Er gilt als der „einflussreichste" Fotograf des 20. Jahrhunderts und sicher auch als einer der umstrittensten. Helmut Newton, 1920 in Berlin geboren. Seine Fotografien: kantig, abschreckend, provozierend, dekadent, verletzend, aber auch voller Begeisterung gefeiert. Mit Newton ist es wohl so wie mit einer guten, alten Flasche Wein, entweder man mag Wein, oder man mag ihn nicht, ein Zwischending gibt es nicht. Mit der Modefotografie beginnend widmet Newton sein Leben, Schaffen und Arbeiten den Frauen, immer wieder, immer wieder neu und überraschend. „Begehrende Subjekte" sind sie, ihrer Zeit voraus, zumindest auf den Mode-, Akt- und Portraitfotografien. „Die weibliche Mentalität hat sich insofern radikal verändert, als zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Frauen selbst über ihre Sexualität bestimmen können, eine Sexualität, die nicht mehr zwangsläufig an die Mutterschaft gebunden ist" . Die unmittelbare Umgebung, so sagt Newton über seine Arbeit, wirke auf ihn geheimnisvoller und aufregender als exotische Inseln und weit entfernte Orte. Seine Bilder spielen im Alltag, in Alltagssituationen, wenn auch verfremdet, entrückt, abstrahiert, entstellt, entkleidet. Ein Genuss besonderer Art, das Buch der Fotografien durchzublättern, sich einzulassen auf Alltagsstimmungen, freche, witzige, zynische, entlarvende, entblößende Einsichten. Ein gelungener Querschnitt durch Newtons Werk, ein fantastischer Überblick über das Schaffen des Mannes, der als großer Bewunderer von Frauen in High Heels gilt. Die Texte sind nur sparsam und verhindern nicht, dass die Fotografien absolut klar und deutlich für sich sprechen. Ein ganz persönliches Bild muss man sich dann schon selbst machen, denn wie sagt Newton über Newton? „ Sie sehen schon, ich bin ein Fotograf alter Schule und habe mit Kunst nichts zu tun. Intellektuelle Diskussionen über meine Arbeit werde ich nicht führen". Na denn, aber, keine Bange, auch ganz ohne Anleitung sind persönliche Reaktionen beim Betrachter garantiert!