Ich hab mir das Spiel hauptsächlich gekauft, weil man es offline zu zweit spielen kann, sogar die Kampagne. Das heißt diese Bewertung bezieht sich nur auf den Coop-Modus, die Einzelspieler-Kampagne habe ich nicht ausprobiert. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das Spiel, wenn man es alleine spielt, eine recht fade Angelegenheit ist. Und noch eine Anmerkung: die positive Bewertung bezieht sich auch nur auf einen ermäßigten Kaufpreis. Als Vollpreisspiel für 50 ¤ wäre es mir defintiv zu teuer. Aber wenn man es für 5 - 15 ¤ irgendwo stehen sieht, kann man durchaus zugreifen.
Ich hatte nicht besonders große Erwartungen an das Spiel, deshalb wurde ich auch nicht enttäuscht, sondern war sogar ein wenig positiv überrascht.
Die Grafik ist nicht der Rede wert, nicht schlecht, aber auch nicht gut, es fallen einem zumindest nicht die Augen raus beim Hinschauen. Außerdem läuft das Spiel, auch im Splitscreen, meist flüssig. Und das ist bei heutigen Xbox-360-Titeln leider eine seltene Tugend. Hellboy ist recht gut modelliert, die Gegner und die Umgebung sind akzeptabel anzuschauen. Besonders der Japan-Level ist hübsch designt. Recht angenehm ist, das man viele Sachen, die in der Gegend rumstehen, zerkloppen kann. Ich hab zwar keine Ahnung, welchen Sinn das macht, aber man hat etwas zu tun, wenn mal keine Gegner da sind. Vermutlich wird dadurch die Enegieleiste etwas aufgefüllt, allerdings füllt die sich eh von selbst auf, wenn man sich ein paar Sekunden nicht bewegt und nicht angegriffen wird.
Die Kameraperspektive ist nicht frei wählbar, sondern vorgegeben. Man hat zwar mit dem rechten Analogstick minimale Einflussmöglichkeiten, die aber kaum von Bedeutung sind. Das hat mich jedoch nie gestört. Das Bild bietet (fast) immer einen guten Überblick.
Zur Story: Die hab ich ehrlich gesagt nicht mit besonderem Interesse mitverfolgt. Böser Nazi versucht Weltherrschaft an sich zu reißen, stellt mithilfe dämonischer Mächte und Gentechnik irgendwelche Mutanten her. Man möge mich korrigieren wenn das nicht exakt stimmt. Auf jeden Fall führt einen die Reise von einem rumänischen Friedhof nach Japan, in unterirdische Katakomben und in die Wüste. Die Geschichte wird dabei jeweils mit Zwischensequenzen weitergeführt. Als besonderes erzähltechnisches Gimmick (wenn man das so bezeichnen will) spielt die Geschichte in zwei Zeiten, einmal in der Gegenwart, und dann ein paar Jahrzehnte vorher. Eine inhaltliche Verbindung besteht natürlich, fragen Sie mich aber nicht, welche.
Das Gameplay ist zugegebenermaßen wenig abwechslungsreich. Man schlägert sich als Hellboy durch die Level, der zweite Spieler übernimmt entweder Abe Sapien (den Wassertypen) oder Liz Sherman (die Feuerfrau). Die Kampkraft ist zwischen den Spielern ungleich verteilt. Hellboy ist stärker (er kann mehr Gegenstände aufheben und werfen), hat mehr Moves und kann als einziger an gewissen Stellen mit der Umgebung interagieren (z.B. Schalter umlegen, Wände einhauen etc.). Dafür hat man als zweiter Spieler etwas Abwechslung, da man die Charaktere wechseln kann. Man hat auch eine reichhaltige Auswahl an Waffen (Schwerter, Hämmer, Bretter, Keulen etc.), die in der Gegend rumliegen und aufgehoben werden können. Diese gehen allerdings nach einer Weile kaputt. Seine Schusswaffen kann man mit verschiedenen Munitionsarten bestücken, die mit unterschiedlicher Effektivität gegen bestimmte Gegner eingesetzt werden können. Auch für kleinere Rätsel ist dies relevant. Man kloppt nämlich nicht nur, sondern muss auch kleinere Aufgaben lösen, die allerdings nicht besonders kompliziert sind. Auch für Denkfaule schaffbar.
Man trifft auf eine ganze Reihe unterschiedlicher Gegner: kleine Teufelchen und Werwölfe in Rumänien, Samurai-Geister in Japan, Kampf-Affen und Wehrmachts-Mutanten-Zombies (oder was auch immer die darstellen sollen). Die Kampfstrategien gegenüber den verschiedenen Gegnern unterscheiden sich nur im Detail voneinander. Meist reicht es einfach, wie wild draufzuhauen, aber vor allem bei größeren Gegnern und bei Endgegnern muss (bzw. kann) man etwas differenzierter vorgehen. Bei den großen Kampf-Affen z.B. ist es von Vorteil wenn man sie mit Salz-Munition beschießt und dann mit Hellboy packt. Für ein wenig Abwechslung ist also gesorgt.
Als kleine Warnung: der erste Level (auf einem rumänischen Friedhof) ist eher langweilig. Alles grau, wenig Abwechslung in der Umgebung und diese kleinen Teufelchen als einzige Gegner (von ein paar Werwölfen mal abgesehen). Da hab ich mich schon gefragt, ob ich das Spiel tatsächlich weiterspielen möchte. Aber wenn man diese Durststrecke erstmal überwunden hat, macht das Spiel echt Spass.
Die Spielzeit beträgt ca. 10 Stunden.
Fazit:
Ein ganz lustiges Hau-Drauf-Spiel, dem zwar ein wenig Abwechslung fehlt, aber wer gerne offline coop zockt und nicht viel Geld ausgeben möchte, sollte mal einen Blick riskieren.