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Helmut Schmidt: Die Biographie
 
 

Helmut Schmidt: Die Biographie [Kindle Edition]

Hans-Joachim Noack
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Zunächst wundert man sich – gelinde gesagt. Helmut Schmidts Leben, abgehandelt auf mageren 300 Seiten, während sein schwergewichtiger Nachfolger aus der Pfalz bereits am vierten Erinnerungsband werkelt? Wie geht so etwas? Nun ja, auch hier zeigt sich eben der gewaltige Unterschied. Dort die ausufernde Selbstbetrachtung- und beweihräucherung, das Festklammern an jedem noch so bedeutungslosen Fitzelchen im politischen Wirken. Hier hingegen ein gestandener Journalist und Schmidt-Vertrauter wie Hans-Joachim Noack, der – in dieser Hinsicht dem Altkanzler nicht unähnlich - auf schmückendes Beiwerk verzichtet und die Eckpfeiler eines politischen Lebens einrammt. Ohne dabei unscharf zu werden. Eine Verknappung, die an Größe gewinnen lässt.

Klar, ein Fast-Jahrhundert an Lebenszeit derart einzudampfen, fordert Abstriche. Allein die Ereignisse des Deutschen Herbstes 1977 und das Dramenfeld Mogadischu – Schleyer – Stammheim. Über diesen Strudel, der den damaligen Kanzler fast an den Rand des moralischen und politischen Kollapses brachte, hätte man gerne mehr gelesen. Zu diesem Zeitpunkt hat Noack bereits eine beträchtliche Wegstrecke hinter sich gebracht. Die „Jugend und Soldatenzeit“ des 1918 Geborenen. Der preußisch zugeknöpfte Vater. Mitschülerin Lokis unterprivilegiertes Elternhaus, das erste Gerechtigkeitsfragen in Schmidt aufkeimen lässt. Hamburg im Zeitkolorit der Weimarer Republik, ein Bild, das Noack meisterlich skizziert. Schließlich der Zweite Weltkrieg und die frühe Erkenntnis einer unschlagbaren „Weltkoalition“, die sich dem Machtrausch der Nazis in den Weg stellen würde. Gedanken eines (noch) Unpolitischen.

Erste Weihen dann, als ein Hamburger Innensenator sich während der großen Sturmflut 1962 zum Krisenmanager emporschwang. Fortan genießt der Allerweltsname Schmidt bundesweit Gültigkeit. Die Troika Wehner-Brandt-Schmidt. Der Rücktritt Brandts, Lichtgestalt der Ostpolitik und (deswegen?) ewiger Dorn im Auge Schmidts, der sich im eigenen Lande stets unterbewertet fühlte. Die moralisch kaum fassbare Entscheidung des Kanzlers Schmidt, Schleyer zu opfern. Der NATO-Doppelbeschluss, der ihn in den eigenen Reihen am Ende fast zur Unperson werden ließ. Noack liefert das Porträt eines Workaholics, der in seiner aktiven Laufbahn als arroganter Besserwisser verschrieen war. Doch trotz besten Willens und Kenntnisreichtums will es auch ihm nicht gelingen, zum innersten Kern dieses notorisch Verschlossenen vorzudringen. Eines Menschen, Politikers und gesegneten Rauchers namens Schmidt, den Partei und Volk erst relativ spät verstehen und lieben lernten – und die ihn heute schmerzlich vermissen. –Ravi Unger

Kurzbeschreibung

Auch jenseits seines 90. Geburtstags findet weit über Deutschlands Grenzen hinaus seine Stimme Gehör, sein Urteil als Elder Statesman und moralische Instanz hat Gewicht – Helmut Schmidt setzt immer noch Maßstäbe. Aber was hat ihn geprägt? Was treibt ihn unermüdlich an? Und was bewegt den Menschen hinter dem Mythos? Hans-Joachim Noack, langjähriger Politikchef des SPIEGEL und unter den politischen Journalisten einer der wenigen Vertrauten des Altkanzlers, hat dessen Karriere über Jahrzehnte aus nächster Nähe verfolgt. Ein schillerndes Lebensporträt und zugleich eine Zeitreise durch neun Jahrzehnte deutscher Geschichte.

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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nichts Neues über Schmidt 9. Oktober 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Der von der Amazon-Redaktion beschriebene erste Eindruck ist der richtige: ein mageres Buch. Für den politisch Interessierten, der sich mit der Geschichte der Bundesrepublik recht gut auskennt, bietet die Biographie nichts Neues. Er wird das Buch als eine Zusammenfassung dessen ansehen, was oft schon in den Medien über Helmut Schmidt zu erfahren war. Was man sich dagegen eigentlich von einer Biographie erhofft - den Blick hinter die Kulissen und unter die Oberfläche - liefert Noack nicht. Insofern muss man das Buch, das sich allzu großtuerisch "Die Biographie" nennt, leider als oberflächlich bezeichnen.

Nützlich ist das Werk dagegen für die mit der deutschen Nachkriegspolitik wenig vertrauten Leser. Wer von Helmut Schmidt noch nicht viel gehört hat, findet hier eine gute Einführung in sein Leben. Allerdings sollte er dieser Schmidt-Biographie dann bald Politiker-Biographien anderer Parteien folgen lassen, da Noack über Schmidt mit wenig kritischer Distanz schreibt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian Bleis VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Eine Biografie soll ein Leben dokumentieren. Helmut Schmidt ist eine der schillerndsten deutschen Figuren der letzten 100 Jahre, so dass man viel erwartet von einer Biografie über ihn. Hans-Joachim Noacks vollkommen unangemessen als "Die Biografie" - tituliertes Buch erreicht diesen Anspruch bei weitem nicht.

Auf etwas mehr als 300 Seiten wird von dem Weggefährten Schmidts zumeist nur Altbekanntes präsentiert. Es beschäftigt sich fast ausschließlich mit der politischen Seite des Alt-Kanzlers und hier vor allem mit der Zeit an der SPD-Spitze zwischen 1965 und 1982. Basis dieser Biografie sind zumeist nur dokumentierte Medienberichte, Reden oder Biografien von Weggefährten, die der Autor zumeist im Konjunktiv zu interpretieren versucht. Eigene Interviews mit Zeitgenossen, Freunden oder Bekannten hat der Autor anscheinend nicht geführt. So entsteht zwar ein stark zusammengefasstes Abbild von Helmut Schmidts Schaffen, aber ein Einblick in die Person Helmut Schmidt erreicht man so nicht. Die Beschreibungen bleiben insgesamt grobkörnig und oberflächlich. Dazu kommt ein Schreibstil, der zu altbackenen Fremdwörtern neigt.

Das private Leben von Helmut Schmidt bleibt fast vollkommen außen vor. Seine Frau Loki beispielsweise wird nur in Nebensätzen erwähnt, seine Tochter Susanne in einem Bild und sonst so gut wie gar nicht. Erst im letzten der 10 Kapitel will der Autor "Zur Person" kommen und sich vor allem mit Fragen, die sich mit dem Seelenleben Schmidts beschäftigen, befassen. Doch außer stereotyper Einordnungen und unangemessene Analogien zur griechischen Mythologie (Loki und Helmut Schmidt werden in einem Halbsatz mit Philemon und Baucis verglichen, ohne auch nur einen weiteren Satz der Erklärung) erfährt der enttäuschte Leser nichts.

Vorliegendes Buch ist keine Biografie im eigentlichen Sinne sondern eher ein stark zusammen gerafftes Abbild der politischen und öffentlichen Person Helmut Schmidt.
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36 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
War einem Unnahbarem zu nahe 14. September 2008
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die Lektüre dieser Biografie weckte in mir das unangenehme Kindheitserlebnis, im schön eingepackten Weihnachtsgeschenk ein neues Pyjama statt der gewünschten Lokomotive für meine Modelleisenbahn vorzufinden. Sieht man von den letzten zwanzig Seiten ab, so hat man das Gefühl, Hans-Joachim Noack präsentiere einfach nochmals die politischen Ränkespiele der Ära Schmidt. Die zur Garnitur servierten Fragen und kleinen Exkurse können nicht verhindern, dass man unruhig vor einem faden Neungänger sitzt und sehnsüchtig auf die Nachspeise wartet. Doch die kommt viel zu spät und ist schliesslich auch keine echte Überraschung. Sie erklärt allenfalls, warum es in der Küche an kreativen Köchen mangelt. Mit den Worten von Siegfried Lenz gesprochen: "Je öfter sich einer an seiner Seite aufgehalten hat, desto schwerer fällt es ihm den Altkanzler zu charakterisieren." Das trifft auf den Autor dieser Biografie leider ebenso zu wie auf andere Weggefährten.

An falsch verpackte Weihnachtsgeschenkte erinnerte mich diese Biografie, weil es unglaublich spannend wäre, den Eigenheiten eines Charakters auf die Spur zu kommen, der für das Nachkriegsdeutschland nicht untypisch ist. Helmut Schmidt, dessen Heiligenschein mit jedem Jahrring noch wächst, wird inzwischen als der weise Deutsche schlechthin gehandelt. Und der geringste Zweifel an diesem Mythos wird als Gotteslästerung verstanden. Er habe nie etwas aus dem Bauch heraus getan, behauptet Helmuth Schmidt selbst im neunzigsten Altersjahr noch. Daran darf und muss er glauben, um sein Selbstbild aufrecht zu erhalten. Doch mit der viel beschworenen Rationalität des Altkanzlers hat ein solcher Glaube im 21. Jahrhundert definitiv nichts zu tun. Weder er noch sein Chronist würde einen renommierten Neurowissenschaftler oder Psychiater finden, der ein solches Bild menschlichen Verhalten absegnet. Damit will ich nicht propagieren, eine Biografie müsse ein psychoanalytischer Schlussbericht sein. Behüte, aber sie müsste Geschichten erzählen, die dem Leser Einblicke in die Seele eines Menschen ermöglichen. Ohne Anspruch darauf, solche Bilder müssten die Wahrheit wiedergeben. Aber weil Dargestellter und Darstellender am Mythos festhalten, menschliches Verhalten werde von der Vernunft gesteuert, wird diese Berichterstattung eines so bedeutenden Politikerlebens zwangsläufig langweilig. Ausser man interessiere sich brennend dafür, wer wann wo mit wem welche Klungelei ausheckte.

Das Konzept dieser Biografie führte automatisch dazu, dass ich kaum etwas darüber erfuhr, was den Altkanzler in seinen frühen Jahren prägte. Und selbst über seine Zeit in der Wehrmacht weiss der Hans-Joachim Noack nur zu erzählen, was eifrige Zeitungsleser schon lange wissen. Der aussergewöhnlich starke Drang von Helmut Schmidt, seine Umwelt zu belehren, ist mehr als nur anekdotisches Beigemüse, sondern beeinflusste sein Leben ebenso wie seine Politik. Ohne die vielen Geschichtsklitterungen moralisch verurteilen zu wollen, hätte mich interessiert, wo sie dienlich und wo schädlich waren. Gehören solche Verhaltensmuster zum notwendigen Rüstzeug der Politik und der Nachkriegsgeneration? Sind sie allgemein menschlich und kommen im Rampenlicht der Politbühne einfach besser zum Vorschein? Wieso sammelt Helmut Schmidt jedes nur erdenkliche Dokument seines politischen Lebens, gestattet Aussenstehenden aber nicht den flüchtigsten Blick auf sein hermetisch versiegeltes Archiv privater Ereignisse? Und warum erhebt ihn die Öffentlichkeit in den letzten Jahren zur deutschen Lichtgestalt, obwohl er sie über so vieles im Dunkeln lässt? Kurz: Auf die Fragen, die mich interessiert hätten, gibt diese Biografie keine Antworten. Oder was man noch als Antworten verstehen könnte, wird in die gleiche politische Wolle eingepackt, die zur Politikverdrossenheit von heute beiträgt.

Mein Fazit: Helmuth Schmidt hat zwar offiziell keine Autobiografie verfasst, gehört aber zu den eifrigsten Schreibern der politischen Zunft. Hätte Hans-Joachim Noack die Absicht gehabt, seinen Lesern den Menschen Helmut Schmidt etwas näher bringen zu wollen, so wäre ihm genügend Material zur Verfügung gestanden. Aber ausser im letzten Kapitel erfahren wir nur, was in den Archiven auch sonst zugänglich wäre. Für mich ist dieses Buch eine gut geschriebene Zusammenfassung von Zeitdokumenten, aber keine spannende Biografie.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Etwas enttäuschend
Der Versuch einer Biographie des wohl beliebtesten Politikers Deutschlands enttäuscht etwas. Zum einen ist einfach die Sprache nicht so vergnünglich zu lesen, wie... Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von PST veröffentlicht
sehr empfehlenswert
Sehr empfehlenswert, auch wenn es hanseatisch nüchtern ist, es liest sich sehr angenehm und genau darum geht es neben den vorhandenen ebenfalls sehr interessanten... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Mai 2010 von Buchleser-München
TOP Buch
Das Buch ist fantastisch und ich habe es buisher 3 mal gelesen,... sehr gut geschrieben
Veröffentlicht am 15. Januar 2010 von Meike Lenz
informativ, nichts beschönigend
habe das buch mit großem interesse gelesen. es ist mein erstes überhaupt zum thema helmut schmidt. ich bin nicht enttäuscht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. September 2009 von rosa mund
schmidt-biographie
interessantes buch über einen interessanten menschen.man erfährt auch etwas über die spannungen in der spd-spitze während der kanzlerschaft schmidts.
Veröffentlicht am 10. Juni 2009 von Martin Litzenberger
Der Überblick über sein Leben
Wer sich einen guten Überblick über den im letzten Jahr 90 Jahre alt gewordenen Helmut Schmidt bekommen möchte, der kommt an diesem Buch nciht vorbei. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. März 2009 von Nobreza Silenciosa
Sehr Gut, wie der Mann halt so ist
Ich habe das Buch an meinen Vater geschenkt, weil er die Zeit in der Herr Schmidt politisch noch an der Front mitkämpfte, miterlebt hat. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Februar 2009 von S. Schulze
Guter Einstieg in ein Stück deutscher Geschichte
Wer sich noch nicht näher mit der Helmut Schmidt beschäftigt hat, für den ist Hans-Joachim Noacks vorgelegte Biografie ein idealer Einstieg. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Januar 2009 von Schillerlocke
unkompliziert & unterhaltsam
Wer in letzter Zeit - durch den Schmidt-Hype - auf den ehemaligen Kanzler aufmerksam geworden ist und mehr über ihn erfahren möchte, sich dabei jedoch nicht durch... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Dezember 2008 von Rauhaniemi
Eine gute Übersicht
Natürlich kann eine Biographie in dieser Dicke nicht jedes Details und jeden Hintergrund eines 90-jährigen Menschen aufzeigen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Dezember 2008 von Sophisticated
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