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Was Hemingway von Freud hätte lernen können: Das große Yalom - Lesebuch
 
 
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Was Hemingway von Freud hätte lernen können: Das große Yalom - Lesebuch [Taschenbuch]

Irvin D. Yalom , Hans-Joachim Maass
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (1. Oktober 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 344273097X
  • ISBN-13: 978-3442730971
  • Originaltitel: The Yalom Reader
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 11,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 42.581 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Irvin D. Yalom
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Yalom stellt die seltene Kombination eines Wissenschaftlers dar, der über die Gabe der Phantasie und Fabulierfreude verfügt." (San Francisco Chronicle )

"Yalom ist ein begnadeter Geschichtenerzähler." (Los Angeles Times )

Kurzbeschreibung

Das Besondere an Irvin D. Yalom war schon immer die Verbindung zwischen Lehren und Schreiben, zwischen Literatur und Psychoanalyse. Es gibt nur wenige seiner Zunft, die wie er in der Lage sind, eigentlich Hochwissenschaftliches populär dazustellen, ohne in sinnentstellende Verallgemeinerungen zu verfallen. In diesem Buch sind seine wichtigsten Texte zur Kreativität gesammelt. Die Großen der Weltliteratur - waren sie nicht auch die besten Menschenkenner, die interessantesten Analytiker und Philosophen? Anhand einer Vielzahl von Beispielen erkundet Yalom, was die Werke bedeutender Literaten über die Grundfragen menschlichen Seins offenbaren: über Einsamkeit und Trauer, Liebe und Freiheit.



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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
85 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Im Englischen heißt dieses Buch einfach: "The Yalom Reader." Und genau das ist es auch: Ein Yalom Lesebuch. Etwa zwei Drittel machen Auszüge aus anderen Büchern Yaloms aus, nämlich Kapitel aus "Jeden Tag ein bisschen näher", "Die Liebe und ihr Henker", "Und Nietzsche Weinte", "Die rote Couch" sowie aus seinen beiden theoretischen Büchern über Psychotherapie. Dazu kommt ein bisher auf Deutsch unpublizierter Aufsatz über Hemingway. Das andere Drittel besteht aus einführenden und erklärenden Kommentaren zu eben diesen Büchern. Für den Yalom Neuling ist das eine feine Sache. Mit dem Yalom Reader erhält er einen guten Überblick über das bisherige Schaffen Yaloms (ausgenommen das Schopenhauer Buch) und über seine zentralen Themen: Therapie als heilsame Begegnung, die Fokussierung auf das "Hier und Jetzt" oder die existenzphilosophische Orientierung.

Wer die genannten Bücher schon kennt, muss sich darauf einstellen, dass nur die Einführungen für ihn neu sind, die sich noch dazu teilweise mit einzelnen Passagen aus dem "Panamahut" überschneiden. Umgekehrt: Wer mehr über die Hintergründe der Yalomschen Romane und ihre zeitgeschichtlichen, berufspolitischen oder autobiographischen Motive wissen will, kommt um das Lesebuch nicht herum. Hier erfährt man z.B. dass die (scheinbar) bizarre Kontroverse in der "roten Couch" um die Zulässigkeit anal-ödipaler Deutungen einen realen Hintergrund in der Kontroverse um Masud Khan hat, der auch tatsächlich wie Seth Pande im Roman von der Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen wurde.

Im Vorwort zum Nietzsche Kapitel erfährt man manches über die Konzeption des Romanes als "pädagogischen Roman" und über Yaloms generelle Nietzsche-Rezeption. Für Yalom ist Nietzsche in erster Linie ein zu wenig gewürdigter "Vorläufer" der Psychotherapie. Eines der Ziele des Romanes sei es daher gewesen, diese "Vorarbeiten" Nietzsches darzustellen und zu würdigen. Ein anderes, schriftstellerisch durchzuspielen, ob und wie eine Psychotherapie Nietzsche hätte helfen können. Es zeigt sich aber im Vorwort wie im Roman selbst, dass Yalom alles Widersprüchliche, Widerspenstige und Irritierende am Werk Nietzsches konsequent ausblendet, um ihn so zu einem Vorläufer einer sozial-humanistischen Therapeutengeneration machen zu können. Das "Amor fati" Motiv zitiert Yalom immer wieder, das "Lebe gefährlich" oder "Raubtier" Motiv nie: "Baut eure Städte an den Vesuv! Schickt eure Schiffe in unerforschte Meere! Lebt im Kriege mit Euresgleichen und mit euch selber! Seid Räuber und Eroberer, solange ihr nicht Herrscher und Besitzer sein könnt, ihr Erkennenden!" (FW: KSA, 526)

Einer der immer am Vesuv gebaut hat, in unerforschten Meeren gefischt hat und im Krieg gelebt hat, war Hemingway. Was Yalom bei Nietzsche ausblendet, seziert er bei Hemingway: die Kriegsbegeisterung, das Fehlen jeglichen sozialen Engagements, die "unreife", zwischen Verachtung und Hingabe schwankende Liebe zu Frauen. Sogar Hemingways Neigung zu "menage a trois" Konstellationen findet eine auffallende Parallele im Leben Nietzsches. Und noch eines haben die beiden gemeinsam: Ihre Abneigung gegenüber "Helfern". Yalom schreibt, dass es für Hemingway die größte Demütigung gewesen sei, am Ende seines Lebens wegen schwerer Depressionen (mit psychotischen Elementen) auf psychiatrische Hilfe angewiesen gewesen zu sein. Es ist interessant, dass Yalom diese Wechselbezüge mit keinem Wort anspricht. Nietzsche wird so "Vorläufer", Hemingway "Fallstudie", obwohl es genauso gut anders rum sein könnte.

Vielleicht wären ein therapierter Nietzsche oder Hemingway ausgeglichenere Menschen gewesen. Werden aber "Also sprach Zarathustra" oder "Der alte Mann und das Meer" von ausgeglichen Menschen geschrieben? Yalom gibt darauf keine Antwort. Nietzsche schon: "Er will helfen und denkt nicht daran, dass es eine persönliche Notwendigkeit des Unglücks gibt, dass mir die Schrecken, Entbehrungen, Verarmungen, Mitternächte, Abenteuer, Wagnisse, Fehlgriffe so nötig sind, wie ihr Gegenteil." (FW, KSA, 566)

Summa summarum: Man könnte darüber mäkeln, dass der treue "Yalom Fan" um den Preis eines ganzen Buches quasi nur ein 1/3 Buch erhält. Umgekehrt ist der Preis so günstig und das "Bonusmaterial" so interessant, dass es sich allemal auszahlt.
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135 von 145 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Resümee eines Lebens 27. Oktober 2003
Von isy3 TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Irvin D. Yalom ist namhafter amerikanischer Psychologe und hat sich, beginnend mit dem Schreiben von Lehr- und Sachbüchern, nach und nach zu einem erfolgreichen Romanschriftsteller entwickelt. Diesen Weg erklärt und begründet er in diesem Buch, und der Leser gewinnt dabei viele neue philosophische, literarische und psychologische Erkenntnisse mit Tiefgang.

Yalom bringt Literatur und Psychologie zusammen und zeigt, wie die beiden Disziplinen voneinander lernen und sich gegenseitig bereichern können. Der besondere Ansatz von Yaloms Thesen schöpft daher zum einen aus literarischen Quellen und zum anderen aus Yaloms Erfahrungen in seiner psychotherapeutischen Praxis. Das Ergebnis ist ein originelles Querdenkerbuch, dessen menschliche Aussagen mir auf den ersten Blick einleuchteten.

Stimmigkeit im Handeln und in der Entwicklung der Charaktere können viel zum Erfolg eines Romanes beitragen. Wenn darin aktuelle oder zeitlose menschliche Existenzprobleme behandelt werden und die Charaktere psychologisch nachvollziehbar handeln, ist die Glaubwürdigkeit eines literarischen Werkes gegeben. Viele Menschen fühlen sich davon angesprochen, das Buch hat sie bewegt. Auch der Schriftsteller selbst ist nicht immer innerlich frei und schleppt psychologische Lasten mit sich herum, was man seinem Werk mit etwas Fachwissen anmerken kann. Am Beispiel Hemingways fördert Yalom interessante neue Erkenntnisse zu Leben und Werk des berühmten amerikanischen Autors zutage.

Das Gleiche gilt auch umgekehrt. Die Kenntnisse der Literatur können dem Psychologen helfen, seine Patienten besser zu verstehen und ihnen zu helfen, weil existenzpsychologische Themen wie Angst vor dem Tode, Liebeskummer, Besessenheit, Fehleinschätzungen der Realität, Schwierigkeiten mit dem Erwachsenwerden und vieles mehr schon lange vor der Entwicklung der Psychologie in literarischen Werken erkannt und beschrieben wurden.

Dieses Buch möchte ich vergleichen mit einem reifen "Best of" - Album. Der Autor zieht ein Resümee der Tätigkeit seines Lebens. Er beschreibt rückblickend, wie er zum Schreiben kam und bringt dazu wesentliche Auszüge aus verschiedenen seiner Bücher, die er auch kommentiert. Ich empfehle das Buch vor allem denen, die noch nichts von Irvin D. Yalom kennen und überlegen, ob sie vielleicht mehr von ihm lesen möchten. Das wird nach der Lektüre diese Buches der Fall sein; denn Yalom schreibt unterhaltsam, psychologisch stimmig und hat ein enormes literarisches Wissen verbunden mit tiefem menschlichem Verständnis.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Literatur und Psychologie 11. Februar 2010
Format:Taschenbuch
Die Themen, die uns im Leben wirklich beschäftigen, die uns an die Nieren gehen, die uns stark oder schwach machen können, sie alle werden in der Literatur verhandelt. Das weiß Irvin D. Yalom natürlich genau. Und dieses Wissen bildet die Grundlage seines hervorragenden Buches, in dem es um Tod und Leben, Adoleszenz, Krankheit, Liebe und Irrsinn geht, also um alles, was auch Schriftsteller gern beschäftigt (und oft zu Höchstleistungen anspornt). Wenn Yalon in seinen bisherigen Büchern immer nur Teile dieses Komplexes behandelt hat, so fasst er jetzt gewissermaßen seine Erkenntnisse zusammen und katalogisiert sie. Heraus kommt ein ungeheuer dichtes, interessantes und lehrreiches Werk über die Zusammenhänge von Literatur und Psychologie und die vielfältigen Einflüsse, die die beiden Bereiche aufeinander haben. Ausgesprochen lesenswert!
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