Hm, wundert mich ja schon, das das zweite Album der Decemberists bisher noch gar keine Rezension hat.
In der letzten Dekade war es oft so, das Bands ein tolles Debut vorlegten, und danach gings dann gleich steil bergab. Bei den Decemberists ist das anders, von Album zu Album hielten sie ihre hohe Qualität, konnten sich teilweise gar steigern. "Her Majesty" folgte nur ein Jahr nach dem Debut und kann sich in jeder Note damit messen, ist möglicherweise sogar noch besser. Gleich der leicht progressive Opener "Shanty for the Arethusa" ist fantastisch, und wie schon auf dem Debut gibt es keine Lückenfüller, jeder Song packt und ist auf seine Weise einzigartig. Manche Stücke mögen nicht ganz so schnell ins Ohr gehen wie die des Debuts (das sollte in den kommenden Jahren auch so bleiben), dafür wird alles noch interessanter, man hat in jedem Moment das Gefühl, etwas besonderes zu hören. Anspieltipps: "The Soldiering Life" und "I was meant for the stage" (erinnert mich etwas an Donovan). Ehrlich, ich kann mich nie entscheiden ob nun das Debut oder "Her Majesty" besser ist.
Wer mal hier und da einen Song der Band gehört hat, oder nur ein Album besitzt sollte sich ganz schnell das Gesamtwerk zulegen. Eine konstantere Band hat es in den vergangenen 10 Jahren vielleicht nicht gegeben. Mit ihrem dritten Album, "Picaresque" sollten die Decemberists sich dann noch mehr von Mainstream entfernen (wenn "noch mehr" überhaupt noch möglich ist). Psych & Progressive Folk sollte noch größer geschrieben werden.