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Helmut Schmidt. Ein Leben für den Frieden
 
 
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Helmut Schmidt. Ein Leben für den Frieden [Gebundene Ausgabe]

Michael Schwelien
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe; Auflage: 1. Aufl. (6. Oktober 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455094090
  • ISBN-13: 978-3455094091
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 835.645 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Michael Schwelien
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In der Wahrnehmung vieler hat Helmut Schmidt seine wahre Größe erst nach seinem Sturz aus dem Kanzleramt als Elder Statesman entfalten können. Dabei sind die politischen Erfolge seiner Kanzlerschaft alles andere als unbeachtlich. Als eine seiner größten Leistungen wertet Schwelien in seiner lesenswerten Biografie die Wegebnung für die gemeinsame europäische Währung. Gemeinsam mit Giscard D'Estaing nämlich war Schmidt es gewesen, der mit der Umrechnungseinheit ECU den Vorläufer des Euro auf den Weg gebracht hatte. Auch dies verstand der Nachfolger Willy Brandts als Arbeit am Frieden.

Überhaupt: Schwelien zeichnet Schmidt vor allen Dingen als Friedenspolitiker, obwohl der Weg, den er um des Friedens willen zu gehen für notwendig ansah, entschieden ein anderer als der war, den die Friedensbewegung und viele seiner politischen Weggefährten Anfang der 1980er-Jahre gehen wollten. Für diejenigen, die damals zu Hunderttausenden gegen den von ihm eingefädelten NATO-Doppelbeschluss auf die Straßen gingen, hat Schmidt noch heute -- und heute erst recht -- nicht viel mehr als Häme übrig.

Gleichwohl werden ihm auch die Gegner von einst zu Gute halten müssen, dass er seine tief empfundenen Überzeugungen niemals den Mehrheitsverhältnissen geopfert hat. Lieber hat er sich als bislang einziger Kanzler mit einem konstruktiven Misstrauensvotum aus dem Amt jagen lassen, als von seiner festen Überzeugung abzurücken. Doch nicht nur in der Frage nach der geeigneten Antwort auf die sowjetischen SS-20-Raketen hat er Konsequenz bewiesen, sondern auch gegenüber der Bedrohung der Republik durch den RAF-Terrorismus. Als eine der schwersten Entscheidungen seiner Amtszeit darf nach wie vor die bewaffnete Befreiung der Geiseln von Mogadischu gelten.

Seit langen Jahren ist Helmut Schmidt nun schon Herausgeber der Zeit. Und ebenso lange hatte Michael Schwelien immer wieder Gelegenheit, den ehemaligen Bundeskanzler aus der Nähe zu beobachten und ihm auch persönlich näher zu kommen. Als nicht selten "äußerst ruppig" und manchmal auch "arrogant" hat er Schmidt in dieser Zeit erlebt. Aber auch als verbindlich und immer absolut verlässlich. Als im wahrsten Sinne veredelnd auf den Charakter des Hanseaten hat, wie dieses Buch ein weiteres Mal belegt, seine Frau Loki gewirkt, weshalb der Autor mit dem Altkanzler zugleich ein Stück weit auch sie porträtiert hat. Und dies ist ihm wie der Rest auf das Beste gelungen. --Andreas Vierecke

Kurzbeschreibung

Unbestritten war Helmut Schmidt einer der fähigsten Kanzler, die Deutschland je hatte. Er galt zu Recht als nüchterner Pragmatiker, der sich selbst den "leitenden Angestellten des Unternehmens Bundesrepublik Deutschland" nannte.
Schmidt nahm im "Deutschen Herbst" gegenüber der RAF eine unnachgiebige Haltung ein, die am Ende zur Bezwingung der Terroristen führte. Als Initiator des Doppelbeschlusses der Nato, der Verhandlungen mit der Sowjetunion über ihre Atomwaffen und die gleichzeitige Stationierung neuer amerikanischer Raketen in der Bundesrepublik vorsah, machte er sich viele Menschen zu Gegnern. Am Ende aber führte seine Strategie zur Abrüstung auf beiden Seiten. In Wahrheit war Schmidt von dem Gedanken besessen, unter allen Umständen den Frieden zu bewahren. Er hasste den Krieg, weil er ihn - als junger Offizier der Wehrmacht, der seine jüdische Abstammung verheimlichen musste - durchlitten hat.
Schmidt, Jahrgang 1918, hat seine Abneigung gegen die 68er nie verhehlt. Dennoch hat er Michael Schwelien, der zu dieser Generation gehört, viele Stunden Interviews über sein Leben und Einsicht in sein Privatarchiv gewährt. Und Loki Schmidt lieferte dem Autor viele persönliche Einblicke. So konnte er, der den Altkanzler auch seit zwanzig Jahren regelmäßig in den Redaktionsräumen der Zeit erlebt, die erste unabhängige Schmidt-Biografie aus der Nähe schreiben, die spannende Vita eines Mannes, der die Politik in explosiven Zeiten durch manch gefährliche Krise gesteuert hat.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Durchschnittsbiographie 19. Oktober 2003
Von Bernhard Nowak TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Mit Spannung habe ich auf die neue Biografie von Helmut Schmidt gewartet, da ich zuvor die Biographien von Steffahn (Rowohlt, 1990) und Rupps (Hohenheim, 2002) mit Interesse gelesen habe. Um es vorweg zu sagen: die vorliegende Biographie ist spannend geschrieben und zu lesen, reicht aber an die beiden anderen in keinster Weise heran. Die Lebensgeschichte von Helmut Schmidt wird auf 370 Seiten dargestellt, wobei der Autor sowohl Helmut als auch Loki Schmidt interviewt hat. Sie konzentriert sich - im Gegensatz zu Martin Rupps - stärker auf Ereignisgeschichte, wobei meines Erachtens jedoch gerade die Zeit seiner Kanzlerschaft mit 57 Seiten zu knapp abgehandelt wird. Die - von Rupps eindrucksvoll herausgearbeiteten - philosophischen Grundlagen, Helmut Schmidts Politikverständnis, seine Vorbilder Marc Aurel, Kant, Popper, werden zwar - äußerst knapp auf 10 Seiten (!!!) im Kapitel: "Bracher lesen und studieren" angerissen, jedoch ohne Folgerungen. So leidet etwa das - sehr reportagenhaft geschriebene - Kapitel über den Terrorismus, die Schleyer-Entführung und die Geisel-Befreiung in Mogadischu - genau daran, dass Schmidts Haltung, den Terroristen nicht nachzugeben, nicht genügend philosophisch reflektiert wird - verwiesen wird lediglich auf Gespräche mit seiner Frau und befreundeten Schriftstellern. Das Kapitel - Quellen hierzu sind insbesondere die Biographie Peter-Jürgen Books und der Fernsehfilm von Breloer - liest sich zwar spannend wie ein Krimi, bleibt aber, da das Politikverständnis Schmidts, welches zu der Entscheidung führte, den Terroristen nicht nachzugeben, unbefriedigend. Hier findet sich meines Erachtens bei Rupps und Steffahn viel mehr. Auch die Umstände der "Wende" werden äußerst kursorisch - auf 18 Seiten (S. 240-258) abgehandelt. Während bei Rupps die Ereignisgeschichte zu kurz kommt bzw. nicht genügend strukturiert erscheint, habe ich beim Lesen dieser Biographie das Gefühl gehabt, der Ereignisgeschichte werde zu großer Raum eingeräumt, wobei jedoch im Stil einer journalistischen Reportage (die für ein Dossier gut gelungen wäre) die Hintergründe der Entscheidungen eindeutig zu kurz kommen.

Jede kritische Analyse der Politik oder Person Schmidts fehlt, wenn auch Schmidts Abneigung der Studentenbewegung oder seine Unterschätzung der aufsteigenden Friedensbewegung, die dann in die Partei der "Grünen" münden sollte, mit Fehleinschätzungen Schmidts begründet wird.

Welches sind die Grundlagen der Politik Schmidts? Worin lag sein Politikverständnis? Diese grundlegenden Fragen, die in den Biographien von Steffahn, Rupps und auch in dem biographischen Abriss von Marion Gräfin Dönhoff über Helmut Schmidt in: "Deutschland, Deine Kanzler" ausführlich eingegangen wird, gibt es keine Antwort.

Dies gilt auch, wenn man die verwendeten Quellen einmal miteinander vergleicht. Schwelien benennt in seiner "Auswahlbiographie" ganze 15 Titel - bei Rupps umfasst die verwendete Literaturliste alleine 47 Seiten.

Fazit: eine spannend geschriebene aber viel zu oberflächliche Durchschnittsbiographie , die aber an andere Schmidt-Biographien wie die von Steffahn und Rupps nicht heranreichen kann.

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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "lukian1"
Format:Gebundene Ausgabe
Angeregt durch eine Sendung an Helmut Schmidts 85ten Geburtstag, wollte ich mehr über diesen Mann wissen. Schweliens Biographie hat mich in vielerlei Hinsicht nicht befriedigt. Leider konnte ich mich mit Schweliens Schreibstil auch nicht richtig anfreunden; seine Sprache bleibt die so vieler Journalisten: Mittel zum Zweck, mehr nicht. Mühsam sind meiner Meinung nach die Rückstaus, die Schwelien vornimmt (z.B. handelt er das Terroristen-Kapitel ab, nachdem Schmidt bereits gestürzt worden war): erstens ist der Leser gar nicht darauf gefasst, zweitens wird eine Zeit aus ihrem Gesamtkomplex gerissen; meines Erachtens auch ein total unötiger Kniff.
Kurzum: Das Buch ist eine Enttäuschung; Schwelien sollte vielleicht lieber beim Zeitungsjournalismus bleiben.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Biographien über Politiker sind immer politische Biographien und werden deswegen auch politisch bewertet, d.h. jemand, der Entscheidungen gut findet, will sie auch in einer Biographie verständnisvoll dargestellt wissen u.u.
Wie soll man also überhaupt eine Politiker-Biographie bewerten? Erschwerend kommt hinzu, dass die Entscheidungen, um die Helmut Schmidt und ganz Deutschland am meisten gerungen hat, keineswegs Geschichte sind, denn beispielsweise werden nach wie vor Deutsche von Terroristen entführt und der Staat erpresst.
Wer sich diese Biographie kauft, sollte wissen, dass Michael Schwelien der Politik von Helmut Schmidt vermutlich wohlwollend gegenüber steht. Und viele seiner Entscheidungen kann man nach der Lektüre besser verstehen als erklären - während Gegner sich das Gegenteil wünschen.
Unabhängig von der politischen Position, mit der ich selbst gut leben konnte, die man aber eigentlich nicht bewerten kann, sind mir zwei Stärken aufgefallen: erstens die Erzählweise, zweitens der persönliche Blick auf den Menschen Helmut Schmidt.
Die Erzählweise ist teilweise zwar durch die gewöhnungsbedürftige Chronologie auf den ersten Blick irritierend, weil man am Anfang den Eindruck hat, etwas zu verpassen. Aber letztlich hatte ich den Eindruck, dass wirklich alles, was ich wissen wollte, vorhanden war und alles, was mich nicht interessiert auch nicht vorkam. Da ich politisch nicht besonders interessiert bin und Helmut Schmidt als Person mich sehr fasziniert, passt dieser Eindruck nicht schlecht zu den vorangehenden Rezensionen, denen die Politik etwas zu kurz kamen. Das Buch ist unglaublich gut geschrieben und stellt eine ausgesprochen entspannende Abendlektüre dar.
Die persönliche Sicht kommt sicher nicht zuletzt durch die vielen persönlichen Gespräche zustande, die der Autor mit dem Ehepaar Schmidt führte. Auf diese Weise gelingt ihm ein Portrait, in dem neue Facetten auftauchen und gerade das dürfte eine der Stärken der Biographie sein. Dass Helmut und Loki Schmidt sich im Interview so offen über ihr Leben geäußert haben, liegt sicher nicht zuletzt daran, dass sie ebenso wie der Leser merkten, dass Herr Schwelien sie mit großem Anstand behandelt. Dazu zählt für mich nebenbei bemerkt auch, dass man sehr zurückhaltend mit psychologischen und philosophischen Deutungen ist und versucht, jemanden zunächst einmal beim Wort zu nehmen. Die Gründe für die Entscheidung in der Mogadischu-Entführung werden nicht über Umwege gesucht, sondern zitiert. Schmidt hat eine Reihe von Gründen, mit denen er seine Mitarbeiter von seinem Vorgehen überzeugt hat und die in meinen Augen noch heute wert sind gelesen zu werden - upps, das war jetzt doch politisch, kommt in den besten Familien vor :-)

Aber die vielleicht größte Leistung von Herrn Schwelien bestand für mich darin, wie er die schwierige Balance jeder Biographie gehalten hat einerseits nicht die eigenen Urteile damit zu überfrachten, andererseits nicht die Person zu glorifizieren. Man erhält einen sehr persönlichen Blick auf einen Menschen, der nie viel Persönliches von sich gezeigt hat und kann sich ein eigenes Bild von seinen Entscheidungen machen ohne viele Deutungen vorgelegt zu bekommen. Und das ist wie gesagt in meinen Augen gerade eine Stärke dieser wie auch jeder anderer Biographie.
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