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Mit Herbst der Chimären ist die inhaltlich zusammenhängende Trilogie um den Schriftsteller und Commissaire Brahim Llob in Deutschland nun komplett. Im Gegensatz zu den ersten Bänden Morituri und Doppelweiß, die Llob als ermittelnden Kommissar in verworrenen Mordfällen schilderten, wird der Polizist im vorliegenden Buch seiner schriftstellerischen und aufklärerischen Tätigkeit wegen vom Dienst suspendiert. Drohungen und Anschläge auf sein Leben lassen nicht lange auf sich warten und dem Charakter dieses undurchsichtigen und grausamen Krieges entsprechend ist keineswegs klar, wem diese Gewaltakte zuzuschreiben sind. Brahim Llob jedenfalls wird einen hohen Preis für seine Aufrichtigkeit und den jahrelangen Kampf um Gerechtigkeit bezahlen.
Auch Herbst der Chimären ist ein ungewöhnlich fesselnder Politkrimi mit einer ungemein starken Hauptfigur. Stark aber keinesfalls im Sinne von überlegen, clever und stets obenauf. Stark vielmehr in ihrer Gebrochenheit, ihren Freuden und Ängsten und ihrer zunehmenden Hilflosigkeit. Brahim Llob repräsentiert das Schicksal vieler algerischer Intellektueller, indem er selbst wie die meisten von ihnen zur Zielscheibe wird. Yasmina Khadra teilt nunmehr das Schicksal seines Alter Ego. Seine brillante literarische Dokumentation des algerischen Dramas zeigt beispielhaft das Befinden einer Welt, die seit dem 11. September 2001 einen neuen Albtraum gigantischen Ausmaßes erlebt, aus dem sie wohl für eine lange Zeit nicht wird erwachen können. --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Teil 3 einer algerischen Tragödie: das Finale,
Von Ewald Judt (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Herbst der Chimären: Dritter Band der Commissaire-Llob-Trilogie (Taschenbuch)
"Herbst der Chimären" (UT metro 240 - "L'automne de chimères", 1998) ist nach "Morituri" (UT metro 209 - "Morituri", 1997) und "Doppelweiß" (UT metro 224 - "Double blanc", 1997) der dritte Teil der algerischen Krimi-Trilogie mit Kommissar Brahim Llob. Autor ist der ehem. algerische Offizier Mohammed Moulessehoul, der unter dem Namen seiner Frau diese Bücher geschrieben hat. Sie sind eigentlich nur nebenbei Kriminalromane, sie behandeln vor allem die Situation des heutigen Algerien, das - obwohl es weitgehend von den Titelseiten der Zeitungen verschwunden ist - sich mitten in einem veritablen Bürgerkrieg befindet. Inmitten einer Szenerie, woe die, die alles haben, das Land ausplündern, die, die völlig verarmt sind, keine Zukunft sehen, und die aus dem Untergrund agierenden Islamisten eine morbide Gier zur Zerstörung zeigen (um es mit Yasmina Khadra in Zeitungsinterviews geäußerten Worten auszudrücken), handelt "Herbst der Chimären". Brahim Llob, Kommissar in Algier, wird aus dem Polizeidienst entlassen, da er unter einem Pseudonym Kriminalromane geschrieben hat, die wegen ihrer schonungslosen Offenheit den korrupten Mächtigen von Algerien gefährlich werden können. Als ihm - gegen eine öffentlich geäußerte Entschuldigung - eine Rehabilitation angeboten wird, lehnt er ab und ist von nun an ganz allein und dem Willen seiner Feinde ausgeliefert. Insgesamt ist dieses Buch noch viel weniger ein Krimi als seine beiden Vorgänger in der Trilogie. Nichtsdestoweniger ist es spannend zu lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Systemtreue ist alles,
Von
Rezension bezieht sich auf: Herbst der Chimären (Gebundene Ausgabe)
Nichts ist wichtiger als Patriotismus. Wer gegen den Strom schwimmt, wird gnadenlos niedergemetzelt.Diese Erfahrung macht Kommissar Brahim Llob aus Algier, nachdem er unter dem Pseudonym Yasmina Khadra ein Buch geschrieben hat, was die Missstände im Land aufdeckt und auch die Fehler der Polizei, also seiner Kollegen, deutlich macht. In Algerien herrscht Krieg, permanent werden Bomben auf Algier abgeworfen. Ein Mensch bringt den Mut auf, sich gegen das eingefahrene System zu stellen und bezahlt dafür einen hohen Preis. Zunächst wird er aus dem Polizeidienst in die Pension entlassen, dann wird er von vermeintlich guten Freunden nur benutzt, dass sie ihre Ziele erreichen können und schließlich entgeht er selbst immer wieder nur knapp Anschlägen, so dass irgendwann klar wird, dass es sich dabei nicht um Zufälle handeln kann - Kommissar Llob ist zum Ziel geworden. Yasmina Khadra alias Mohammed Moulessehoul liefert mit "Herbst der Chimären" einen sehr tiefgründigen und bewegendes Roman. Man bekommt als Leser einen sehr detaillierten Einblick in das Denken des Protagonisten und seine teilweise melancholische Stimmung überträgt sich zeitweise sogar auf den Leser, was das Lesen selbst sehr angenehm gestaltet. Schwierig ist es, sich die verschiedenen Namen der Personen zu merken, da sie durch den Handlungsort bedingt in weitern Teilen arabisch sind und für europäische Verhältnisse sehr kompliziert sind und dann auch noch teilweise sehr ähnlich klingen. Für mich ist das Buch kein "typischer" Kriminalroman. Es ist eher eine sehr gelungene und gut dosierte Mischung zwischen Krimi und Politik. Die gesellschaftlichen Aspekte werden in den Vordergrund gestellt, während der kriminalistische Anteil doch ziemlich in den Hintergrund rückt. Dies tut dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch. Man sollte sich nur vorher im Klaren darüber sein, ob man sich auf diese in meinen Augen doch eher ungewöhnliche Mischung einlassen kann. Als etwas störend habe ich die Fußnoten im Text empfunden, durch die immer wieder Erklärungen zu Begriffen geliefert werden oder Bezug auf andere Romane des Autors genommen wird. Natürlich waren die Begriffserklärungen nötig, da im Text häufig einzelne arabische Wörter auftreten, teilweise hätte aber zur Erklärung meines Erachtens nach auch ein Nebensatz genügt. Wie gesagt - teilweise. An einigen Stellen sind die Fußnoten absolut notwendig. Die Verweise auf die anderen Bücher des Autors wären auch nicht unbedingt nötig gewesen, ermöglichen es aber Lesern, die auch die anderen Bücher kennen, vielleicht noch einmal nachzulesen. Insgesamt betrachtet ist "Herbst der Chimären" nach einer wirklich sehr kurzen Eingewöhnungsphase ein sehr gutes Buch, was sich nicht mit einer oberflächlichen Betrachtung der Missstände in Algerien zufrieden gibt und die eine oder andere Überraschung für seinen Leser bereit hält. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
6 Sterne! Hoch brisant, spannend, aktuell und sehr politisch,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Herbst der Chimären (Gebundene Ausgabe)
nicht nur ein hervorragender Krimi sondern hoch politisch und aktuell. wohl kaum ein anderer Autor hat so viel Licht in das Dunkel islamisch-fundamentalistischer Machenschaften und verbrecherischer Organisationen unter dem Deckmäntelchen Allahs gebracht, wie dieser ausgezeichnete Autor. Bleibt zu hoffen, dass der Autor auch nach der Preisgabe seiner Identität keine Rachefeldzüge fundamentalistischer Vollidioten zu spühren bekommt und er uns noch sehr viel mehr Bücher dieser Art präsentieren kann.Unbedingt lesenswert!!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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