"Die Troll-Hexe" ist ein Band mit mehrerern Kurzgeschichten, in denen dieses mal aber leider kein einziger Nazi was auf die Mütze bekommt. Ich bin fast enttäuscht. ;) Dafür greift Mignola wieder ganz tief in seine Gerümpelkiste mit alter Folklore, Legenden und Mythen um sie für das Hellboy Universum zu adaptieren. Zum einen bekommt es unser roter Freund mit der eingangs erwähnten Troll-Hexe zu tun, aber auch mit noch skurrileren Gestalten wie einem Monster, das nur aus Kopf und Eingeweiden besteht und sich selber in Essig legt, einem spielsüchtigen Vampir in Prag, der Hydra und Herkules (herrlich wie Hellboy des Kampfes überdrüssig einfach die Köpfe verknotet), einer kurzen Zeitreise, philosophierenden Würmern und sogar mit Afrika selbst.
Dieses mal erscheint Hellboy komplett in Farbe, was aber nicht weiter stört. Zwar finde ich Mignolas Zeichnungen in S/W super, doch man hat mit dieser Art der Kolorierung nichts verschlimmbessert. Da Mignola dieses mal auch andere Zeichner (Richard Corben, P.Craig Russel) an seine Figur lässt und somit auch ein anderer Zeichenstil zu bewundern ist, bereichert die Farbgebung diesen Band sehr.
Dabei profitiert gerade die Geschichte "Makoma" ungemein von Richard Corbens eigenwilligem Zeichenstil. Vor bzw. nach den einzelnen Geschichten gibt Mignola wie gewohnt eine kurze Anekdote zur Entstehungsgeschichte zum Besten. Als I-Tüpfelchen gibts sogar noch ein Interview mit Richard Corben oben drauf.