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Ron, der Komponist, Keyboarder und Mann mit dem gefrorenen Gesichtszügen, hat trotz seines Jahrgangs 1948 auch diesmal nicht die Lust an erfrischender Musik verloren. Zusammen mit sei sieben Jahre jüngerer Bruder und (Spoken-Word-) Sänger Russell wurden in der Vergangenheit Pop, Glam, Disco, New Wave, Synthi-Musik oder Club-Sound erforscht, immer auf eine etwas andere Art. Hello Young Lovers erweitert schließt nahtlos an den Vorgänger Lil Beethoven an. Nur, dass der symphonische, dramatische Kammer-Pop nun von massiven Rock-Gitarreneinsätzen flankiert wird, und das nicht von irgendwelchen bezahlten Studiomuckern, sondern echten Könnern: Dean Menta von Faith No More, Red-Kross-Gründungsmitglied Steve McDonald sowie Jim Wilson (Mother Superior). Beim einzigen, als Tour-Testlauf für eine Tour gedachten Deutschland-Konzert in Hamburg stand gar Josh Klinghoffer, der Dauerbegleiter von John Frusciante (Red Hot Chili Peppers), auf der Bühne. Entsprechend wuchtig, rockig, rasant und teilweise bombastisch kommt diese hervorragende und extrem kurzweilige Album mit seinen herrlich eckigen Rhythmen daher. Eventuelle Einwände, dass hier bloß Queen oder Polyphonic Spree kopiert werden, müssen abgeschmettert werden. Die Sparks waren zuerst da! --Sven Niechziol
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„Hello Young Lovers" ist die perfekte Fortführung ihrer grandiosen letzten CD „Lil Beethoven". Das Duo ist längst wieder zur echten Band mutiert, denn widerum sind Gitarrist Dean Menta sowie Schlagzeugerin Tammy Glover mit an Bord. Beim Er- öffnungslied ‚Dick Around' denkt man zuerst "Heissa, was soll denn das jetzt?"
Aber schon beim zweiten Durchhören wird sich der Song unbequem in den Hörgängen festsetzen, dafür sorgt neben dem aufreibenden Gesang von Russel Mael auch Dean Menta's bretternde Heavy-Gitarre. „Perfume" ist eine Metamorphose von mehrspurigem Gesang, warm klingenden Piano (natürlich Ron Mael), lockerem Drumbeat und knallender Gitarre. Neben dem über die Jahrzehnte stets weiterentwickelte Sparks Sound bringt dieses Jubi- läumsalbum aber auch Anleihen an die fantastischen Zeiten der Mitte 70er Jahre zurück, als Sparks ihren Höhepunkt feierten, die weiblichen Fans an den Konzerten in Ohnmacht fielen während deren männliche Begleiter vor Begeisterung die Bühne stürmten. Sparks bringen mit „Hello Young Lovers" ein weiteres Meisterstück ihres einmaligen Beat-Pop-Rock, der später in den 80ern viele nahmhafte Bands den ‚New Wave Sound' gründen liess.
„Metaphor" mit dem mehrstimmigen Gesang und einer groovigen Melodie bringt die Mid-70er Jahre in neuem frischen Gewand zurück. Einen drauf setzt dann das darauf folgende „Waterproof", das den ultimativen Sparks Enthusiast die Tränen vor Begeisterung in die Augen treibt, der pulsierende Beat lässt einem dann die Nackenhaare aufstehen und das Tanzbein meldet sich unweigerlich zu Wort. Das Album entfaltet sich nun in aller glitzernden Herrlichkeit! „Here Kitty" mit miauender Katze und vor dem geistigen Auge herumhoppelnden Hasen folgt als nächstes. Später dann macht „As I Sit Down To Play The Organ At The Notre Dame Cathredal" den grossen Abschluss, während die Boxen der eigenen Stereonalage ganz bös ins schnaufen kommen. Das Album ist nichts für MainStream sing-a-long Pop Hörer unserer Zeit, denn solche wären beim Anhören dieser CD komplett überfordert.
Wunderbare, perfekt durchdachte Songs mit immer wieder überraschend provokativen Errangements, Anlehnungen an die Klassik und intelligent verschachtelte freche Texte machen das Album zum Meisterwerk. Natürlich, klingt das von Ron und Russel Mael selbst produzierte Album zudem auch soundmässig top und das Booklet ist ausführlich.
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