"Himmel, Herrgott, Meer, Musik"
Bücher über den Jakobsweg gibt es inzwischen wie "Sand am Meer"! Ja, das weiß auch der Autor dieses Buches. Und - er hat auch niemals daran gedacht, mal selbst ein solches zu schreiben. Aber jetzt ist es doch passiert! Warum?
Die literarischen Ergüsse von Herbert Hirschler finden sich bisher in ca. 600 veröffentlichten Liedtexten wieder - quer durch den Gemüsegarten der Schlager- und Volksmusik. Ob Marianne und Michael, die Klostertaler, die Ladiner, das Nockalm-Quintett, Jazz Gitti, Francine Jordi, Antonia, die Stoakogler, Pfarrer Franz Brei, usw. - sie alle singen Texte "Made by Hirschi". Mit sieben Teilnahmen am Grand Prix der Volksmusik und neun Gold- bzw. Platinauszeichnungen ist er da gar nicht mal so unerfolgreich. Aber so ein Buch - das ist doch ganz was anderes ...
Und dann hat es ihn im Frühjahr 2010 auf den Camino de Santiago, den Jakobsweg nach Santiago verschlagen. Nicht einfach so - es war ein Traum, der schon seit vielen Jahren in ihm brannte. Und der irgendwann zur Realität werden sollte. Da 2010 jedoch ein "Heiliges Jahr" war, musste am Hauptweg, dem Camino Frances, mit "erhöhtem Verkehrsaufkommen" gerechnet werden. Daher suchte er nach Alternativen - und fand so SEINEN Weg - die Ruta del Norte.
Knapp eine Million Menschen waren 2010 auf den diversen Routen des Jakobswegs unterwegs, weniger als 10 Prozent davon auf der Küstenvariante. Diesen unglaublich schönen Camino kann man noch ungestört genießen - keine Spur von überfüllten Herbergen und endlosen Pilgerschlangen, die sich durch die Landschaft wälzen. Der Weg ist einzigartig, eine fast hochalpin anmutende Bergwelt wechselt sich in atemberaubender Weise mit schroffen Steilküsten und endlos langen Sandstränden ab.
Vor seiner Pilgerreise fand Herbert Hirschler bis auf einige Berichte im Internet und zwei Reiseführer in Buchform keine deutschsprachige Literatur, die ihm den Küstenweg näher bringen konnte. Während über den Camino Frances tausende Bücher geschrieben wurden, hat man auf die Ruta del Norte literarisch scheinbar völlig vergessen. Dieser Zustand soll hiermit beendet werden ;-)
Doch es sollte alles andere als ein trockener Reisebericht werden. Vielmehr hat er versucht, all seine persönlichen Eindrücke und Empfindungen in einer lockern und sehr authentischen Art zu Papier zu bringen - mit viel "Augenzwinkern" und jeder Menge Humor. Neben den alltäglichen Freuden und Leiden eines nicht wirklich durchtrainierten Pilgerneulings auf mehr als 1000 km durch den Norden Spaniens wollte er vor allem auch zeigen, welche seelische und körperliche Veränderung dieses "Runter vom Gas" bewirken kann.
"Himmel, Herrgott, Meer, Musik" kann mit zwei Besonderheiten aufwarten:
1. Es handelt sich um eine bisher noch kaum beschriebene Variante des Caminos, die jedoch in den nächsten Jahren ganz besonders "boomen" wird. Laut vielen persönlichen Gesprächen auf seinem Weg und unzähligen Berichten im Internet beklagen sich immer mehr Pilger über den "Massenansturm" am Hauptweg. Dieses Buch soll die Schönheit der Küstenalternative vermitteln und vor allem auch das "Runterkommen" vom Stress und der Hektik des Alltages beschreiben.
2. Herbert Hirschler hat einige seiner "Text-Kunden" gebeten, ihn mit kurzen Beiträgen zu unterstützen. So sind jetzt in "Himmel, Herrgott, Meer, Musik" die persönlichen Gedanken von einigen sehr erfolgreichen Interpreten der Schlager- und Volksmusik nachzulesen:
- Markus Wolfahrt (Klostertaler)
- Fritz Willingshofer (Stoakogler)
- Pfarrer Franz Brei
- Marianne und Michael
- Melanie Oesch (Oesch's die Dritten)
- Joakin Stuffer (Ladiner)
Natürlich fehlen auch seine eigenen Rückblicke nicht - Rückblicke in seine Welt der Musik. Viele der oft von tausenden Fans bejubelten "Superstars" entpuppen sich abseits der Bühne als ganz normale Menschen wie du und ich. So wie Andy Borg, Francine Jordi oder Markus Wolfahrt von den Klostertalern. Oder auch Pfarrer Franz Brei, der im Jahr 2009 mit dem höchsten je in Österreich erreichten Vorsprung die nationale "Grand-Prix der Volksmusik"-Vorentscheidung gewinnen konnte und durch den dritten Platz im internationalen Finale in München plötzlich über Nacht im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt wurde. Seine Produktionen erreichten den Gold und Platin-Status, er war neben Lady Gaga und Robbie Williams 15 Wochen in den Top-Ten der Verkaufscharts. Der Text zu seinem Siegerlied "Das Leben" stammt aus der Feder von Herbert Hirschler - und hat eine ganz besondere Entstehungsgeschichte, die natürlich in seinem Buch "Himmel, Herrgott, Meer, Musik" ebenfalls nicht fehlen darf.
Aber - wer nicht so wirklich an der Schlager- und Volksmusik interessiert sein sollte, kann natürlich die Vorteile eines Buches nutzen und diese Seiten einfach überblättern ;-)
Das Hauptthema des Buches ist natürlich SEIN Weg: 37 Pilgertage führten ihn vom französischen Grenzort Hendaye zunächst über den Camino de la Costa mehr als 700 km entlang der spanischen Atlantikküste bis nach Ribadeo. Danach ging es 200 km am Camino del Norte quer durch Galicien bis Santiago de Compostela und schließlich noch weiter bis zum "Ende der Welt", nach Finesterre. Als Draufgabe marschierte Herbert Hirschler dann zum "Auslaufen" noch nach Muxia, einem weiteren Heiligtum an der Atlantikküste. Laut seinen eigenen GPS-Aufzeichnungen marschierte er 1.100 Kilometer durch den Frühling Spaniens. 1.100 Kilometer, die er dazu nutzte, seinen Körper und seine Seele neu durchzustarten - und von 15 Kilo Körpergewicht und 1000 Tonnen Alltagsmist zu befreien.
Die Gründe für seine Pilgerschaft sind ebenso in dem Buch beschrieben wie viele der außergewöhnlichen Erfahrungen, Begegnungen und Glücksmomente, die er auf seinem Weg erleben durfte. Wie oben bereits erwähnt, ist dieser Küstenweg immer noch ein Geheimtipp für alle Pilger, denen am Hauptweg, dem Camino Frances, zu viel Trubel herrscht. Obwohl im Heiligen Jahr 2010 unterwegs, marschierte Herbert Hirschler großteils ganz alleine durch die wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft Nordspaniens. Es ging, immer entlang der Atlantikküste, durch verschlafene Fischerdörfer, aber auch hinauf in "schwindelnde" Höhen von über 500 m. Er pilgerte durch duftende Eukalyptuswälder und über tiefgrüne Wiesen, genauso wie auf glücklicherweise kaum mehr befahrenen Asphaltstraßen. Sein Camino führte durch spanische Großstädte und mittelalterliche Dörfer, er sah außergewöhnliche Bauten der spanischen Architektur, heruntergekommene Industrieanlagen, traumhaft gelegene Villen - und teilweise verfallen scheinende, aber trotzdem noch bewohnte Bauernhäuser am Land.
Der Leser erfährt unter anderem, wie es sich anfühlt, wenn einem plötzlich mehr als 500 Menschen begeistert zujubeln, die dann Sekunden später schwer enttäuscht erkennen müssen, dass sie eigentlich den spanischen Kronprinzen erwartet hätten. Oder wie plötzlich auftretendes Heimweh durch eine tierische Begegnung völlig verschwinden kann. Aber auch, dass das Wolkenverschieben gar nicht so schwer fällt, wenn man den richtigen Draht mal gefunden hat. Und - dass auch Männer weinen dürfen ...
Herbert Hirschler war nie der typische Jakobsweg-Pilger, der frühmorgens um 6 Uhr mehr oder weniger frisch und fröhlich die nächsten 30 Kilometer seines Weges nach Santiago in Angriff nimmt. Nur in äußersten Notfällen hat er die Herberge vor 9 Uhr verlassen. Und es kam auch vor, dass er sich anstatt einer Albergue doch ein Hotelzimmer genehmigt hat, um dort im heißen Wasser einer Badewanne ein kühles Bierchen zu genießen. Jedoch auch als kurzzeitiger "Pilgersnob" hat er sich eines nicht nehmen lassen: Er ist jeden Meter seiner Reise zu Fuß marschiert. Und er hat jeden Meter genossen!
Auch in spiritueller Hinsicht war der Camino jeden Schweißtropfen wert. Neue Freundschaften und unglaubliche "Zufälle" waren mehr als beeindruckend. Nenn' es Schicksal, Glück oder Gott - Herbert Hirschler hat sich auf dem gesamten Weg beschützt und geborgen gefühlt! Seine Blutgruppe auf dieser Pilgerschaft war eindeutig "A Dur - Jesusfaktor positiv". Aber jeder erlebt seinen Camino auf seine Art. Und das ist gut so!
Zum Abschluss noch einige persönliche Daten:
Herbert Hirschler
geb. 8.1.1965
wohnt in St. Johann / Österreich
verheiratet mit Monika, 2 Kinder - Christoph 21 Jahre, Sandra 19,5 Jahre
Hund Sandy
600 Musiktexte im Bereich der Schlager- und Volksmusik (Marianne und Michael, Fracine Jordi, Antonia, Marc Pircher, Jazz Gitti, Stoakogler, Pfarrer Franz Brei, Junge Zillertaler, Alpenoberkrainer, Nockalm Quintett, Klostertaler, Ladiner, Edlseer, Heimatlandecho ...)
Hobbies: Familie, Wandern, Laufen, Musik