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5.0 von 5 Sternen
hervorragend, 23. Oktober 2008
ein hervorragendes buch über eines dieser unglaublichen musikerleben. es sind zwar viele seiten, aber es lohnt sich für den interessierten sehr, sie zu lesen. man erfährt gar viel über den so geliebten und geschmähten maestro, an dem sich die geister scheiden, wie wohl sonst an keinem zweiten seiner zunft. aber nicht nur das: mir hat dies buch so manche anregung gegeben, was gute klassische musik angeht. aber nicht nur dafür sei dem autor gedankt; nein, er legt auch ein buch vor, das m.e. sehr gut recherchiert ist, sehr gut lesbar, unterhaltsam und das nicht trieft vor lubhudelei, vor schleimiger schmeichelei. es werden hier nicht nur die sonnenseiten des ritters von karajan beschrieben, sondern auch seine schwächen, seien sie politischer oder kulturpolitischer, wirtschaftlicher, charakterlicher natur gewesen. so ergibt sich das bild nicht eines heroen, eines unangreifbaren genius, sondern ein menschenbild, geprägt von unendlicher begabung, von willen und von fehlern. für den unvoreingenommenen musikliebhaber, für den interessierten laien wie mich ist dieses buch ein gewinn.
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Egomane Heribert, 9. Oktober 2009
Das war die Kontinuität über ein langes Leben. Der übermässige Bezug auf das Selbst. Solche Menschen vermögen, bei entsprechendem Können, an grossen Rädern zu drehen. Karajans Können ist unbestritten, wie immer man zu seinen Interpretationen steht. Gepaart mit diesem Können schaffte er durch seine Selbstenergie den Weg an die Spitze. Karajan war kein Nazi.Ja, er hat sich der Karriere in die Partei begeben, so wie er der Karriere wegen enge Beziehungen zu Walter Legge pflegte. Aber sich den Nazis gegenüber auch sperrig gezeigt, wenn er sich in seiner Bedeutung geschmälert sah. Osborne zeichnet dieses egomanische Leben detailreich nach. Ich kann ihn nicht als Parteigänger ausmachen, sondern als durchaus auch kritischer Interpret dieses " schwierigen" Menschen. Da bleibt auch keinesfalls unerwähnt, dass es zu einem solchen Typus Mensch gehört,sich bei Mächtigeren einzuschmeicheln ( Richard Strauss zum Beispiel) und sich an Schwächeren auszutoben. Zugleich ist diese Biographie ein Lehrstück über nicht gelingendes Leben bei allem Erfolg. Immer waren Erfolgen mit Kränkungen, Niederlagen,Kampf verbunden. Die Schmerzen, die den Dirigenten in den letzten Jahren so quälten waren wohl nicht nur körperlicher Art. Auch dies ein Kontinuum seines Lebens. Wie meinte Anita, seine zweite Frau über ihn.""Egozentrisch, einsam, intolerant und unbestechlich". Neben der Beschreibung dieses Lebens findet sich viel Information über 70 Jahre mehr oder weniger deutsche Geschichte im Spiegel der Entwicklung einer Person, die den Klassikmarkt beherrschte, wie kaum ein anderer. Ich stehe dem Musiker Karajan fern, teilweise finde ich seine Interpretation unerträglich, dem Menschen allemal, aber die Biographie von Osborne habe ich mit grossem Interesse gelesen und kann die Lektüre empfehlen; mir ist Karajan durch diese Biographie näher gekommen, ich habe mehr von seiner Komplexität erfasst. Ein Stück europäischer, und auch deutscher Kulturgeschichte.
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Berühmtsein heißt die Schmeißfliegen anziehen..., 25. August 2010
Über 1.000 Seiten Dampfplauderei, Dummes, Überflüssige, Widerwärtiges, so kommt dieser Wälzer daher. Einen Punkt muß man leider zwangsweise vergeben, das ist in Wirklichkeit eigentlich der 'Nullpunkt', den zweiten Punkt vergeben wir für die Fotos, dann drei Punkte Abzug, weil der Schinken von vorne bis hinten aus solchen Sentenzen besteht, Seite 426: "Ich fragt R. nach seiner Ansicht bzgl. Karajans sexuellen Vorlieben. 'Wie bei den meisten von uns, näselte er gedehnt mit seiner schönsten Lord-Barrymore-Stimme. 'Ein wenig von allem.'" Damit aber nie weiß wer hier so mitliest und es sicher in Gottes Zoo doch etliche nacht- und nacktaktive Lebewesen gibt, die so etwas gern als Onaniervorlage aufs stille Örtchen mitnehmen, verteilen wir vorsichtshalber noch fünf Punkte für diejenigen, die's goutieren.
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