Daß Kuba in Hemingways Leben und Werk eine große Rolle gespielt hat, wird niemand bestreiten wollen. Dennoch erscheinen die Zusammenhänge, die der Autor zwischen Hemingways Vita und dem Inselstaat konstruiert, von Fall zu Fall etwas zu gekünstelt - so, als ob ihm eher daran gelegen wäre, sämtliche Klischees zu erfüllen, die die Leser von Hemingway erwarten, als ein ernsthaft biographisches Element in diesem Buch unterzubringen.
Möglicherweise ist es aber auch gerade das, was den Reiz eines solchen Buches ausmacht: anschauliche Texte und wunderschöne Bilder (z.T. auch alte Fotos, Werbeplakate oder Postkartenmotive) laden zu einem virtuellen Spaziergang durch Hemingways Zeit und seine Welt auf Kuba ein, ohne den Leser durch allzuviel Tiefgang zu überfordern.
Ein schönes, unterhaltsames Buch zum Blättern und Schwärmen, jedoch ohne praktischen Nutzwert - der "Kleine Reiseführer" auf den letzten Seiten wird bei einer Kubareise schon allein aufgrund des Formates wahrscheinlich zugunsten eines "Polyglott" oder "Dumont" im Bücherregal bleiben - es sei denn, man kopiert sich die zehn Seiten heraus und geht damit dann auf "Papas" Spuren in die Floridita-Bar...