend während die Jungs im im selben Raum Aufnahmen machen, ist schon Klasse! Dazwischen viele technische Details aus einer Zeit, in der analog noch mono war und stereo ein "Abfallprodukt".
Inhaltlich bestätigt das Buch einige der alten Klischees: Paul das nette Allround-Genie, John das abgehobene Ekel mit genialen Momenten, George eher unfähig, mit der Zeit besser werdend und Ringo, der wechselweise als guter Schlagzeuger und als unfähiger Musiker beschrieben wird. George Martin schreibt Arrangements, ist ansonsten meist hilflos den Launen der Beatles ausgeliefert und sitzt zum Schluß nur noch rum. Neu ist, daß Geoff Emerick für sich in Anspruch nimmt, den Sound der Beatles der mittleren Phase wenn nicht erfunden, so doch zumindest technisch geschaffen hat.
Fazit: Lesen und Beatles hören, der eine oder andere AHA-Effekt is in jedem Fall da - a splendid time is guaranteed for all!
P.S. Nicht von dem Namen Elvis Costello irritieren lassen, er hat lediglich ein Vorwort geschrieben.