In den letzten Wochen sind ungefähr 50 neue Cd's in meinem Player gelandet. Es waren ein paar gute Scheiben, viele durchschnittliche und auch die eine oder andere schlechte dabei. Herausgestochen hat von allen aber nur eine, nämlich „Here comes the Flood" vom Fair Warning Nachfolger Dreamtide, die damit vor zwei Jahren ihren Erstling veröffentlichten. Schon nach dem ersten Hören bekommt man die hinreißenden Melodien und Gesangslinien nicht mehr aus dem Ohr und muss sie sich immer wieder anhören um auch jede Kleinigkeit in sich aufzusaugen. Dabei ist es verwunderlich, dass die Band in keinem Magazin an der Spitze des Soundchecks gelandet sind Dreamtide verlassen nämlich die völlig ausgelutschten Melodic Metal Pfade, indem sie die verschiedensten musikalischen Einflüsse in ihre Musik mit einfließen lassen.
Schon der packende Uptempo- Opener „What you believe in" lässt einen in Verzückung geraten, während „Ten Years Blind" und „Come with me" das Tempo und die Qualität locker halten. „Dreamers" ist die erste Ballade, die genauso packend inszeniert wurde und den Hörer träumen lässt. „Crashed" fällt qualitativ zwar ein wenig ab, aber ist dennoch ein guter Song. „Your Life" rockt dagegen wieder wie Sau und die nächste Ballade ist wieder absolut himmlisch und geht wie „Dreamers" unter die Haut. Danach kommt mit „Sundance" der absolute Oberhammer und das Herzstück des Albums. Ein mit indianischem Gesang versehenes Intro, das sich immer weiter steigert und sich gerade durch die indianischen Einflüsse als absoluter Ohrwurm entpuppt. Einer der geilsten Songs, die ich je gehört habe. Mit „Heaven Knows" lassen Dreamtide es dann wieder etwas ruhiger angehen. Die mit Streichern veredelte Ballade kommt zwar nicht an das Niveau der Vorgänger an, ist aber trotzdem besser als viele Tralalala- Balladen der Konkurrenz. Der schöne Midtempotrack „Promised Land" läutet anschließend das Finale von „Here comes the Flood" ein, dass mit den langsamen Tracks „I take the weight off your shoulders" und „Cross the line" sowie dem tollen Instrumental "Phoenix Tears" ein wenig ruhiger ausgefallen ist als der Rest. Ein insgesamt hervorragendes Album, dass sich nicht abnutzt und immer wieder zum mitsingen animiert. Songwriter und Ex -Fair Warning Gitarrist Helge Engelke muss man gratulieren, denn sowohl seine Songs als auch seine grandiose Gitarrenarbeit, sorgen dafür, dass Dreamtide die ausgelatschten Pfade gar nicht erst betreten, sondern von Anfang an innovativ sind. Auch Goldkehlchen Olaf Senkbeil verdient sich Lorbeeren, denn der Gesang ist so packend, dass man sich wundert, warum er erst jetzt in Erscheinung tritt. Ein Muss für jede geordnete Melodic- Plattensammlung.