Die lebenden Leichen bevölkern London und nur wenige Menschen haben die Seuche überlebt. In kleinen Gruppen versuchen sie die Invasion der Untoten auszusitzen, bis diese so weit verrottet sind, dass sie keine Gefahr mehr darstellen. Um zu überleben unternehmen die Menschen Ausflüge in die verwaiste Innenstadt, um sich mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. Dabei kommt es wieder zu Begegnungen mit Leiche, die immer aggressiver werden und scheinbar dazulernen. Die Bedrohung durch die Toten wird ständig größer. Schließlich sterben einige Leidensgenossen an einer unbekannten Infektion. So beschließen die restlichen Überlebenden einen Ausbruchsversuch zu wagen und eine neue Zufluchtsstätte zu erschließen. Sie erreichen ein abgeschottetes Hotel, dessen Umgebung frei von wandelnden Leichen ist. Dort haben sich fünf Menschen versteckt, die durch Zurückhaltung und Ruhe hoffen die Katastrophe unbeschadet zu überstehen. Doch die Ankunft der Flüchtlinge bringt neue Schwierigkeiten mit sich, denn der hitzköpfige Webb hat nicht vor den Kopf in den Sand zu stecken. Er will die Toten vernichten. Ein folgenschwerer Fehler '
David Moodys Endzeitsaga geht in die vierte Runde. Doch der Roman 'Zerfall' hat lediglich das Szenario und den Schauplatz mit den ersten drei Herbst-Bänden gemein. Die Protagonisten Michael, Emma und Cooper kommen in dem vorliegenden Roman gar nicht vor. Hier erzählt Moody von dem Schicksal einer Gruppe, dem Leser bisher unbekannter Charaktere. Faszinierend ist eigentlich nur die Gegensätzlichkeit der beiden Gruppen, die im Laufe der Handlung aufeinandertreffen. Ein Zusammenhang mit den Vorgängerromanen wird lediglich durch die Beobachtung eines Helikopters und eines Flugzeugs hergestellt. Wer die ersten drei Bücher jedoch nicht kennt, muss sich mit den Spekulationen der Protagonisten zufrieden geben, was es mit den Fluggeräten auf sich hat. So bizarr, schaurig und authentisch das Szenario mit den auferstandenen Toten auch sein mag, so zäh und langatmig wurde die Geschichte umgesetzt. Der Anfang des Buches erinnert frappant an George A. Romeros 'Land of the Dead', wo die Menschen ebenfalls auf Beutezug in die Stadt fahren und feststellen, dass die Leichen intelligenter werden. Die Geschichte wird im Roman nur sehr zögerlich vorangetrieben. Der Leser muss ermüdende Streitgespräche und endlose Prügeleien mit halbverwesten Leichen über sich ergehen lassen, ehe es zu ersten zaghaften Erkenntnissen kommt. Die Untoten stellen kaum eine ernsthafte Bedrohung dar, weshalb die Auseinandersetzungen auch nicht sonderlich spannend sind. Vielmehr wird der Eindruck erweckt, dass der Autor versucht den Leser durch detaillierte Beschreibungen des Zustands der Toten zu schockieren. Doch wer die ersten Herbst-Romane kennt, ist dahingehend schon einiges gewohnt. Überraschend ist eigentlich kaum etwas an diesem Buch, auch wenn einige Probleme und Schicksale der Charaktere anschaulich beschrieben wurden. Wer gar auf eine Splatter-Orgie mit kannibalistischen Zombies hofft braucht das Buch gar nicht erst zur Hand zu nehmen. Doch selbst die Spannungen innerhalb der Gruppe und die Streitfrage ob man passiv bleiben soll oder aggressiv gegen die Leichen vorgehen muss, hält nur wenig von dem Unterhaltungswert, den der Klappentext suggeriert. 'Zerfall' ist nicht im Mindesten mit Moodys Roman 'Im Wahn' (Hater) vergleichbar, der bei Goldmann erschienen ist. Das teilweise komplette Wörter fehlen macht die Lektüre nicht unbedingt angenehmer. Völlig sinnlos gestaltet sich dieses Mal, die ansonsten sehr gute Idee, eines Personenglossars, denn hinter den Namen steht einfach nur 'einÜberlebender' oder 'eine Untote'.