Die unterhaltsamen Abenteuer von Halbgott Hercules gehen in die dritte Runde und steigern sich dabei in ihrer Qualität kontinuierlich anstatt bereits Abnutzungserscheinungen zu zeigen. Und das gilt nicht nur für die (aus heutiger Sicht freilich immer noch veralteten aber) deutlich besseren CGI-Effekte.
EPISODEN / MEINUNG:
Die Staffel umfasst 22 Episoden inkl. eines Dreiteilers in der Staffelmitte. Highlights sind sicherlich der für die Serie überraschend düstere Auftakt, das Auftauchen von "Xena"-Schurkin Callisto, eine (neue) "Terminator"-Hommage oder die fast kammerspielartige "Späte Reue" eines sterbenden Mörders. Einige Episoden verzichten sogar ganz oder teilweise auf Hercules, was aber dank seines wunderbaren Partners Iolaus nicht weiter ins Gewicht fällt. Darsteller Michael Hurst kann das Fehlen von Kevin "Herc" Sorbo schnell einmal vergessen machen. Aber auch andere bekannte Figuren aus dem Fantasy-Kosmos von Sam Raimi und Robert Tappert tauchen auf; Bruce Campbell ("Tanz der Teufel", "Burn Notice") taucht wieder als Meisterdieb auf, der viel zu früh verstorbene Kevin Smith gibt mit Inbrunst Kriegsgott Ares, die stets leicht bekleidete Alexandra Tydings sorgt als Liebesgöttin Aphrodite für Amüsement, der heute durch etliche Kinoerfolge international bekannte Karl Urban (Star Trek, R.E.D., Die Bourne Verschwörung) ist als Cupido dabei und auch Xena und Gabrielle aus der Schwesterserie tauchen auf. Dass selbst eine "Clip-Show" (bei der aus Budgetgründen viele alte Szenen wiederverwertet werden) Spaß machen kann zeigt "Im Namen der Gerechtigkeit", in der die bekannten Charaktere sich als Musketier-Ersatz versuchen.
DVD:
Die ordentliche Qualität in Bild und Ton entspricht ganz einer TV-Serie der 90er-Jahre. Die Episoden sind auf 6 DVDs in 3 Slim-Hüllen verteilt, auf der letzten DVD finden sich einige CD-ROM-Boni. Deutlich interessanter und unterhaltsamer sind die Interviews sowie Video- & Audiokommentare von verschiedenen Cast & Crew-Mitgliedern, die es zu einigen ausgewählten Episoden gibt.
FAZIT:
Sicher folgen einige der Episoden einem "Schema F" in Sachen Monster und Kriegsherren, wobei die zahlreichen Schlägereien fast an die Bud Spencer & Terence Hill-Filme erinnern. Aber bei allem trashigen Anstrich nahm sich diese Ausnahme-Fantasy-Serie doch selbst nie ernst und lieferte einige unvergessliche Momente. Bei aller Tragik, die es durchaus immer wieder gibt, steht hier klar der Spaß im Vordergrund und der überträgt sich dank diesem gelungenen DVD-Set, dem nur eine längere Making-of-Doku und Untertitel zur Perfektion fehlt, auch auf den Zuschauer.