"Hell Yeah!!! - The Awesome Foursome (And The Finnish Keyboarder Who Didn't Want To Wear His Donald Duck Costume) Live In Montreal" lautet der Gesamttitel dieses Konzert-Mitschnitts. Daran kann man bereits den speziellen Humor erkennen, der die Jungs um Kai Hansen auszeichnet. Nach "Alive '95" (1996) und "Skeletons In The Closet" (2003) ist "Hell Yeah!!!" bereits das dritte offizielle Live-Album der Hanseaten - so gesehen sollte eine Steigerung zu erwarten sein, was leider nicht so wirklich gelingt.
Die Grundvoraussetzungen stimmen natürlich: die Qualität des Backkataloges der Band ist dermaßen groß, dass auch eine Doppel-CD kaum ausreicht, um die besten Tracks aufzunehmen. Dennoch wurde die Songauswahl sehr gut und stimmig getroffen, es ist eigentlich aus jeder Schaffensphase etwas dabei. So gesehen ein Vorteil gegenüber "Skeletons In The Closet", das nur selten gespielte Stücke beinhaltete und auch gegenüber "Alive '95", bei dem die Auswahl noch wesentlich kleiner war. Auch spieltechnisch ist alles im grünen Bereich, wenngleich Kai Hansen nicht ganz perfekt bei Stimme zu sein scheint. Aber gerade das und die kleinen Verspieler, die man ab und zu hört, sorgen für authentische Live-Atmosphäre und machen ein solches Album erst richtig sympathisch.
Was mir persönlich überhaupt nicht gefällt: der Sound. Es klingt, als ob beim Konzert in Montreal die Stimmung des Publikums nicht gerade euphorisch war. Vermutlich liegt das aber eher an der Aufnahme selbst... Jedenfalls ist von grandioser Live-Atmosphäre relativ wenig zu merken, da einerseits die Fans viel zu leise sind, andererseits der Klang der Instrumente nicht so richtig zur Geltung kommt. Insgesamt fehlt es ordentlich an Druck, vor allem beim Drum-Sound und ab und an bei den Vocals ist das zu bemerken. Kai Hansen bietet dem Publikum auch genügend Möglichkeiten, selbst mitzusingen - ob das wirklich funktioniert oder nicht, ist schwer zu beurteilen, da so wenige Reaktionen zu hören sind. Schade, hier wurde meiner Ansicht nach viel Potential, das so ein Live-Doppelschlag bieten kann, verschenkt.
Abschließend möchte ich noch - wie bereits ein anderer Rezensent - bemerken, dass bei den Bonus-Tracks deutlich zu hören ist, wie viel eigentlich möglich gewesen wäre. So reicht es bei mir leider nur zur Durchschnittswertung, was im Angesicht der Qualität der einzelnen Songs an sich schon fast katastrophal ist. Anzumerken ist noch, dass "Hell Yeah!!!" auch auf DVD erhältlich ist, was vermutlich die bessere Variante ist, da ein solches Konzert immer auch sehr stark von der Bühnenshow lebt (gesehen habe ich die DVD allerdings nicht).