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Branaghs revisionistische Sichtweise des Shakespeare-Stücks ist brutal. Er verpackt das Ganze als Antikriegsgeschichte. Da gibt es herbe Nahaufnahmen von dreckigen, blutigen Männern und von ihm selbst als Henry: sein harter Mund und die willensstarken Augen sagen viel über diesen Krieg. Aber der Regisseur und Schauspieler sorgt auch für lichtere Momente. Die Szenen, in denen die französische Prinzessin Katherine (Emma Thompson) eingeführt wird, sind einfach köstlich. Spritzig, lustig, noch verstärkt von wunderbarer Beleuchtung und Thompsons blasser Schönheit sind diese Bilder der Prinzessin, die mithilfe ihrer Zofe versucht, so schnell wie möglich Englisch zu lernen, einfach bezaubernd.
Krönender Höhepunkt von Branaghs Adaption ist jedoch die Szene, in der ein benommener, erschütterter Anführer über das Schlachtfeld irrt und sich noch nicht einmal sicher ist, wer eigentlich gewonnen hat. Als König Hal einen toten Jungen (Christian Bale) durch die zerstückelten Körper von Engländern und Franzosen trägt, realisiert man, dass Branagh zum ersten Mal weitere Einstellungen gewählt hat: ein Panorama aus Blut, Schlamm und Tod. Stärker kann man sich nicht mehr gegen Kriegstreiberei aussprechen. --Rochelle O'Gorman
Kenneth Brannagh verfilmte mit Großbritanniens Schauspiel-Elite wortgetreu und bildgewaltig dieses packende Drama Shakespeares. Er wurde dafür mit einem Oscar sowie einem BAFTA-Award belohnt.
Durch einen Eklat und sein eingefordertes Erbrecht sieht sich Heinrich V. von England berufen, den Thron Frankreichs einzunehmen. Angestachelt durch ihren mächtigen und tapferen König ziehen die Truppen durch Frankreich. Bei der Stadt Agincourt soll es zur entscheidenden Schlacht kommen. Doch als die englischen Truppen vorwärts ziehen, lässt der französische Dauphin die im Lager Heinrichs zurückgebliebenen Soldaten hinterrücks ermorden. Diese schmähliche Tat kann Heinrich nicht auf sich beruhen lassen, er stellt sich persönlich dem französischen Truppenkommandeur zum Kampf.
Viele Filmepen schmücken sich allzu gern mit dem legendären Namen Shakespeares, doch wenige werden dem großen Namen auch nur im Ansatz gerecht. 1989 versucht sich der britische Schauspieler und Regisseur Kenneth Brannagh an dem monumentalen Schlachtenepos. Branagh schafft damit nicht nur einen optisch ansprechenden und tiefgreifenden Unterhaltungsfilm, es gelingt ihm auch Shakespeares Vorlage und den berühmten Dialogen gerecht zu werden. In gewohnt guter Ton und Bildqualität in 16:9, wahlweise deutscher und englischer Tonspur in Dolby Digital 2.0 (deutsche Untertitel sind ebenfalls verfügbar) sowie Extras wie Biografien, Trailer und einer Bildgalerie bietet Henry V mitreißende Unterhaltung vor dem Hintergrund des hundertjährigen Krieges.




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Den Film finde ich beeindruckend, da es ja hier keine Mantel&Degen-Produktion sondern eine Shakespeare-Verfilmung ist. Sprache, Inhalte und dramatische Schwülstigkeit entsprechen also nicht den Gewohnheiten durchschnittlicher TV-Gucker.
Umso mehr gefällt mir der Spagat zwischen Werktreue und Visualisierung, die erstklassischen Schauspieler und die Vielschichtigkeit von Shakespeare.
Die DVD ist leider enttäuschend. Bild und deutscher Ton sind so dürftig, dass ich Überspielung von Videoband vermute. Leider sind keine englischen Untertitel dabei, die die Verständlichkeit erhöhen würden, den sowohl die Tonqualität als auch die Sprache Shakespeare sind zu viel für mein Schul-Englisch.
Was mich wieder versöhnt, ist der inzwischen angemessene Preis. Für mittlerweile nur 6 Euro gibt es ein echtes Highlight der Filmgeschichte, welches zu einer ganzen Reine von Shakespeare-Verfilmungen von Branagh gehört, wohl aber zu deren besten gezählt werden kann.
Zur DVD:
endlich mal eine Shakespeare-Adaption, die man auf DVD mit englsicher Originalfassung bekommt (vgl. "Viel Lärm um nichts" oder "Verlorene Liebesmüh'", bei denen das nicht so ist)
das lässt dann die fehlenden Untertitel (wären halt manchmal doch ganz praktisch ; ) und den wirklich miesen Ton der deutschen Fassung verschmerzen.
Kapitelauswahl, ansonsten keine Extras, aber wollen unser Glück ja nicht gleich strapazieren ; )
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