Ich habe bereits den ersten Band dieser Reihe gelesen und war sehr begeistert, Mignola hat mit Hellboy wirklich ein Meisterwerk geschaffen. Allerdings war ich skeptisch, denn es gefiel mir im ersten Band sehr gut, dass die Gedankengänge von Hellboy, so simpel sie manchmal sein mögen, einen Großteil der Texte ausmachten. Und schon dort war angekündigt, dass dies in weiteren Bänden nicht der Fall sein würde.
Es ist auch so, doch dies tut der Qualität dieses Comics keinen Abbruch. Statt dessen baut Mignola liebevoll eine okkulte düstere Athmospäre auf, und Hellboy kommentiert das ganze recht locker, so dass es fast schon blasphemisch wirkt.
Auch sonst wartet dieser Band mit allem auf, was man an Hellboy schätzt:
- die Hauptfigur, die auch in der schwierigsten Lage souverän ist und somit einfach der Prototyp des coolen Detektivs. Noch dazu ist er ziemlich dickköpfig, wenn es darum geht, um seine Vergangenheit einen Bogen zu machen und auch sehr humorvoll, wie seine Sprüche zeigen.
- diese Kombination aus Humor und düsterer, spannender Athmosphäre ist selten zu finden, viel zu selten.
- Mignola wartet auch mit einem beachtlichen Zeichentalent auf. Was am Anfang noch etwas gewöhnungsbedürftig wirkt aufgrund der vielen schwarzen Flächen und einfach gehaltenen Zeichnungen, wird in kürzester Zeit unabkömmlich, da es genau dieser Zeichenstil ist, der die paranormalen Geschichten nicht ins Lächerliche abdriften läßt.
Nebenbei bemerkt ist diese Ausgabe ein ganz besonderer Schatz, die Übersetzung ins Deutsche ist sehr gut gelungen, die Bände werden in einem Hardcover ausgeliefert und sind somit unverwüstlicher und edler als die normalen Hefte. Der Druck ist schwarz-weiß und wirkt dadurch noch ästhetischer. Desweiteren sind einige Goodies enthalten wie Vorworte namhafter Comicauthoren (hier Alan Moore), Interviews mit Mignola und Hellboy-Zeichnungen nationaler und internationaler Comicgrößen.
Mein Tipp also: zugreifen so schnell wie möglich :)