Die Spitzenköchin Barbara Schlachter-Ebert bereitet ihre Gerichte auf der "Schloßanger Alp" in Pfronten im Allgäu zu. Dieses Buch ist der dritte Band ihrer Kochbuch-Trilogie " Meine Allgäuer Jahreszeiten". Sie stellt darin 25 von ihr kreierte Rezepte aus der dritten Jahreszeit vor und lässt den Leser hinter die Kulissen ihres Arbeitsfeldes blicken. Gleich zu Beginn erfährt man konkrete Inhalte ihres atemberaubenden Arbeitszeitplanes. Der Tag beginnt für sie und ihren Gatten um 6.00 Uhr in der Frühe und endet um 24.00 Uhr. Ein heißes Pensum agilen Tuns liegt dazwischen. Respekt!
Ich möchte nicht zu viel von dem Inhalt des Buches verraten, aber auf jeden Fall die zahlreichen einladenden Bilder erwähnen, die den Leser überzeugen, dass man es hier mit liebvoller Gastlichkeit wirklich ernst meint. Davon auch sind übrigens die Spitzenköche Otto Fehrenbacher, Stefan Steinheuer, Harald Rüssel und Alexander Hermann überzeugt, die im Vorwort viel Gutes über Barbara Schlachter-Ebert und ihren Betrieb einschließlich Mitarbeiter geäußert haben.
Die Rezepte sind alle bestens gegliedert als auch beschrieben und lassen sich problemlos nachkochen. Alle Gerichte sind abgelichtet, so dass mein beim Anrichten selbst dann keine Schwierigkeiten hat, wenn sich die eigene Fantasie als unergiebig zeigen sollte.
Bei den Rezepten möchte ich das "Kalbszüngerl im Kürbiskernmantel" mit Rote Bete und Kräutersauerrahm hervorheben, aber auch das "Steinpilzrisotto mit Lauschstroh". Der frittierte Lauch harmoniert ganz exzellent mit dem feinen Steinpilzaroma und bildet gewissermaßen das Tüpfelchen auf dem i bei diesem überaus delikaten Gericht.
Bei den Suppengerichten fällt die Wahl schwer. Das " Waldrahmpilzsüppchen" erhält bei mir den Vorzug vor allen anderen. Schlachter-Eberts Vorschlag es mit frischer Kerbel, Petersilie und Rosmarin zu würzen, nehme ich gerne entgegen.
Bei den Fleischgerichten konnte ich mich besonders für das Rezept " Wildhasenrücken mit Preiselbeer-Meerettich-Kruste" auf Schwarzwurzelrahmgemüse begeistern. Eine wirklich gelungene Herbstkreation!
Das Rezept für einen Käse-Gang eignet sich auch als kleiner Imbiss zu einem Glas Wein. " Alter Bergkäse im Sauerteigbrotmantel mit Brennesselpesto und Trauben-Walnusssalat" klingt jedenfalls vielversprechend . Für die Zubereitung des Pesto verwendet man in diesem Fall Traubenkernöl gemixt mit kaltgepresstem Olivenöl. Ich war zunächst etwas skeptisch wegen des Waldhonigs im Pesto und auch im Salat. In Verbindung mit einem Glas trockenen Weißwein entwickelt sich allerdings ein wahres Geschmackfeuerwerk auf der Zunge. Beeindruckend.
Die Desserts sind alle betont raffiniert gestaltet. " Hollunderterrine mit Vanilleparfait und Buttermilchschaum" ist meines Erachtens der ideale Abschluss eines Menüs, in dessen Hauptgang " Wild" die Hauptrolle spielt. Wer seinen Liebsten lukullisch verwöhnen möchte, sollte dies mit einer "Schokoladenbirne mit Williamssabayone und Nougatparfait" tun. Das Dessert ist Verführung pur.
Die Grundrezepte zum Schluss sind auch gut nachvollziehbar erklärt. Hier hat mich speziell das Rezept für "Bratapfeleis" neugierig gemacht, aber auch das Rezept für "Hollunderagout", das zu Pfannkuchen wie ein Kuss vom Himmel schmeckt.