Schon der Ansatz dieses Albums - Rock Klassiker im ,Jazz'/Easy Listening Gewand zu präsentieren - macht es einem alten eingeschworenen Jazzkantine Fan schwer, denn das war ja alles in den letzten 10 Jahren schon mal da. ,Smoke On The Water' gibt's von Senor Coconut und ,I Was Made For Loving You' von Hans Platzgumer's `Queen of Japan', zwar beide im Elektronik Kontext, aber auch `entschärft'. Mike Flower's Pop waren da glaub' ich die ersten die damals aktuelle songs in einem jazzig-loungigen Kontext präsentierten, und dann gibt's da ja auch noch ,Rock Swings' von Paul Anka etc.. Herbie Hancock hat es damals mit ,The New Standards' richtig gemacht und ein herrlich altmodisches und exzellent gespieltes Cover Jazz-Album von Rock und Pop Songs aufgenommen.
Nach ,Futter für die Seele', ,Die Jazzkantine tanzt' ist ,Hell's Kitchen' jetzt schon das dritte Album des Jazz Funk Kollektiv's das kein neues, selbstkomponiertes Material bietet (und ,Unbegrenzt haltbar' war auch nicht gerade eine Offenbarun), und da liegt der Eindruck nahe, daß halt hier endgültig die Luft draussen ist. Man merkt das auch daran, daß hier die Spielfreude und das Feuer von so legendären songs wie ,Das Jazzhaus', Boogaloo' oder ,55555' nur mehr ganz selten aufblitzen, was umso ärgerlicher ist, weil man sich denkt: ,Walk This Way' z. Bsp. als Jazz-song - ja könnte funktionieren, aber warum klingt das alles so kreuzlahm? Und es fehlen halt auch die erfrischenden eigenen Texte, die einen Großteil des Charmes der Kantine ausgemacht haben, denn jazzen konnten andere Bands ja auch immer zumindest gleich gut.
Nein, das war nix, zurück zum Start und neue eigene songs schreiben Jungs, und vielleicht mal über einen neuen sound Nachdenken, ich geb' die Hoffnung nicht auf, daß ihr wieder zur alten Form zurückfindet.