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Hellseher und Astrologen im Dienste der Macht: Die geheimen Einflüsse auf Politiker und Herrscher
 
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Hellseher und Astrologen im Dienste der Macht: Die geheimen Einflüsse auf Politiker und Herrscher [Gebundene Ausgabe]

Stephan Berndt
2.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 392 Seiten
  • Verlag: Stocker (2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 390247596X
  • ISBN-13: 978-3902475961
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 15,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 425.489 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Hellseher und Astrologen
Zu allen Zeiten haben Herrscher und Politiker Rat bei Astrologen oder Hellsehern gesucht. Bis in unsere Tage gibt es Entscheidungsträger, die neben ihren offiziellen Beratern auch auf diesem Wege Hilfe suchen: Breschnew und seine Dschuna , François Mitterand und Elisabeth Teissier, aber auch Ronald Reagan und Konrad Adenauer stehen hierfür als bekannte Namen. Doch im Allgemeinen gilt das Thema als tabu. Das war in früheren Jahrhunderten nicht so. Da fragten Pharaonen, Kaiser und Könige nach dem Rat der Sterne. Gute oder schlechte Vorzeichen für politische bzw. militärische Vorhaben waren Staatsangelegenheit. Regieren heißt Vorhersehen : Nach diesem Satz eines französischen Journalisten haben Politiker immer gegenüber ihren Konkurrenten und Feinden einen Wissensvorsprung zur erlangen versucht. Und sie tun es noch heute. Stefan Berndt führt durch diese bisher wenig beachtete, verborgene Agenda in der Geschichte. Der Bogen spannt sich dabei von Wallenstein und Napoleon über Hitler, Himmler und den Okkultismus im Dritten Reich bis zu den Wahrsagerinnen der Berliner Republik. Dabei tritt manch Skurriles zutage, etwa wenn Churchill im II. Weltkrieg einen jahrhundertealten Hexenparagraphen zur Anwendung brachte, um allen Ernstes durch Geisterbeschwörung einen befürchteten Geheimnisverrat zu verhindern.
Auch die wichtigsten Prophezeiungen und Visionen über den weiteren Verlauf der Geschichte kommen zur Sprache, von Nostradamus bis zum dritten Geheimnis von Fatima und der Frage, ob die mit 80 Jahren Verspätung veröffentlichte Version wirklich die richtige ist.
Aus dem Inhalt: Vorzeichen und Schicksal: Germanen, Griechen, Römer
Mittelalter: Karl der Große, Hildegard von Bingen, Nostradamus und die Medici Wallenstein, Kepler, Seni Napoleon und Marie-Anne Lenormand Rasputin und der Preis der Heilung Kaiser Wilhelm II., Anton Johansson und die alte Unke Hellseher und Astrologen im Dritten Reich Rudolf Hess und der Flug nach England Magda Goebbels liest Nostradamus Hitler: die Vorsehung Himmler: Okkultismus und Politik Churchill, der Skeptiker, und Helen Duncan Stalin und Wolf Messing Adenauer, Irlmaier und die Buchela Breschnew: die geheimnisvolle Dschuna Ronald Reagan und Jeane Dixon Elisabeth Teissier: die Hofastrologin François Mitterands Wahrsagerinnen in der Berliner Republik: Mona Stein und Gabriele Hoffmann Prophezeiungen und Visionen: Vom Mittelalter bis zu Benedikt XVI.

Über den Autor

Stephan Berndt, 1961 in Hamburg geboren, forscht und publiziert seit 15 Jahren zum Thema Prophezeiungen und Zukunft. Seine umfangreichen Recherchen, seriösen und eingehenden Analysen haben ihn bekannt gemacht.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nicht wirklich 13. Dezember 2011
Von AstroJohn
Lieber Stephan Berndt, Ende der 1980er Jahre wurde ich nach einem schweren Unfall plötzlich zeitweilig hellsichtig, Sie würden womöglich sagen, ich wäre ein Hellseher. Eine Welt brach zusammen, eine neue tat sich auf. Ich lernte LeidensgenossInnen kennen, im Laufe der Jahre sind das schon einige geworden. Man sucht sich das i.d.R. nicht aus und schätzt das auch nicht immer, wenn man plötzlich Visionen hat oder sich so eine Art Vorhang hebt mit Blick in die Zukunft. Manchmal konnte ich die Gedanken anderer lesen. So wie andere Radio oder Musik hören, so geht es manchen von den Hellsichtigen, dass sie irgendwo sind und auf einmal empfangen sie die Gedanken anderer, sehen Bilder der Zukunft. Der "Empfang" schwankt wie durch Fading bei Funkempfang.

Jedenfalls habe ich mittlerweile selbst erfahren und gesehen, dass locker ein schöner Prozentsatz jeder Bevölkerung, überall auf der Welt, so eine Durchlässigkeit kennt oder erfahren hat. Meist allerdings in der Kindheit, häufig verliert sich das ab dem Schulalter. Das ist ganz natürlich und eigentlich meine ich, dass bis vor wenigen Jahrzehnten in jedem Dorf irgend jemand gelebt hat, der das Zweite Gesicht hatte oder bisschen hellsehen konnte. Es ist einfach seit je her ein Teil menschlichen Zusammenlebens gewesen, in der Sicht von unten, des Volkes. Bleigiessen an Silvester ist auch eine Zukunftsschau, die kaum jemand ausgelassen hat in den jungen Jahren.

Wenn diese so genannten parapsychologischen Fähigkeiten inzwischen so abgespalten vom modernen, medialen Leben behandelt und betrachtet werden, sieht das so aus, als gäbe es einen "okkulten" Untergrund, der wie ein Drache immer wieder im Geheimen aufersteht. Geheim ist daran nur, dass auch öffentliche Personen, wie fast alle Hilfe suchenden, zumindest in den westlichen Ländern eben gerne heimlich den Kontakt zu Hellsehern oder auch AstrologInnen suchen. Diese Personen tun nichts anderes und tun es nicht anders, wie etliche Leute aus dem ganz normalen Volk genauso! Das war vor Zeiten so gewesen, ist jetzt so und wird auch in Zukunft so sein. WARUM sollten Politiker in dieser Hinsicht anders sein?
Ich habe mal nach Mona Stein recherchiert, die Sie bei Gysi erwähnen, und einige Interviews von ihr gelesen. Wow, sie hat die typische kindlich-natürliche Anlage zur Hellseherin, das kam mir sofort bekannt vor. Sie ist - auch - eine echte Hellsichtige, zeitweilig. Aber den Zirkus mit der Vodoo-Puppe, der ist eher den Medien geschuldet, die sie ganz gut bedient. Und das ist auch der Grund, warum einige sich gerne so ein bisschen einen magischen Touch geben, wenn sie sich in den Medien einen Namen machen wollen. Das ist aber meist nur Fassade, eine Marketing-Strategie, die Sie kaum kritisch-abwägend untersuchen (wie auch die angeblich vielen Politiker-Beratungen bei den Selbstzeugnissen/Autobiographien von Hellsehern und AstrologInnen) und vergleichen mit der Masse der Hellsichtigen. Die Masse sind einfach Hellsichtige, den äußeren Zirkus brauchen die nicht, kennen die nicht und machen den auch nicht mit, wie der gute, durchweg demütig-katholische Alois Irlmaier, der auch fast jeden beraten hat, wie Ihr Buch selbst indirekt zeigt.

Am Ende des Buches war ich nur noch genervt von der ewigen Sensations-Suche. Hellsichtigkeit grundsätzlich in die Okkultismus-Ecke zu schieben, geht total an der Sache vorbei und kaum einer/eine der Hellsichtigen würde das akzeptieren oder dulden. Ich habe nirgendwo bemerkt, dass Sie sich mit so genannten parapsychologischen Fähigkeiten/Talenten mal nachhaltig wie differenziert beschäftigt haben und vor allem mit den Menschen, die sowas erleiden, erfahren und können. Mir fehlt überhaupt in Ihrem Buch ein Verständnis dafür, bei fast 400 Seiten ein riesiger Mangel. Statt desssen auf fast jeder Seite die sensationsgeleitete Gegenüberstellung "Geheime, okkultistische Einflussnahme und Praktiken" contra der sonst offiziell angeblich so rationalen, diesseitigen Machtsphäre von PolitikerInnen und Herrschern.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Fahrlässig und manipulativ 11. Dezember 2011
Der Autor Stephan Berndt hat mit diesem Buch eine Arbeit veröffentlicht, die vielfach durch eine hervorragende Quellen-Basis auffällt. Da der Abschnitt zu den Hellsehern und Astrologen im Dritten Reich der größte ist, konzentriere ich mich als Beispiel ganz auf dieses Kapitel. Und hier hat Berndt wirklich eine Recherche-Arbeit geleistet, die bisher nicht erreicht wurde.

Doch so bemerkenswert gut und lesbar das Buch gegliedert und geschrieben ist: Schon bei den Bemühungen um die Definition von Okkultismus in der Bucheinleitung, DEM zentralen Schlüsselbegriff des Buches, geht der Autor so fahrlässig wie willkürlich vor, dass man schon hier weiß, dass er allem und jedem "Okkultismus" unterstellen will. So zitiert Berndt den Brockhaus mit dessen Okkultismus-Definition, die eigene wird demgegenüber als "Sammelbegriff für die Astrologie und die Hellseherei verwendet, also für Methoden der Zukunftsdeutung, die heutzutage von der Wissenschaft abgelehnt werden".
Das hindert den Autor aber im weiteren Verlauf des Buches nicht daran, zeitgleich auch die gebräuchliche Definition zu benutzen, wo es für ihn vermutlich von Nutzen ist. So z. B. wenn er S. 263 von der Idee des Okkulten schreibt, dass bestimmte Aspekte so geheim seien, dass auch enge Vertrauenspersonen davon nichts wüssten. Sofern sie nicht Eingeweihte sind, möchte ich hinzufügen. Die ist eines der zentralen Merkmale des Okkultismus, welches der Autor erst in der Einleitung übergeht und dann später doch wieder vielfach verwendet.

Zugleich bemerkt Berndt geistreich, dass unsere Zeit eigentlich voll mit Technik sei, die man vor 400 Jahren weder hätte erklären noch verstehen können. Leider entging ihm bei der Bemerkung, dass die Astrologie damals umgekehrt keinesfalls als Okkultismus galt, vielfach wurde sie als Teil der Astronomie gelehrt und praktiziert. Die Astrologie war und ist weder eine Geheimlehre, noch Eingeweihten vorbehalten, auch wenn die englischsprachige Theosophie zwischen 1870 und 1930 bekanntermaßen eine esoterische inspirierte, neuartige Astrologie in ihre Anschauungen integrierte. Der Autor Howe, auf dessen Werk URANIAS KINDER sich Berndt so oft bezieht, bringt genau dies ausdrücklich zur Sprache, wenn er einen Abriss der Astrologie-Geschichte leistet und explizit schreibt (S. 117f.)
VOR 1914 WAREN DIE WENIGEN DEUTSCHEN ASTROLOGEN ENTWEDER THEOSOPHEN ODER OKKULTISTEN ODER BEIDES. SIE BETRACHTETEN DIE ASTROLOGIE ALS EINE ESSENTIELL HERMETISCHE WISSENSCHAFT. DOCH DIE MEISTEN NEWCOMER [der zwanziger Jahre in Deutschland] INTERESSIERTEN SICH WEDER FÜR THEOSOPHIE UND DEREN SPRO? ANTHROPOSOPHIE NOCH FÜR OKKULTISMUS, SONDERN SAHEN IN DER ASTROLOGIE EINE WISSENSCHAFT...[...]

Daher stammt das aktuellste Astrologie-Lexikon folgerichtig von einem Astronomie-Historiker und Universitätslehrer, in einem Wissenschaftsverlag erschienen.
Die wesentlichsten Elemente des modernen Okkultismus, der dem 19. Jh. und vor allem der Theosophie entstammt, ignoriert der Autor damit. Zugunsten eines willkürlichen wie sehr schlichten Okkultismus-Begriffes, bei dem auch das Christentum mit seinem heilsgeschichtlichen Zukunftsplan wie auch den Marxismus mit seinem teleologischen Geschichtsbild der Zukunft dem Okkultismus zugehören würden.

Zugleich wird bei Berndt mit "Okkultismus" eine allmächtige, geheime und alles irgendwie erklärende, wenngleich wiederum nicht fest umrissene, aber jedenfalls gefährliche Kraft angeboten, wenn man dem Buch folgt. Atemlos geht es vielfach um die Frage, ob z. B. Hitler nicht richtiger Okkultist war - so, als ob dies alle ungelöste Fragen lösen und manches mehr erklären würde. So spekuliert der Autor in den letzten Zeilen zum Kapitel Drittes Reich sehr freizügig, wo es um das ungelöste Rätsel mit dem Namen Hitler geht und - nach Autor Stephan Berndt - sogar Hitler-Biograph Fest von einer Art Nichts spreche, dem Hitlers Entschlüsse entsprungen wären. Doch Berndt weiß überraschenderweise, Entschlüsse dieser Art könnten keiner Art Nichts entspringen, wo Hitlers Entschlüsse also her kämen? Das Buch gibt die Antwort...natürlich vom Okkultismus.

Weiter erkennt man sehr oft, wie selektiv der Autor seine Quellen verwendet - und deutet. Ein schönes Beispiel befindet sich auf S. 139, Berndt zitiert:

"Nachdem die Parteiamtliche Prüfungskommision durch einen Führerverfügung [...] eine erweiterte Verbotsfunktion auf dem Gebiet des Schrifttums erhalten hatte, nutzte sie dies sogleich dazu aus, das astrologische Schrifttum zu schützen und bereits erlassene Verbote, die auf unseren Antrag hin vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda ausgesprochen worden waren, wieder aufzuheben."

Berndt meint dazu, der Absatz sei eine Sensation, er würde nicht anderes besagen, als dass Adolf Hitler um die Jahreswende 1940/1941 höchstpersönlich durch eine Führerverfügung dafür sorgte, dass ein Verbot okkulter Literatur (....) von Heß & Co. wieder aufgehoben werden konnte. Doch dies lässt sich schon aus dem abgedruckten Zitat so nicht entnehmen. Das Zitat macht deutlich, dass die Parteiamtliche Prüfungskommission einen Führererlass, der ihr eine erweiterte Verbotsfunktion gegeben hatte, AUCH dafür nutzte, einige Verbote astrologischer Literatur wieder aufzuheben. Dass die Parteiamtliche Prüfungskommision mit dem "Führerstellvertreter" & Hitler-Freund Heß gar nichts zu tun hatte, verschweigt Autor Berndt ganz relaxt...Philipp Bouhler, wäre der passende, aber eben nicht an Hitler nahe genug reichende Name gewesen.

Doch zitiert ja Berndt nicht vollständig, es fehlt ein kleiner Zusatz, den er durch [...] kennzeichnet. Diesen Zusatz habe ich selber online beim Bundesarchiv, Berndt gibt es als Online-Quelle samt Akten-Nr. an, nochmals überprüft. Das Zitat lautet vollständig:

"Nachdem die Parteiamtliche Prüfungskommission durch eine Führerverfügung, die wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem neuen Auftrag der Reichsstelle für das Schul- und Unterrichtsschrifttum steht, eine erweiterte Verbotsfunktion auf dem Gebiet des Schrifttums erhalten hatte, nutzte sie dies sogleich dazu aus, das astrologische Schrifttum zu schützen und bereits erlassene Verbote, die auf unseren Antrag hin vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda ausgesprochen worden waren, wieder aufzuheben."

Mit dem vollständigen Zitat wird klar, dass die sehr gewollte Deutung dieser Zeilen durch den Autor erst recht keinerlei Grundlage gehabt hätte/hat. Hat Berndt deswegen den 2. Teilsatz ausgelassen?

Ein weiteres Beispiel von zahllosen anderen Beispielen dafür, wie der Autor Zitate und Quellen fast beliebig einsetzt, um seinen Okkultismus-Verdacht um fast jeden Preis zu belegen, findet sich auf den S. 213 - 219. Berndt zitiert auf S. 213-214 zunächst einen Historiker, der wiederum aus einem Tagebucheintrag vom 15.4.1945 eines sehr hohen Nazis (von Krosigk) zitiert, welcher von Treffen mit Goebbels berichtet. Goebbels habe Hitler einige Tage zuvor besucht und aus einem Buch vorgelesen, um Hitler angesichts der fast aussichtslosen Lage zu trösten. Der Historiker zitiert von Krosigk weiter:

SIE BESPRACHEN DIE SACHE HIN UND HER UND LIEßEN SICH IM VERLAUFE DER UNTERHALTUNG ZWEI HOROSKOPE KOMMEN, DIE IN EINER VON HITLERS FORSCHUNGSABTEILUNGEN SORGFÄLTIG AUFBEWAHRT WURDEN: DAS AM 30. JANUAR 1933 GESTELLTE HOROSKOP DES FÜHRER UND DAS HOROSKOP DER REPUBLIK, DATIERT 9. NOVEMBER 1918.

Das Zitat geht noch weiter und ist der Aufhänger einer seitenlangen Spekulation des Autors zum Okkultismus Hitlers, seiner Astrologie-Nähe und möglichen supergeheimen, persönlichen Astrologen Hitlers. Diese Spekulation wird als "Beweis" offeriert, auf Basis von Wort-Deutungen und Schlussfolgerungen wie Verdrehungen der zitierten Zeilen.

S. 218 endlich zitiert Berndt aus einem Tagebuch-Eintrag Goebbels vom 30.3. 1945 zum gleichen Thema:

MIR WIRD UMFANGREICHES MATERIAL ZUR EINLEITUNG EINER ASTROLOGISCHEN ODER SPIRITISTISCHEN PROPAGANDA VORGELEGT, UNTER ANDEREM AUCH DAS SOGENANNTE HOROSKOP DER DEUTSCHEN REPUBLIK VOM 9. NOVEMBER 1918, WIE AUCH DAS HOROSKOP DES FÜHRERS. BEIDE HOROSKOPE STIMMEN IN FRAPPIERENDER WEISE ÜBEREIN.ICH KANN VERSTEHEN; DASS DER FÜHRER DIE BESCHÄFTIGUNG MIT SOLCHEN UNKONTROLLIERBAREN DINGEN VERBOTEN HAT.

Ellic Howe, aus dessen Buch URANIAS KINDER der Autor öfter zitiert und auf den er sich häufig bezieht, bringt die beiden Zitate in der zeitlich richtigen Reihenfolge, erst Goebbels Eintrag vom 30.3.1945, dann den Tagebuch-Eintrag von Krosigks vom 15.4. Howe wie Berndt erkennen, dass die Notiz vom 30.3. die gleichen Horoskope meint, wie die Tagebuch-Notiz vom 15.4.1945. Berndt ignoriert allerdings alle weiteren Details von Goebbels' Eintrag. Aus Goebbels Eintrag wird unmittelbar erkennbar, dass die beiden Horoskope TEIL umfangreichen Propaganda-Materials waren. Sie stammen also aus Goebbels Propaganda-Ministerium, Goebbels war ja Propaganda-Minister. Das wird auch im 2. Teil des Tagebuch-Zitates von Goebbels im Buch des Autors deutlich, denn, so Goebbels im Zitat beim Autor, FÜR MICH SIND SOLCHE ASTROLOGISCHEN WEISSAGUNGEN OHNE JEDEN BELANG; ABER ICH HABE DOCH DIE ABSICHT, SIE FÜR ANONYME UND GETARNTE PROPAGANDA IN DER ÖFFENTLICHKEIT ZU BENUTZEN, [...]
Und wie Berndt selber schreibt, hat der Astrologie u. Lesen Sie weiter... ›
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich habe schon einige Bücher von Stephan Berndt gelesen. Dieses Buch ist aus meiner Sicht das erste, welches explizit über die Beziehung von Zukunftsschau und Staatsführung berichtet (welche bekanntlich auf Sicht fährt). Sehr interessant empfand ich die Ausführungen über den Okkultismus im Dritten Reich und den "Vorsehungsglauben" Hitlers, Himmlers und anderer NS-Größen im Zusammenhang mit der Astrologie sowie medial befähigter Menschen. Gerade dieses Thema ist extrem spannend für mich gewesen und überraschte mich, da dies aus dem Cover so nicht sofort ersichtlich war. Sollten nämlich Stephan Berndt's Recherchen stimmen, dann haben aus meiner Sicht die Nazis Millionen von Menschen geopfert, im Glauben, dass nach astrologischen Berechnungen für Deutschland ab Frühling '1945 eine Besserung eintreten sollte. Welche Ironie des Schicksals. Stephan Berndt listet im Falle Hitlers dermaßen viele Zeugenaussagen, Dokumente und Indizien für Hitlers Verwicklung in okkulte Zukunftsschau (Hellseherei und Astrologie) auf, dass die bei Historikern immer noch vorherrschende Meinung, Hitler sei kein 'Okkultist' gewesen, unhaltbar wird.

Ansonsten hat das Buch trotz des großen historischen Bogens, das es schlägt, auch starken Bezug zur Gegenwart. Seien es die ungehörten Warnungen einer bekannten Berliner Hellseherin namens Gabriele Hoffmann vor der Euro-Einführung oder sei es Papst Benedikt XVI. Dieser soll nach Berndts Recherche bestens vertraut sein mit katholischen Prophezeiungen, die eine blutige Revolution im Vatikan voraussagen. Und auch hier zeigt Berndt auf, dass der deutsche Papst Benedikt XVI. eine ausgesprochener Vorsehungsgläubiger ist. Außerdem ist es ganz interessant zu Lesen, dass auch heute noch Politiker wie z.B. Gregor Gysi in Dingen der Zukunftsschau aktiv waren.
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