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The Helm Guide to Bird Identification
Format: TaschenbuchÄndern
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1989 erschien „The Macmillan Field Guide to the Bird Identification“ mit dem Ziel, dem ambitionierten Ornithologen „im Feld“ Bestimmungshilfen bei der Identifikation „schwieriger Arten“ an die Hand zu geben. Zwei Jahre später erschien die deutsche Version im Kosmos-Verlag unter dem Titel „Vogelbestimmung für Fortgeschrittene“: ein wirklich sehr schönes Buch mit liebevoll herausgearbeiteten Unterscheidungsmerkmalen (nicht nur im Aussehen, sondern auch im Verhalten und im Lebensraum, der „ökologischen Einnischung“), das ich immer wieder gern zur Hand nahm. Trotz seines großen Erfolgs wurde es nicht mehr aufgelegt. Ich fand dies sehr bedauerlich, wie ich auch in meiner Rezension zu eben diesem Buch zum Ausdruck gebracht habe.

Nun, nach 25 Jahren endlich die Neuauflage! Verantwortlich zeichnet wieder VINICOMBE für den Text und (die leider schon 1986 verstorbene) TUCKER und HARRIS für die ausgezeichneten Abbildungen. Das Buch ist deutlich umfangreicher geworden (der Umfang des Speziellen Teils verdoppelte sich fast von 212 Seiten in der deutschen Ausgabe auf nunmehr 354 Seiten!). Dies liegt sicher auch an dem „weitläufigeren“ und damit lesefreundlicheren Textbild mit etwas größeren Zeilenabständen – in der Tat aber ist der Umfang der bearbeiteten Arten deutlich erweitert worden.

Dies Buch beginnt dort, wo die herkömmlichen Bestimmungsbücher enden! Es werden jeweils schwer unterscheidbare Arten gegenübergestellt und in jeweils dafür vorgesehenen Kapiteln werden die Merkmale nach klarem Konzept gegenübergestellt: beginnend mit der ‚Gestalt’ folgt die detaillierte Beschreibung des Gefieders mit besonderem Augenmerk auf die Altersbestimmung; im weiteren kurze Hinweise auf den Gesang (soweit sinnvoll), Verhalten, Unterarten und – besonders interessant – „pitfalls“, also mögliche Fallstricke. Vorangehende übergreifende Texte machen Angaben zur Verbreitung (aber ausschließlich für Großbritannien!), Lebensraum und zeitlichem Auftreten („Where and when“). So entsteht (so das Konzept der Autoren) eine Zusammenstellung von ‚Identifikations-Kurzportraits’ in ‚ganzheitlicher Art’.

Artenauswahl: dies Buch orientiert sich an der britischen Avifauna (genauer: Großbritannien; Irland ist ausdrücklich nicht mit erfasst). Dabei werden aber auch seltenere Ausnahmegäste (vorzugsweise aus der Arktis oder Nordamerika) vorgestellt. (Ich empfinde es als kleinen Nachteil, dass dieser enge geographische Rahmen im Titel/Buchrücken keine Erwähnung findet). Im Zentrum stehen immer die häufigeren Arten, die dann im folgenden sehr differenziert von den großen „Ausnahmegästen“ unterschieden werden. Dabei ist der Umfang des Buches wesentlich erweitert worden, nicht nur durch das neuerliche Auftreten verschiedener Arten, sondern auch die Aufspaltung früherer Arten in mehrere Spezies. VINICOMBE ist sich dieser Problematik bewusst, wenn er in seiner Einleitung (nicht ohne hintergründigen Humor) schreibt (in meiner eigenen Übersetzung):

„…So ist es beispielsweise schwierig, eine Abgrenzung der regelmäßig auftretenden Orpheus- und Gelbspötter vorzunehmen, ohne sich nicht auch auf der einen Seite mit dem Blaßspötter zu beschäftigen (der nun wiederum in den Isabell- und den Blaßspötter aufgespalten wird) und auf der anderen Seite sich dem Buschspötter zuzuwenden, was unvermeidlich zur Diskussion über den jüngst abgespaltenen Steppenspötter führen muß…“

Durch diese aktuellen, neuen Erkenntnisse hat das Buch eine erhebliche Erweiterung erfahren und es sind zahlreiche neue Kapitel aufgenommen worden bzw. überarbeitet worden; hier einige Beispiele:

Ein neues Kapitel über Schneegans und Zwergschneegans
Ein neues Kapitel über die Abgrenzung des Seidensängers
Ein neues Kapitel über die „weißen“ Reiher (Egretta, Bubulcus, Ardea alba)
Deutliche Überarbeitung (und Erweiterung) der Kapitel über Laubsänger, Rohrsänger, Grasmücken
Abgrenzung neuerlich abgetrennter Arten: Hudson- und Kornweihe, Moltonis Weißbartgrasmücke, erhebliche Erweiterung der nunmehr in verschiedene Arten aufgetrennte Schafstelze
Erhebliche Erweiterung des Kapitels über die Strandläufer (auch seltene Arten, z. B. Sand-, Berg-, Baird-, Weißbürzel-, Langzehen-Strandläufer u.v.a.m. finden hier ihren Platz)
Ein neues Kapitel über die (Unter-)Arten der Ringelgans
Überarbeitung der Würger, Gründelenten
Usw. usw.

Es wurde an vielen Details gefeilt: so wurden z. B. bei den Seetauchern Flugbilder mit aufgenommen; die Abbildungen der Greifvögel sind erheblich aufgestockt worden oder seltene Ausnahmegäste/Gefangenschaftsflüchtlinge/Hybriden wurden in den Text integriert.

Kurz und gut: es handelt sich nicht nur um einen Nachdruck, sondern um eine echte Neubearbeitung (damit muss ich einräumen, dass ich das aktuelle Buch mit der deutschen Vorauflage verglichen habe).

Die Beschränkung auf das UK sollte aber berücksichtigt werden, sucht man bestimmte, sich ähnelnde „Arten-Paare“ in Mitteleuropa oder gar ganz Europa: die können hier fehlen: man wird vergeblich nach der Abgrenzung des Schell- vom Schreiadler, des Ortolans vom Grauortolan, der Picoides-Spechte oder verschiedenen europäischen Kleiber-Arten suchen – und vor allem: wo bleiben Wald- und Gartenbaumläufer? Da letzterer nicht in Großbritannien vorkommt, stellt sich diese Schwierigkeit der Trennung beider Arten für einen Briten nicht.

Das tut dem Buch aber keine Abbruch! Und sollte man an einem europaweit nutzbaren Bestimmungsbuch zur Abgrenzung problematischer Vogelarten interessiert sein, würde ich dafür eher den "DUIVENDIJK: Advanced Bird ID Handbook: the Western Palearctic" zurate ziehen. VINICOMBE et al. beginnen dort, wo andere Bestimmungsschlüssel enden und tun dies mit ausgereiftem Text und ausgezeichneten Zeichnungen!

Schön, dass dies Buch wieder neu aufgelegt wurde.
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am 7. Dezember 2014
Dieses Buch ist eine hilfreiche Ergänzung zu den Bestimmungsbüchern. Besonders die vielen Abbildungen helfen auch versierteren Vogelbeobachtern, knifflige Fälle zu lösen. Besonders praktisch, dass mit der ebook-Ausgabe die Bestimmungshilfe auf dem Smartphone in der Hosentasche Platz hat. Allerdings vermisse ich ein Register der Namen. Wegen der vielen Fachausdrücke würden es deutschsprachige Ornis begrüssen, wenn bald eine deutsche Ausgabe erscheint. Schliesslich ist die alte überholte Auflage antiquarisch ein Renner.
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am 25. Juli 2015
Endlich nach vielen Jahren eine Neuauflage dieses wunderbaren Buches, das sich den "schwierigen" Arten, die man in freier Wildbahn nur sehr schwer unterscheiden kann, zuwendet. Schade nur, dass es sich an der Avifauna Großbritanniens orientiert - man wird viele Bestimmungsprobleme mit Zwillingsarten des "Kontinents" damit nicht lösen. Brillante Abbildungen, extrem detaillierter und von großer Praxis gekennzeichneter Text
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am 17. Juli 2015
Wer sich intensiver mit Ornithologie beschäftig, kommt um die "Zwillingsarten" nicht herum. Dafür ist diese Buch gut geeignet und auch das Englisch ist gut verständlich.
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