BEWERTUNG VON MARK PROTT (EUROGAY 10/2001)
Alle Achtung! Hätte man mir vor kurzem noch gesagt, ich würde von der aktuellen Ausgabe des "Gay-Net-Life"-Führers durch schwule Internet überzeugt sein, ich hätte nur müde gelächelt. Zu mangelhaft war die erste Ausgabe des Buches so dass ich dem Konzept keine reelle Chance gegeben habe. Doch der neue Autor des Guides Markus Westberg hat offenbar viele der kritisierten Mängel aufgegriffen und "Gay-Net-Life" grundlegend überarbeitet. Entstanden ist dabei ein über 600 Seiten starkes Produkt gut gemachter Fleißarbeit.
Sicher, das grundsätzliche Problem der Schnelllebigkeit in Netz kann bei der Vielzahl der Angebote niemand in den Griff bekommen - auch Markus Westberg nicht. So gab es einige vorgestellte Websites schon nicht mehr, als Gay-Net-Life in Druck ging. Doch der Autor geht wenigstens in seinem Vorwort auf dieses Grundproblem gedruckter Surftipps ein und hat darüber hinaus in seiner kommentierten Linksammlung überwiegend Seiten aufgeführt, die schon eine gewisse Historie in Netz haben und daher eine zumindest verringerte Gefahr in sich tragen, tote Links zu werden oder sich als unaktuelle Eintagsfliegen zu entpuppen.
Klare Gliederung, nachvollziehbare Beurteilungen
Mehr als 2.000 Links finden sich nach Angaben des Autors in dem schwulen Internet-Guide. Alle Einträge sind mit einer Kurzbeschreibung (und teilweise einem kurzen Kommentar) versehen und in vielen Fällen nach verschiedenen Kriterien wie Umfang, Kompetenz, Präsentation, Infogehalt und Aktualität beurteilt.
Die Einordnung der vorgestellten Websites in die 16 Kategorien von "Erotikgalerien" bis "Sonstiges" ist eindeutig, klar und intuitiv erschließbar. Einer Erläuterung zur Gliederung hätte es deshalb eigentlich gar nicht bedurft. Zu Beginn einer jeden Kategorie gibt der Autor jeweils eine kleine Einführung in das folgende Kapitel. Auch zu den Bewertungskriterien gibt der Autor zu Beginn des Buches einige Erläuterungen.
Internet "A bis Z" für Web-Neulinge
Als kleinen Bonus gibt Westberg Internet-Neulingen dann sogar noch ein "Internet A bis Z" mit auf den Weg, in welchem er die wichtigsten Begriffe des Webs von Ad-Server bis Winsock erklärt.
Fazit: Die nun vorliegende neue Ausgabe des "Gay-Net-Life" Herbst 2001/2002 ist eindeutig ihr Geld wert und der erste ernstzunehmende gedruckte schwule Führer durchs WWW. Bis auf Kleinigkeiten gibt es nichts an dem neuen Buch auszusetzen und so ist der Verlag Himmelstürmer mir der aktuellen Ausgabe seinem Ziel, Gay-Net-Life "zum wichtigsten und unentbehrlichsten Suchkatalog für das schwule Netz" werden zu lassen, tatsächlich einen großen