Hellboy ist keine Ruhe vergönnt. In zwei längeren Geschichten wird er erneut mit seiner unfreiwilligen Rolle als Vernichter der Welt konfrontriert.
In der ersten Geschichte "Der dritte Wunsch"(mit einem Vorwort von Mike Mignola eingeleitet) wird erzählt wie Hellboy in klassischer Manier(nicht von der Art her "wie" es geschieht, sondern "das" es geschieht) von drei Meerjungfrauen gefangen genommen wird, die ihn an die alte Seehexe Bog Rosch ausliefern, deren Pläne es nicht vorsehen, dass er ihre Begegnung lange überleben wird. Die Vorlage für die Geschichte dürfte gant klar Hans Christian Andersens Märchen von der kleinen Meerjungfrau sein. Die Geschichte selbst gewohnt gut ohne große Längen in gewohnt tragischen Tonfall der Hellboygeschichten erzählt und bringt die Handlung zwar nicht voran, liest sich jedoch recht vergnüglich.
Deutlich sieht es mit dem Informationsgehalt bei der zweiten Geschichte "Die Insel" aus. Hellboy strandet auf der namensgebenden Insel und gelangt, die wohlmeinenden Warnungen seiner Feindin Hekate in den Wind schlagend, in eine düstere Festung in der sich der Geist eines alten Einsiedlers zu regen beginnt, wodurch er mal wieder in große Schwierigkeiten gerät. Ganz anders als "Der dritte Wunsch" ist "Die Insel" nicht nur für das Verständnis des großen Metaplots der Hellboy umgibt, sondern geradezu essenstieller Bestandteil von diesen. Denn hier klärt sich endgültig das Geheimnis von Hellboys steinernder rechter Hand und den Ogdru-Jahad und weswegen nur die Hand in der Lage ist diese aufzuhalten, beziehungsweise zu befreien. Trotz der geradezu überschwappenden Informationsflut, droht die Story jedoch nicht langweilig zu werden. Gebannt sitzt man als Leser dabei und lauscht den Worten des alten Einsiedlers, der wie so viele Gegner Hellboys meint das Beste für alle zu wollen und sich mehr anmaßt als ihm zusteht. Soviel sei gesagt, Hellboy wird ihn eines besseren belehren.
Als Bonus enthält der Band einen weiteren für diese Ausgabe extra angefertigten Epilog plus acht gezeichnete Seiten der ursprünglichen Geschichten, der noch weitere Bleistiftskizzen hinzugefügt wurden. Das Vorwort vom Zeichner Gary Gianni ist zwar ganz nett, erzählt jedoch nichts Neues zu Mike Mignolas Schaffen und Wirken.
Ein weiterer schöner Band also, der erneut wieder etwas zm Verständnis des roten Fadens beiträgt und erneut durch die wunderbaren Zeichnungen Mignolas und dem schwarzweiß gehaltenen Artwork der deutschen Ausgabe glänzt.