Marcus Brühl schildert in seinem Roman die Geschichte des Siebzehnjährigen Henning. Henning ist schwul, lebt in einer Kleinstadt und sieht sich mit der Situation konfrontiert, dass er nicht auf Mädchen steht, seine Sexualität jedoch ausleben möchte. Über die provinzielle schwule Jugendgruppe lernt er den älteren Steffen kennen, seinen ersten Freund. Er erlebt Höhen und Tiefen seines neuen Lebens, verbunden mit allen Ängsten, Erfahrungen und Sehnsüchten eines Jungen, der sein Coming-Out durchmacht. Dies wird jedoch so gnadenlos witzig präsentiert, dass es eine Freude ist, den Helden dabei zu begleiten. `Henningstadt' ist ein in zwangloser Sprache geschriebener Roman, der seinen Helden ernst nimmt und das Thema nicht unnötig dramatisiert. Der Leser fiebert mit dem Protagonisten und erkennt sich an vielen Stellen wieder. Die Kleinstadt- und Familiensituation Hennings wird genauso detailgetreu wiedergegeben, wie sein Abstecher ins große Berlin, wo er Tete, der mit allen Weisheiten ausgestatteten, Tunte begegnet, die zugleich als Erzähler(in) der Geschichte fungiert. Ein Gute Laune-Buch, das wenn Friedrich der Kater seinen Auftritt hat, sogar so lustig wird, dass man sich vor Lachen biegen könnte. Absolut empfehlenswert.