Nach siebenjähriger Trennung bemüht sich die gefeierte Pianistin Charlotte (Ingrid Bergman in ihrer letzten größeren Rolle!) um Versöhnung mit ihrer Tochter Eva (Liv Ullman). Nach anfänglicher Freude und scheinbarer Harmonie, kommen aber schnell wieder alte Spannungen auf, die einen Riesenkrach zur Folge haben...
"Herbstsonate" lebt im wahrsten Sinne des Wortes von den ausgeklügelten Dialogen zwischen Eva (Tochter) und Charlotte (Mutter). Ingmar Bergman beherrschte die Kunst des Filmemachens und offenbar auch des Drehbuchschreibens wie nie zuvor. Nun ja, 1978, im Erscheinungsjahr von "Herbstsonate" war er schließlich ja auch nicht mehr der Jüngste. Trotzdem kann es wohl nicht als selbstverständlich angesehen werden, dass Bergman weiterglänzte. Zudem kommen noch die hervorragenden Schauspieler. Ingrid Bergman legte sich sichtlich ins Zeug und meisterte ihre Rolle als ältere, zynische und etwas verbissene Karrierefrau perfekt. Liv Ullman, die die in sich gekehrte, schüchterne Eva spielt, macht ihren Job ebenfalls, wie gewohnt, Klasse. Auch Evas Mann (gespielt von Halvar Björk), der immer wieder als scheinbar ruhender Pol in Erscheinung Tritt machte alles richtig.
89 Minuten DRAMA pur! Es ist ein offenes Geheimnis, dass einem Bergman-Filme in gewisser Weise liegen müssen, um sie wertschätzen zu können. Eine "leichte Kost" wird dem Zuseher auch bei "Herbstsonate" gewiss nicht serviert.
Ungewöhnlich (für Bergman) und somit erwähnenswert erscheint mir, dass dies ein Farbfilm ist, was "Herbstsonate" weder positiv noch negativ beeinflusst, wie ich finde.
Fazit: Vermutlich der AUSGEREIFTESTE Ingmar-Bergman-Film aller Zeiten (vor allem, was die Dialoge betrifft). Fans werden sicher nicht enttäuscht sein!
Ein KLASSEstreifen!!