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Herbst des Mittelalters
 
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Herbst des Mittelalters [Gebundene Ausgabe]

Johan Huizinga , Kurt Köster
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 543 Seiten
  • Verlag: Kröner; Auflage: 11 (1975)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3520204118
  • ISBN-13: 978-3520204110
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,8 x 3,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Johan Huizinga
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Herbst des Mittelalters
OT Herfsttij der Middeleeuwen. Studie over levensen gedachtenvormen der veertiende en vijftiende eeuw in Frankrijk en de NederlandenOA 1919 DE 1924 Form Sachbuch Bereich Geschichte
Die Studien über Lebens- und Geistesformen des 14. und 15. Jahrhunderts in Frankreich und in den Niederlanden – so der Untertitel – von Johan Huizinga gelten als Meisterwerk der Geschichtsschreibung. Es ist eine der vielschichtigsten und zugleich sprachlich brillantesten Untersuchungen des späten Mittelalters. In seinen Betrachtungen von Mensch und Gesellschaft, Geist und Leben, Kunst und Literatur ließ Huizinga auch die Ergebnisse anthropologischer, psychologischer, ethnologischer und linguistischer Forschung seiner Zeit einfließen. Sein Werk hat bis heute die Vorstellung von der Spätgotik geprägt, ähnlich wie Die Kultur der Renaissance in Italien (1860) von Jacob R Burckhardt die der Renaissance.
Inhalt: Huizinga begann noch während seiner Lehrtätigkeit in Groningen mit der Arbeit an dem Werk. Einen ersten Anstoß hatte er 1902 durch eine Ausstellung altniederländischer Malerei in Brügge erhalten. Jahre später reifte die entscheidende Erkenntnis vom Absterben eines Zeitalters.
Im ersten Kapitel beschreibt Huizinga die »Spannung des Lebens«, das leidenschaftliche und kontrastreiche Dasein in den mittelalterlichen Städten, auf dem Land und an den Fürstenhöfen. Wie ein Leitmotiv durchzieht der Titel des zweiten Kapitels – Die Sehnsucht nach dem schönen Leben – das Buch. Die Wirren der Zeit voller Kampf, Krieg, Grausamkeit und Elend ließen wie in kaum einer anderen Epoche den Traum von einem besseren Dasein keimen. Melancholie und Schwermut erkennt Huizinga als Grundstimmung, die in Musik, Literatur und anderen überlieferten schriftlichen Äußerungen anklingt. Zugleich gibt es Genuss- und Prunksucht, wie sie Zeiten voller Lebensangst stets hervorrufen. In den folgenden Kapiteln schildert Huizinga, wie sich die Sehnsucht nach einer besseren Welt in den verschiedenen Gesellschafts- und Lebensbereichen äußerte: im Rittertum, im Hofleben, in der Stilisierung und Idealisierung der Liebe, im Bild des Todes und in der Frömmigkeit, im praktischen Leben und in der Kunst. Doch der Autor erinnert daran, dass die nahezu vollständig überlieferte Literatur, die Akten und Dokumente ein geschlosseneres Bild der Zeit überliefern, als die bildende Kunst, von der nur »spärliche Überreste« überkommen sind. Die Kunst hatte die Aufgabe, die Formen, »in denen sich das Leben vollzieht, mit Schönheit zu schmücken«. Letztlich überwucherten jedoch Prunk und überladene Dekore die Schönheit. Huizinga spricht vom »horror vacui« ausgehender Geistesperioden.
Die letzten drei Kapitel seines Buchs widmet Huizinga der Bekräftigung seiner grundlegenden These, dass die spätmittelalterliche burgundische Kultur die Endphase einer eigenständigen verblühenden Epoche sei. Im abschließenden Kapitel schließlich skizziert er, wie die »neue Form« des Humanismus im »Garten des mittelalterlichen Denkens« ganz allmählich emporwuchs.
Wirkung: Unmittelbar nach seinem Erscheinen erlebte das Buch vor allem in den Niederlanden einige Kritik, so ungewöhnlich erschienen konservativen Mediävisten die Thesen von Huizinga und seine Darstellungsform. Doch allmählich setzten Beachtung und Zustimmung ein, um schließlich zu einem Welterfolg des Buchs anzuwachsen. Es wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, die ersten waren Englisch und Deutsch (1924). In Deutschland erlebte das Werk die meisten ausländischen Auflagen. Huizinga ergänzte und verbesserte die Ausgaben bis 1941. Heute gilt Herbst des Mittelalters als Klassiker und Standardwerk der Kulturgeschichte. N. B.

Kurzbeschreibung

Das große Gesamtbild nordischer Spätgotik zählt zu den bedeutendsten Leistungen der Kultur- und Geistesgeschichtsschreibung, an wissenschaftlichem Rang, Glanz der Darstellung und Weite des Blickes nur den klassischen Werken Jacob Burckhadts vergleichbar. Mit einer erstaunlichen Einzelkenntnis und Einfühlungsfähigkeit sind Mensch und Gesellschaft, Geist und Leben, Kunst und Literatur, Frömmigkeit und Glaube der burgundisch-französisch-niederländischen Welt des 15. Jahrunderts mit packender Anschaulichkeit geschildert. Wie jede hervorragende geschichtsschreiberische Leistung ist das Buch über seinen eigentlichen Gegenstand hinaus eine Quelle allgemeinen historischen Verständnisses, indem es die ewigen geschichtlichen Grundkräfte tiefer erfassen und begreifen lehrt.

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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Eine Epoche erwacht zum Leben, 26. November 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Herbst des Mittelalters (Gebundene Ausgabe)
Wundervoller, detaillierter und facettenreicher Überblick über das Leben und die Geisteshaltungen des ausgehenden Mittelalters, im Stil des beginnenden 20sten Jahrhunderts weit ausholend und zum Teil redundant geschrieben. Der Autor scheut sich nicht, seine persönlichen Ansichten in den Vordergrund zu stellen, und er verrät seine fundierten Kenntnisse in der Leichtigkeit, mit der er von Person zu Person, von Ort zu Ort und von Ereignis zu Ereignis springt. Wer hier nicht verloren gehen möchte, sollte Vorkenntnisse der Epoche des 14. und 15. Jahrhunderts mitbringen. Nehmen Sie Sich Zeit für dieses Feuerwerk an Wissen!
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Farbiges Epochengemälde, 28. November 2007
Von 
Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Huizingas Herbst des Mittelalters ist ein Klassiker der Kulturgeschichte. Der niederländische Historiker lässt vor den Augen des Lesers die Welt des Adels im Burgund und Nordfrankreich des 14. und 15. Jahrhunderts auferstehen. Krieg und Krankheiten, materielle Unsicherheit und der allgegenwärtige Tod prägen den Alltag der Menschen. Der harten Wirklichkeit versuchen sie durch den Traum vom schönen Leben zu entfliehen. In prachtvollen Kunstwerken, religiösen Ritualen und Zeremonien feiern sie das aristokratische Ritterideal  das freilich längst zur inhaltsleeren, oberflächlichen Illusion verkommen ist. Das Spätmittelalter erscheint aus Huizingas Sicht nicht als Epoche des Aufbruchs, sondern des Verfalls. Mit seinem Hauptwerk, das kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs erschien, hat der Autor die Kulturgeschichte, wie wir sie heute kennen, mitbegründet. Mag seine Darstellung auch nostalgisch und subjektiv sein, so wirkt der interdisziplinäre Ansatz doch sehr modern. Die farbige, höchst anschauliche Erzählweise macht auch heute noch den Reiz dieses großen Epochenporträts aus.
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