Zwei Jahre sind mittlerweile ins Land gegangen, seit dem President Evil mit ihrem Debüt-Album, The Trash'n'Roll Asshole Show, brillierten. Da stellt sich nun natürlich die Frage, was die fünf Bremer in der Zwischenzeit denn so getrieben haben, wenn man nicht gerade mit den Großen der Branche, wie Ministry, Gwar oder Fear Factory, quer durch Europa tourte. Gut, dann reiste man eben mit den nicht ganz so Großen, wie Betzefer, Koroded oder Motorjesus, durch die Lande oder lungerte auf dem einen oder anderen namhaften Festival herum.
Bei dem engen Terminplan ist es fast schon ein Wunder, dass man trotzdem noch den Weg ins BluBox-Studio fand. Was man dort diesmal unter der Regie von Guido Lucas (u.a. Blackmail, Smoke Blow, Genepool) anstelle von Andy Classen (Die Apokalyptischen Reiter, Tankard), der sich trotzdem die Endveredelung nicht nehmen ließ aufgenommen hat, hört auf den Namen Hell In Box und geht auch da wird ausnahmsweise mal nicht zuviel versprochen ab wie die Hölle.
Schon mit den Opener Viva La Muerte wird klar: Es werden keine Gefangenen gemacht und der mit dem Vorgänger eingeschlagene Weg Thrash kombiniert mit einer mehr als kräftigen Portion rotzigem Rock'n'Roll - wird konsequent weiterverfolgt, ist aber auch nochmal eine Spur rotziger und eingängiger geworden. Klingt eben konsequent nach Straßenköter und kein Stück mehr nach Metal-Mathematik. Auch kein Wunder schließlich ist der Kollege Lucas an den Reglern ja nicht gerade für seine True-Metal-Produktionen bekannt.
Aber kommen wir lieber wieder zu den tragischen Einzelschicksalen, die sich in Songs wie Jesus Factor Negative, Hell In A Box oder King Asshole nahtlos fortsetzen. Frontman Johnny Holze ist so eines. Der Gute hat scheinbar als Kind schon mehrere Exorzismen durchgemacht. Anders lässt es sich wohl kaum erklären, dass dieser, wenn er nicht gerade seine Mitmenschen in die Hölle wünscht, sich in einem permanenten Zwiegepräch mit dem Teufel befindet.
Den Kollegen der Rhythmusfraktion ist es da bisher scheinbar kaum besser ergangen, auch wenn nicht überliefert ist, welche Dämonen sie dazu treiben, schier endlos autistisch vor sich hinzugrooven, liefern sie damit genau das richtige Fundament, damit die zwei Helden an den sechs Saiten in Nummern wie The Anti Loser, The Return Of The Speed Cowboys oder New Junk City mit knackigen, einprägsamen Riffs so richtig schon brillieren können. Auch oder gerade weil man sich mit den Solieren eher dezent zurückhält.
Alles in Allem liefern President Evil mit Hell In A Box einen Rocker par excellance ab und schaffen es endlich den Rotz und die Energie ihrer Live-Performance auch auf Platte rüberzubringen. Und wer das alles nicht glauben will, kann sich in den nächsten Wochen gerne selbst davon überzeugen, wenn man diesmal mit Volbeat mal wieder quer durch Europa tourt.