Frankreich 1563. Heinrich IV, zweiter Sohn des katholischen Herzogs Anton von Bourbon mit der Johanna von Albretbei seiner Tante Suzanne de Bourbon-Busset bäuerlich im Schloss des Dorfes Coarraze auf, als Nostradamus ihm eine große Zukunft vorhersagt. Er heiratet Margot, die Tochter der Medicis, in Paris, doch in der Hochzeitsnacht kommt es zur berühmten Bartholomäusnacht oder "Pariser Bluthochzeit" und in den Straße von Paris sterben 3.000 Hugenotten.
Diese deutsch-französisch-österreichisch-spanischen Co-Produktion aus dem Jahr 2010 ist eine Verfilmung von Heinrich Manns Romanen
Die Jugend des Königs Henri Quatre und
Die Vollendung des Königs Henri Quatre. Wie es sich so oft mit Literaturverfilmungen verhält, vor allem, wenn es sich um sehr komplexe Romane handelt, ist ihnen oft in filmischer Form nur schwer zu folgen. Viele Personen, vielschichtige Handlung und oft werden einem Zusammenhänge nicht ganz klar, vor allem, wenn man nicht ganz firm ist, was die historischen Fakten angeht. Henri heiratet, flieht, führt Krieg, verliebt sich, heiratet eine Italienerin, die hasst ihn... Ein ganze Leben in 170 min mit vielen Personen, die kommen und gehen, bevor man sie richtig einordnen konnte. Für Heinrich VIII. (England) hat man sich mehrere Staffeln Zeit genommen hier soll man ein Leben in 3 Stunden erfassen und verstehen, das geht einfach nicht.
Komplexität in einem Film ist an sich nicht schlecht, der Film hat jedoch mehrere andere große Probleme. Zum einen die teils hölzerne Schauspielleistung (die man kaum als schauspielerische Leistung bezeichnen kann) einiger Darsteller, allen voran Armelle Deutsch als Margot, die ich kaum ertragen konnte in ihrer künstlichen, eher für das Theater, weniger für einen Film geeigneten Spielweise. Ein generelles Problem vieler deutscher Filme. Ein riesiger Cast und die 170 min Laufzeit machen die Handlung nicht gerade übersichtlicher. Die Überlänge, die Schlachten und vor allem einige extrem lächerliche Beischlafszenen machen den Film langatmig, so dass man ihn nicht am Stück erträgt und ihn sich auf mehrere Abende verteilen sollte.
Ich bin zweigespalten. Positiv an diesem Film ist, die für einen europäischen Film, besonders einen deutsche, sehr üppige Besetzung mit sehr stimmigen, hervorragenden Kulissen. Wunderbar düster und realistisch. Einige der Schauspieler, besonders Joachim Król sind wirklich sehr gut. Andererseits sind andere Darsteller wiederrum ganz schrecklich hölzern und man merkt, dass sie wohl eher aus dem Theater kommen und seltener vor der Kamera stehen. Die Handlung ist einfach zu langatmig, hat zu wenig Höhepunkte, plätschert vor sich hin. Das mag monumental sein, langweilt aber nach zwei Stunden ungemein und dann hat man immer noch eine weitere vor sich. Vielleicht hätte man einige Schlachten kürzen sollen, vielleicht hätte man einige Beziehungen besser herausarbeiten sollen, vielleicht liegt es aber auch einfach an der literarischen Vorlage, die damals einfach langatmig waren und heute teils regelrecht unlesbar bis tödlich langweilig sind.
Fazit: OK. Ein Monumentalfilm, gut gemacht, aber weder spannend, noch fesselnd noch unterhaltsam, möglicherweise, weil mir der historische Hintergrund fehlt.