Was würde die Welt wohl nach dem genialen Debut "Show no Mercy" und der EP "Haunting the Chapel" noch erwarten? Sind solch geniale Songs wie "Black Magic", "Die by the Sword", "Antichrist", "Captor of Sin" oder "Chemical Warfare" noch zu toppen?. 1985 kam dann die Antwort auf diese Fragen in Form des zweiten Full Length Albums "Hell awaits" und bewies, dass SLAYER sich erneut gesteigert und ein wahres Meisterwerk des Metals veröffentlicht haben. Eingeleitet wird die Scheibe durch den Kult-Opener "Hell awaits", das mit geheimnisvollen Stimmen beginnt. "Join us, join us... welcome back" heißt es (rückwärts gesprochen) und das sind SLAYER auch. Das Riffing des Titelsongs ist einfach unglaublich; pulsierend, treibend, pumpend treibt es den Song mit jeder Sekunde voran und steigert dabei die Stimmung bis zum erlösenden Break, bevor es dann mit der Strophe los geht und das Aggressionspotentioal völlig entfaltet werden kann. Weiter geht es mit "Kill again", einer sehr riffbetonten und abwechslungsreichen Nummer, die vor allem durch ihre Kurzweile dominiert. Sehr schnell und sehr aggressiv, so gehört's sich! Zwar erinnert der Refrain gelegentlich ein wenig an KREATOR zu "Pleasure to kill" Zeiten, doch waren SLAYER mit ihrem Song da wesentlich früher dran. Als nächstes folgt mit "At Dawn they sleep" ein weiterer Hit auf diesem Album. Waren die beiden vorigen Songs eher von der schnelleren Sorte, konzentrierte man sich hier mehr auf den Midtempo-Bereich. Durch die treibenden langsamen Doublebass erhält dieses Stück dadurch einen sehr druckvollen und brutalen Effekt. Sehr genial ist dabei der Mittelteil mit dem aggressiven Riffing und dem "Kill"-Mit-Sing-Part ausgefallen. Mit "Praise of Death" geht es dann endlich wieder schneller zur Sache. Der Aufbau ist zunächst wesentlich einfacher strukturiert, wobei man sich dafür im Mittelteil umso verspielter präsentiert und zudem bei diesem Song Dave Lombardo zum ersten mal seine berühmte Doublebass Walze auspackt. "Necrophiliac" ist wieder von der aggressiveren Sorte und ist mit 3.44 Minuten der kürzeste Track auf "Hell awaits". Klingt meiner Meinung nach irgendwie wie eine Mischung aus "Black Magic", "Live undead" und "Spirit in Black", wobei der Song mich stellenweise an SODOM zu "Persecution Mania" Zeiten erinnert (und ein wenig an das Kultstück "Sodomy & Lust"). Mit "Crypts of Eternity" haben SLAYER ihr bisher längstes Stück geschaffen. Hier dominiert eindeutig die Doublebass unterlegt von technischem Riffing. Man konnte bei diesem Stück schon erahnen, was uns 2 Jahre später mit "Reign in Blood" erwarten würde. Beendet wird "Hell awaits" mit dem kurzlebigen "Hardening of the Arteries", das gegen Ende eine Reprise des Openers und Titelsongs "Hell awaits" bietet. "Hell awaits" ist wesentlich roher und aggressiver als "Show no Mercy" ausgefallen. Viele dachten wohl damals, das hiermit der höchste Grad an Schnelligkeit und Härte erreicht sei, allerdings haben die wohl noch nicht mit "Reign in Blood" gerechnet!