Also ich will mich gleich zu erkennen geben und hoffe, dass auch die Autorin diese Zeilen liest, denn ich hatte ein echtes Lesevergnuegen. Ich bin selbst Autorin u.Reiterin. Der Buchmarkt ist ¾berflutet von Pferderomanen, aber 90% sind Kitsch erster Guete, und ich habe bis auf den Pferdefluesterer von N.Evans u. Monty RobertsÕ Autobiografie weniges gefunden, das mir zusagt. Nun habe ich gleich zwei B¾cher gefunden, die meinem Anspruch gerecht wurden: WEIT WIE DER HIMMEL und HELL WIE DAS LICHT, wobei mir das HELL WIE wegen seiner sauberen Erzaehlweise und seiner Infragestellung vieler Dinge in Sachen Natur, Umwelt, Verh¦ltnis zu Tieren und zum Tod noch besser gefallen hat. Das Lektorat hat jedoch auch hier an einigen Stellen geschlafen. Ich weiss von mir selbst, dass man Fehler am Ende nicht mehr wahrnimmt, und dafuer sind eben Lektor oder Korrektor zustaendig. Es gibt 2 oder 3 Wiederholungen, die, wenn man die uebrige Schreibweise betrachtet, nicht Absicht sein koennen.
Wunderschoen finde ich z.B. die kleine Indianerweisheit am Schluss von WEIT WIE....
Und es gibt ¾brigens Saetze in HELL WIE DAS LICHT, die so haengen geblieben sind, dass ich sie frei wiedergeben kann, wie z.B. "In der Ferne senkten sich die Wolken ¾ber die sanften Huegel der Praerie. Himmel und Erde schienen einander zuzusteben, um sich am Horizont zu vereinigen." (Sch¨nes Symbol f¾r die beiden Protagonisten) Und weiter: "Alles schien miteinander im Einklang, ungestoert und klar. Der Mensch war hier nichts als ein winziges Kluempchen Lebendmasse, seine Vorstellungen, Ansichten und Sorgen ein Fliegenschiss in einer Welt ohne Anfang und Ende." Wirklich genial. Ich kenne Wyoming und finde auch diesen Satz sehr treffend und bildhaft: "Wyomings beharrlicher Wind hatte sich in die Fassadenfarbe des einstoeckigen Holzhauses gefressen und die Veranda ein wenig schief gestellt." Und "Dieser leise Kitzel, dieses Eingebundensein in die Gesetze der Natur, in ihre Regeln, nicht in die, die dem menschlichen Denken entsprungen und die zeitlich und raeumlich begrenzt und vernichtend unlogisch waren. Hier galt das Gesetz der Unendlichkeit, das immer wieder Vergaenglichkeit schuf." Schoen auch die Frage nach dem Jagdbeduerfnis von Maennern und der Agression darin." Jeff fragte sich abermals, ob der maennliche Spa§ am Erlegen von Tieren ein Zeichen ihrer natuerlichen Anlage war oder ob dieses Beduerfnis durch das grosszuegige Waffengesetz und die ausgedehnte Wildnis in diesem Land geschaffen wurde... Ó
berzeugend auch die Dialoge in der Versammlung der Rancher. Man sieht die Typen lebhaft vor sich, und ihre Sprache ist authentisch.
Das Ende ist einfach klasse: Kein eindeutiges Happy-End und trotzdem eine Perspektive auf ... Ich will nichts verraten, aber "Der Schnee tauchte die Natur in tiefes Schweigen und liess alle Gedanken an gestern und morgen verstummen. Was zurueck blieb, war die Natuerlichkeit, die Schoenheit und Klarheit des Augenblicks und ein Gefuehl grenzenloser Freiheit und Liebe." Dem ist nichts mehr hinzuzufuegen. Das sitzt.