ist auf den zweiten Blick die Übliche: Was frau hat, reizt sie nicht mehr, in diesem Falle der hübsche, brave, gut verdienende und sich um's Kind kümmernde Mann, da muss als Gegenteil ein alter Zausel her, der aber auch gaaaanz lieb ist, wartet und von wahrer Liebe spricht, dies wohl auch aufrichtig meint. Dass Zausel und frau sich gegenseitig ein bisschen pochen und so, erinnert bloß an die bösen Onkels mit "Manchmal, ja manchmal, haben Frauen ein kleines bisschen Haue gern ...". Beneidenswert, die Dame, die so geliebt wird, es sich quasi aussuchen kann, und das so ganz ohne eigenes Profil, denn nur ein aus Strapsen quellender Popo und ein aufgeschnürter Busen bringen das noch nicht mit sich. Dennoch, nicht die Erotikszenen, aber die Anbahnung derselben, die Hitze der Dame, der leere Raum um die Gefühle des Mannes, die Trivialität des Alltags, das ist eine verrückte Mischung, etwas, das entführt, in eine Welt, die nur ein paar Straßenbahnstationen entfernt ist. Das wäre, abzüglich der Oberflächlichkeit der Figuren, 4 Punkte wert, ich muss aber noch einen abziehen für die von der Autorin immer wieder bemühten langweiligen Geschichten aus dem Osten mit Arbeitseinsatz, Fahnendekoration und Glück im Neubaublock, das ist nicht nur oberflächlich, sondern leider verlogen und für die Story in diesem Ausmaß unwesentlich. Wer aber überlegt, was es noch so im Leben gibt, sollte das Buch durchaus lesen, mir gefällt der Schluss, ein unspektakuläres Happy-End für alle: Liebe ist immer die Triebkraft, für jeden ist sie anders und Erfüllung kann es geben, während das Leben weitergeht.