Für eine Autobiografie ist Michael Moore noch ein bisschen zu jung. Dies ist auch keine, sondern eine Sammlung von unabhängigen Geschichten aus Michael Moore's Leben. Wie immer spannend und anschaulich erzählt und mit verblüffenden Pointen.
Wir erfahren über seine Kindheit in Michigan, damals noch mit Rassentrennung und seine Jugend mit missglückten Flirtversuchen. Während der 68er Revolte rebelliert er gegen die Prügelstrafe an seiner Oberschule, indem er mit knapp 18 Jahren als jüngster Vertreter einer Schulbehörde kandidiert und tatsächlich gewählt wird. Später beginnt er eine katholische Priesterausbildung, bei der er rausfliegt, weil er zuviele Fragen stellt, anstatt einfach zu glauben. Und er macht tatsächlich Wahlwerbung für Richard Nixon, den vermeintlichen "Friedenskandidaten"!
Ob sich alles exakt so zugetragen hat, wie der Autor berichtet, kann man bei Michael Moore nie wissen. Da der Autor mit Respekt und Einfühlungsvermögen, allerdings auch mit Spott über seine Opponenten berichtet, ist das Buch optimistisch und immer wieder witzig. Die vielen Stories machen viele Aspekte der US-amerikanischen Geschichte und Gesellschaft deutlich, etwa Homophobie, Rassismus und Gewalt. Heute braucht Michael Moore selber Bodyguards. Doch er berichtet das alles ohne Selbstmitleid und ohne Gejammer. Das unterscheidet Michael Moore von anderen Linken: Er ist großzügig, undogmatisch und hat Spaß.
Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen und habe es in einem Rutsch durchgelesen. Absolut empfehlenswert.