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Hellblau: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Thomas Meinecke
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 8,99 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

30. Juni 2003 suhrkamp taschenbuch (Buch 3508)
Tillmann verbringt den Sommer in North Carolina. Ein Hurrikan zieht auf. Ein Leuchtturm wird verschoben. Auf dem Meeresboden ruhende Kriegsschiffe bilden die Kulisse für Tauchgänge. Ein hellblauer Badeanzug, ein westafrikanisches Gewand, in Form gebrachte Augenbrauen. Reagan besucht Bitburg. Jüdische Jungen, die den Blues singen, der Antisemitismus der Black-Power-Bewegung und die "Frauen fremder Völker". Abschiebungen von Asylbewerbern, Streit um die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern, schwarze Aliens. Chicago, Detroit, Mannheim, Berlin, Krakau. Das ist der Kosmos des neuen Meinecke.
Nachdem der Autor in "The Church of John F. Kennedy" Konzepte nationaler Identität in Frage gestellt und seine Figuren im Roman "Tomboy" in "gender trouble" gebracht hat, kreiselt Hellblau um die Konstruktion ethnischer Identität. Was ist ein Europäer, Afrikaner, Amerikaner, der jüdische Mann? Welche Folgen hat der transatlantische Sklavenhandel für die heutige Technomusik? Was - überhaupt - kann ein e Technoplatte erzählen? Und wie politisch ist das? Inwiefern kann die Sängerin Dana International als ehemaliger Junge den Staat Israel beim Grand Prix de la Chanson repräsentieren? Und welche Farbe hat eigentlich Mariah Carey? Tillmann und seine Freundinnen Yolanda und Cordula tauschen E-Mails, Faxe, Platten und Bücher aus. Meinecke vernetzt die Perspektiven seiner Denk-Figuren zu einem polyphonen Textgeflecht.


Hinweise und Aktionen

  • Gewinnen Sie einen Weber Grill: Lösen Sie das Buchstabenrätsel und nehmen Sie am Gewinnspiel teil - nur bis zum 30. Juni 2013.


Wird oft zusammen gekauft

Hellblau: Roman (suhrkamp taschenbuch) + Tomboy: Roman (suhrkamp taschenbuch) + Mode & Verzweiflung (suhrkamp taschenbuch)
Preis für alle drei: EUR 28,99

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (30. Juni 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518455087
  • ISBN-13: 978-3518455081
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 10,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 442.260 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Die Papierschere im Kopf
"Gleichzeitig mit dem Wagen von Federal Express treffe ich vor meiner Hütte ein und halte kurz darauf, vor Neugier fiebernd, einen ganzen Stapel vor wenigen Tagen bestellter, druckfrisch duftender Bücher in den Händen. Am liebsten würde ich alle zugleich durchlesen." Bücher, Broschüren, Websites, Booklets, Schallplatten, CDs -- in den Texten des Autors, Radio-DJs und Musikers Thomas Meinecke dreht sich fast alles ums Lesen und Hören. Obwohl auch Hellblau als Roman firmiert, wird man einen klassischen Plot und traditionelle Figurenpsychologie vergeblich suchen. Ein Autor, der nicht erfindet, sondern mitschreibt. Macht nichts: Meineckes Figuren entstehen durch die Texte und Platten, die sie konsumieren, über die sie sich, via E-Mail und Telefon, austauschen: Cordula, Zweitsemester an der Humboldt-Universität in Berlin korrespondiert mit Tillmann in North Carolina und Yolanda in Chicago, die beide für ein gemeinsames Buch über "racial cross dressing" recherchieren.

Wie seine Vorgänger The Church of John F. Kennedy und Tomboy kreist auch Hellblau um die Pluralisierung traditioneller Identitätskonstruktionen -- diesmal geht es Meinecke jedoch nicht vordergründig um die Veränderung deutscher Traditionen auf dem Boden der Neuen Welt oder "gender troubles", sondern um die Regeln, nach denen sich ethnische Identitäten aufbauen. "Was ist ein Europäer, Afrikaner, Amerikaner, der jüdische Mann?" Was, bitte, haben der transatlantische Sklavenhandel und die "Black Atlantic"-Theorie des englischen Kulturwissenschaftlers Paul Gilroy mit den Berichten über deutsche U-Boot-Wracks vor der Küste North Carolinas und den Platten des Detroiter Techno-Labels Underground Resistance zu tun? Was jüdische Idiome in den Rap-Texten der Beasty Boys mit der Geschichte der White Negroes -- weiße, oft jüdische Jazzmusiker, die in den Zwanzigern die schwarze Kultur lebten? Bietet die Antwort auf all diese Fragen am Ende einen veränderten Blick auf die Abschiebepraxis von Asylanten aus Deutschland und den Streit um die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern?

Einmal mehr hantiert Meinecke, seinen Protagonisten nicht unähnlich, lustvoll mit Papierschere und Kopierer. In bester Sampling-Manier werden Theoriefragmente und Produkte der Kulturindustrie auseinander geschnitten, neu zusammengesetzt und zu einem -­ trotz der auf den ersten Blick knochentrocken scheinenden Materie -- groovenden Text-flow arrangiert. Hellblau endet mit einem Empedokles-Fragment, das sich angeblich auch auf dem Grabstein Hubert Fichtes findet: "Einst bin ich ein Knabe, ich bin auch ein Mädchen gewesen, Busch und Vogel und Fisch, der warm aus dem Wasser emporschnellt." -­ Mit der Hommage an den 15 Jahre nach seinem Tod fast vergessenen Dichter-Kollegen stellt sich Meinecke bewusst in eine andere Tradition popliterarischen Erzählens, als sie in Deutschland einig Faselland lange en vogue war. Die heimliche Rückkehr des Denkens in das Erzählen muss also keine dröge Veranstaltung für kulturwissenschaftliche Oberseminare bleiben ­- sie macht, Meinecke beweist es, sogar eine Menge Spaß. --Niklas Feldtkamp -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Bücher wie Tomboy oder Hellblau erscheinen...wie eine Antwort auf Musils Versuch, die Welt hinter den uferlosen Diskursen wiederzuerlangen: als stellten sie die Frage, wie eine lebendige Welt inmitten der Diskurse zu gewinnen sei, nachdem Dilettantismus zum Schicksal geworden ist.«

(Michael Adrian Frankfurter Allgemeine Zeitung )

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hochseefischen auf dem Atlantik 22. November 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Laut Meinecke geht es in seinem neuen Titel um die Vernetzung Europas, Amerikas und Afrikas durch den Atlantik. Und es geht um rassische Identitaet, vor allem um Afrikaner, Juden und Europaer. Da gibt es allerhand interssante Geschichten: von deutschen U-Booten vor der amerikanischen Ostkueste, um juedische Bluesmusiker, um schwarzen und weissen Techno, Geschichten von Immigration und "displacement", Kosmetikartikel. Allerhand mehr oder weniger interssante Geschichten und Theorien laesst er seine drei Hauptpersonen via fax, email oder Post tauschen, ihren Geliebten erzaehlen oder auf Plattenhuellen entziffern. Was diese Leute erleben ist auch ganz amuesant, scheint aber doch im Hintergrund des Romans zu stehen. Habe ich Roman gesagt? "Hellblau" liesst sich eher wie ein Magazin angefuellt mit apokryphen "cultural theory" Essays. Manchmal fand ich mich als Leser zurueckgelassen war es mir doch leider unmoeglich zB bestimmte Technolabels wiederzuerkennen, freute mich dann umso mehr andere Bezugspunkte einordnen zu koennen. Aber das macht nichts. Man koennte das Buch auch genauso kreuz und quer lesen wie Meinecke wahrscheinlich seine Recherche durchfuehrte. Das Narrativ, das dem Buch den Rahmen gibt ist athmospaherisch dicht, die Figuren sind liebenswert aber halt bloss die Mittel zum Zweck: Lautsprecher aus denen eine unglaubliche Geschichte nach der anderen sprudelt. Manchmal dachte ich, das Buch sei fuer Spezialisten geschrieben, doch dafuer ist Meineckes Themenwahl dann doch zu eklektisch, unter umstaenden scheint sie sogar etwas willkuerlich. Trotzdem, die guten Seiten ueberwiegen finde ich: eine Kulturgeschichte als Roman verkleidet und durchaus verdaulich wenn man es nicht zu ernst nimmt...
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3.0 von 5 Sternen Der etwas andere Roman... 10. April 2013
Format:Gebundene Ausgabe
Wie ein Roman liest sich das Buch von Thomas Meinecke nicht gerade, es ist eher ein Kulturmagazin mit recht interessanten Darstellungen und einer flotten Sprache. Es geht primär um Afrikaner, Juden und Europaer und auch moderne Musik spielt eine Rolle (die wenigsten genannten Titel waren mir bekannt..). Die drei Hauptpersonen erzählen und kommunizieren per Post, Fax oder via Email. Oftmals sind weite Gedakensprünge (so wie auch die weiten geographischen Gegebenheiten) für den Leser eine Herausforderung. Dennoch eine lebhafte (Kultur-)Geschichte mit eigenem Sprachstil, manchmal so wirr wie das Leben eben...
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Thomas Meinecke - Hellblau 20. Februar 2006
Format:Taschenbuch
Eine Gruppe junger Leute, verteilt auf der ganzen Welt, legen eine Stoffsammlung für ein Projekt an. Soweit die Rahmenhandlung, zu Meineckes Konvolut 'Hellblau'. Es ist nicht leicht zu sagen, um was genau es in Hellblau eigentlich geht. Meinecke, der immer schon eher ein sammelnder denn ein schaffender Schriftsteller war, führt Buch über die Entdeckungen der (kaum) handelnden Figuren. In den meisten Fällen geht es um Grenzen und Übergänge. Was ist schwarz, was weiß, was ist männlich und was ist weiblich. Es geht um Sklaverei, Gender Studies und vor allem um Musik. Ein furioses Konvolut, dass keinesfalls Anspruch auf thematische Kohärenz noch auf Vollständigkeit erhebt. Eine Sammlung jedoch, die neue Bezüge herstellt und nachzudenken gibt.
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