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Herbert Wehner: Biografie
 
 

Herbert Wehner: Biografie [Kindle Edition]

Christoph Meyer
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Pressestimmen

»Christoph Meyers Herbert-Wehner-Biographie ist ein großes Buch über einen großen Sozialdemokraten.«
Forum 2/2006

»Christoph Meyer erzählt eine deutsche Biografie in all den Abgründen des letzten Jahrhunderts, Arbeitsbewegung und Parlamentarismus, Debattenredner und Staatsmann, deutsche Teilung und Schritte zur Minderung der Härte und Überwindung, Herbert Wehner verkörpert Kontinuität und Brüche, ein Bild, eine Biografie mit allen Facetten des Menschseins.«
Der Medienbrief

Kurzbeschreibung

Herbert Wehner (1906-1990), der Mann mit dem kantigen Kopf und der Pfeife im Mund, war ein Jahrhundertpolitiker und eine der herausragenden, aber auch umstrittenen Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Sein Jahrhundert war das »kurze« zwanzigste, das mit dem Ersten Weltkrieg begann und mit dem Zusammenbruch des Staatssozialismus endete. Wehners Leben steht ebenso für die Kontinuität und wie die Brüche dieser Zeit.

Der gebürtige Dresdner Herbert Wehner wurde schon in jungen jahren einer der wichtigsten Funktionäre der KPD. Er leistete Widerstand gegen den Nationalsozialismus, ehe er in Moskau in das Räderwerk der stalinistischen Säuberung geriet. Von dort ging er nach Schweden, wo er festgenommen und zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. 1946 trat Wehner in die SPD ein, aber aufgrund seiner kommunistischen Vergangenheit wurde er immer wieder angegriffen.

Dennoch war er in der Nachkriegszeit der wichtigste Gegenspieler Konrad Adenauers, reformierte die SPD, prägte deren Außenpolitisches Konzept, kämpfte für Willy Brandt als Kanzlerkandidat und Parteivorsitzender.

Christoph Meyer erzwählt die Geschichte eines Staatsmannes, zugleich die Geschichte der Arbeiterbewegung, die Geschichte des Versuchs, der deutschen Teilung die menschlichen Härten zu nehmen. Herbert Wehner war über 33 Jahre im Plenarsaal zu Hause, ein begnadeter und gefürchteter Redner, aber auch Familienmensch und liebesnwürdiger Gastgeber. 1983 schied er aus der Politik aus, litt in seinen letzten Jahren an einer Demenzkrankheit und starb 1990, ohne die von ihm so sehr gewünschte Überwindung der deutschen Teilung noch bewußt miterlebt zu haben.

»Mein Mann kann nicht anders - wenn er etwas tut, dann tut er es mit ganzer Kraft, mit voller Hingabe, ob das nun eine alte Oma ist, die Hilfe bracht, oder ein Gesetz, das er für nötig hält.« Lotte Wehner

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Licht und Schatten 10. Januar 2007
Format:Taschenbuch
Lesenswert ist das Buch, weil zum ersten mal eine umfassende Biografie Herbert Wehners vorgelegt wird, für die weit mehr als öffentlich zugängliche Quellen ausgewertet werden konnten. So standen dem Autor nicht nur der Nachlass Wehners mit einer Vielzahl unveröffentlichter Dokumente zur Verfügung, er hatte auch das Vertrauen der Witwe, Greta Wehner, die den Politiker seit den 40er Jahren begleitete und sicher mehr über ihn weiß als jeder andere. Jochen Vogel und andere kenntnisreiche Zeitzeugen standen als Interviewpartner zur Verfügung. Positiv ist auch der umfangreiche Quellenapparat und der über viele Seiten gelungene Versuch, Herbert Wehner als den Menschen zugewandten Politiker zu beschreiben, dessen Antrieb nicht persönlicher Nutzen, sondern das Streben nach Gerechtigkeit war.

Ein Problem ist indes die Verehrung, die der Autor dem Politiker Herbert Wehner entgegenbringt: Wenn es brenzlig wird, ergreift er die Partei Wehners, verteidigt und interpretiert ihn stets so, dass am Ende und unter dem Strich Herbert Wehner alles richtig gemacht hat. Dabei bleiben die problematischsten Abschnitte - Hotel Lux, Schweden, Misstrauensvotumg, Brandt-Rücktritt - seltsam nebulös. Wer die Vorgänge nicht aus anderer Quelle bereits kennt, versteht hier nur Bahnhof. Überhaupt ist die Darstellung des Politikers Wehner sehr stark auf ihn selbst konzentriert, man hätte gern noch mehr über die SPD in der Deutschen Nachkriegsgeschichte erfahren, ihre Richtungs- und Machtkämpfe etc. Etwas anstrengend liest sich zudem die minutiöse Berücksichtigung auch noch des letzten Arbeitskreises, an dem Wehner teilgenommen und "wichtige Wortbeiträge geleistet" hat.

Trotz allem habe ich das Buch gern und mit Gewinn gelesen und kann es jedem empfehlen, der sich näher mit einem der faszinierendsten Politiker des 20. Jahrhunderts beschäftigen will.
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Setzt Maßstäbe! 26. Mai 2006
Format:Taschenbuch
Meyer hat zum 100. Geburtstag Wehners etwas vollbracht, auf das die Wehner-Interessierten seit sehr langer Zeit gewartet haben: Er hat eine umfassende Biographie über den (neben Adenauer) größten Politiker der Nachkriegszeit geschrieben, die sowohl ein Abbild der Politik damaliger Zeit als auch die Arbeit Wehners in Sachsen, Moskau, Schweden und dann in Deutschland sehr interessant, aber dennoch detailgenau widergibt als auch das Private Wehners nicht außer acht läßt.

Man merkt dem Werk sehr wohl an, daß Meyer erstmals alle Quellen über Wehner nutzen konnte, Zeitzeugen befragt hat und auch Zugang zum persönlichen Nachlaß Wehners hatte.

Vieles, was in den früheren Biographien über Wehner (es sind zum großen Teil nicht mehr als Biographiefragmente) geschrieben wurde, aber auch das was in diesen nicht berücksichtigt wurde, findet sich hier wieder.

Nebenbei: Meyer entkräftet in diesem Werk nochmals alle "Beweise", die Wehner als Denunzianten darstellen sollen und mit schöner Regelmäßigkeit von (heutzutage insbesondere einem) Historiker(n) publiziert werden und, meiner Meinung nach, das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen.
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17 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das vorliegende Buch ist die erste umfassende Biographie des Anarchisten, Stalinisten und SPD-Zuchtmeisters Herbert Wehner, deren Autor den Nachlaß Wehners nutzen konnte. Der Verfasser des Buches ist Geschäftsführer beim Herbert-Wehner-Bildungswerk der sächsischen SPD. Das Buch ist mit Liebe zu seinem Gegenstand geschrieben und dies trübt dem Autor öfter den Blick. Wehners Moskauer Jahre werden viel zu milde beurteilt; Wehner hatte damals nicht nur denunziert, weil er seine eigene Haut retten wollte, sondern auch, weil er als überzeugter Stalinist die Entlarvung von Parteischädlingen für seine Genossenpflicht hielt. Wehners politischer Weg in der SPD wird so dargestellt, daß der "Onkel" für die heutige (entsozialdemokratisierte) SPD paßgerecht gemacht wird; Widersprüche und Brüche werden möglichst geglättet und der Verfasser entscheidet sich fast immer für eine Interpretation, die Wehners Handlungen in einem möglichst günstigen Licht erscheinen läßt. Da der Autor jedoch privillegierten Zugang zu Dokumenten hatte, ist das Buch unverzichtbar für jeden, der sich für eine der markantesten Erscheinungen unter dem Führungspersonal der Bonner Republik interesiert. Vom Material her sind die Kapitel über den SPD-Politiker Wehner am interessantesten. Wer sich für Wehners Jahre in Moskau interessiert, sollte lieber zu den Büchern von Reinhard Müller ("Die Akte Wehner" und "Herbert Wehner - Moskau 1937") greifen, für Herbert Wehners Zeit in Schweden ist das Buch von Michael F. Scholz am aufschlußreichsten.
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