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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
46 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
tiefgründiger, authentischer, weniger spannend als der Film,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: From Hell. Comic-Roman (Taschenbuch)
Von dem "Jack The Ripper"-Comic "From Hell" gibt es dank der Verfilmung mit Johnny Depp inzwischen zwei Ausgaben. Dies ist die etwas unhandlichere, aber günstigere Gesamtausgabe mit dem amerikanischen Filmplakat als Titelmotiv. Sie liegt fast so gut in der Hand wie das Telefonbuch einer mittleren Grossstadt. Parallel existiert zur Zeit noch die Ausgabe in drei schmalen Bänden, die Titelmotive sind dort dem Comic entnommen. Der Inhalt ist aber der gleiche. Beim Inhalt von Kinofilm und Comic ist aber ein gewaltiger Unterschied. Die Anschaffung dieses Albums lohnt sich auch noch für jeden, der bereits den Film "From Hell" im Kino geschaut hat. Inspektor Abberline hat in diesem Comic keinen Opiumrausch und keine Visionen, letztere hat dagegen der Hellseher Robert Lees auch ohne Opium. Ist der Film noch ganz auf die spannende Suche nach dem dem Zuschauer unbekannten Jack The Ripper ausgelegt, so wird im Comic schon vor den Morden im ersten Drittel verraten, wer auf den vielen folgenden Seiten der Frauenmörder werden wird. Aufgrund dieses Unterschieds kann sich der Comic viel stärker auf die Psyche, Ideen und Visionen des Rippers konzentrieren als der Film, der die Figur des Abberline im Gegensatz dazu in den Mittelpunkt stellt (sicherlich auch wegen Depp). Der Comic wirkt durch diese Unterschiede viel tiefgründiger - aber auch längst nicht so spannend. Gut und wichtig sind auch die seitenlangen Anmerkungen Moores im Anhang. Hier glaubt man die zehn Jahre Recherchearbeit. Diese Anmerkungen geben dem Comic im Gegensatz zu Film mehr historischen Hintergrund und Authentizität.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sinn und Form,
Von Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: From Hell. Comic-Roman (Taschenbuch)
Ja, hier wird auch die Geschichte von Jack the Ripper und seinen berühmten Morden im Jahre 1888 in London nacherzählt. Und zwar bis ins kleinste Detail. Nicht zum ersten Mal in einem Werk von Alan Moore scheint neben dem eigentlichen Prozess des Schreibens der Story und des Zeichnens der Bilder die Recherche der historischen Informationen einen Schwerpunkt gebildet zu haben. Und so findet sich praktisch jedes Detail, jeder Hinweis und jede Information, die heute noch verfügbar ist, in den Bildern wieder. Moore folgt dabei einer Theorie über den Mörder, die heute eher für unwahrscheinlich gehalten wird. Aber auch andere, mögliche Lösungen des Kriminalfalls haben in der Geschichte ihre Spuren hinterlassen. So sind mehrere mögliche Mörder in der Handlung präsent.Durchschauen kann man das aber nur, weil einem ein eigener Anhang zusätzliche Informationen bietet und die meisten Geheimnisse hinter den Bildern aufklärt. Dieser ist nicht gezeichnet, sondern enthält einen geschriebenen Kommentar zu fast jeder einzelnen Seite. Erst hier erfährt man, wie viel Arbeit wirklich hinter dem Buch steckt. Nach dem Durchlesen ist dann auch der Leser Jack the Ripper-Experte. Warum mag sich Moore nun für diese eine, eher unwahrscheinliche Variante entschieden haben? Ich vermute, es liegt daran, dass Moore hier noch mehr erzählen will als nur die Geschichte von Jack the Ripper. Er mahlt ein Panorama Londons, seiner Architektur und Geschichte. Er erzählt auch von den Untaten, die in der Stadt seit Beginn unserer Zeitrechnung verübt worden sind. Vom Blut, das vergossen wurde. Über Antike quer durch das finstere Mittelalter bis in unsere Zeit ziehen sich die Spuren der Gewalt. Und des Bösen. Und während der Protagonist, der Mörder langsam seinen Verstand verliert, scheint er dennoch weiter eine Rolle im Kampf zwischen Gut und Böse zu spielen. Der eigentliche Höhepunkt des Buches läutet dann den Abgrund des kommenden 20. Jahrhunderts ein - zeitgleich zu den Morden in London wird in einem kleinen Dorf im fernen Österreich ein Mann namens Adolf Hitler gezeugt. Darum geht es also in "From Hell": Das metaphysische Böse und sein Wirken wird gezeigt. Zu abgehoben? Aber auch als rational veranlagter Mensch kann man das alles genießen. Die Botschaft ist in der Atmosphäre der Bilder, in den meist fehlenden Farben, in den Gesichtern der Figuren genial umgesetzt. Und oft lässt Moore sich Zeit. Die Bilder geben nicht nur Handlung wieder. Der Fluss des Lesens wird bewusst beschleunigt oder verlangsamt, der Leser so durch die Geschichte geleitet und immer wieder auf besondere Situationen oder Aussagen aufmerksam gemacht. Es ist großes Handwerk, was wir hier vor uns haben. Für mich ist das Lesen des Buches deshalb auch ein deutlich intensiveres, aber auch anstrengenderes Erlebnis als der Film. Es macht nicht "Spaß", jedenfalls nicht im eigentlichen Sinn. Aber es erweitert die Welt. Was wir hier vor uns haben, ist Literatur. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Anders als der Film, aber für Fans ein Muss,
Rezension bezieht sich auf: From Hell (Gebundene Ausgabe)
Selten trifft der Begriff Graphic Novel so gut zu wie bei "From Hell", der Begriff Comic reicht dafür einfach nicht mehr aus. Um eine Vorstellung zu bekommen: Selbst bei straffem Lesen braucht man ungefähr 3-4 Stunden und dann hat man noch nicht mal die ausführlichen Ausführungen von Moore im Anhang gelesen. Alan Moore ist eine Legende in seinem Bereich. Von ihm stammen unter anderem "V for Vendetta", "Watchmen - Die Wächter" und "The League of Extraordinary Gentlemen".Der große Vorteil der Gesamtausgabe von Cross Cult, im Gegensatz zu den früheren drei Bänden, liegt auf der Hand: Man hat den gesamten Inhalt in einem schönen Hardcover-Band. Andererseits ist der Band wirklich sehr umfangreich geraten, sodass er schwer in der Hand liegt. Die Schrift ist manchmal etwas zittrig. Der Band fängt eher langsam an und entwickelt, wie schon erwähnt, wenig Spannung im eigentlichen Sinne. Anstelle von Johnny Depp gibt es düstere, philosophische Hintergründe, die auch einen Bezug bis in die Neuzeit herstellen. Aber gerade diese Bezüge wirken eher wie Fremdkörper, auch wenn sie für mehr Tiefgang sorgen. Erst nach Lektüre der Anmerkungen versteht man sie besser. Wer sich für die spirituelle Geschichte von London, die viktorianische Epoche und die Freimaurerei interessiert, wird aber kaum gelangweilt sein. Sehr gut stellt Moore das trostlose Leben der Frauen beziehungsweise der Menschen in Gegenden wie Whitechapel dar. Da gibt es ebenso nackte Tatsachen zu sehen wie die blutigen Taten vom Mörder im Detail. Gerade beim letzten Mord ist das wirklich sehr drastisch in Szene gesetzt. Auch sind die Protagonisten realistisch und werden von Moore mit Leben gefüllt. Auch die Arroganz und der Rassismus der Engländer gegenüber Fremden werden offen gezeigt. Als Bonus gibt es lange und ausführliche Erklärungen vom Autor, da merkt man wie viele Gedanken sich Moore zum Thema gemacht hat. Bei der Dicke des Bandes ist man dann auch sehr dankbar für das Lesebändchen. Die Zeichnungen von Campell unterstreichen den besonderen Charakter von "From Hell", der Seitenaufbau ist aber eher klassisch. Aber der Text musste ja auch untergebracht werden. Wer das Geld erübrigen kann, sich für Jack the Ripper "begeistert" und genial gemachte Graphic Novels mag, sollte sich die Gesamtausgabe "From Hell" zulegen. Die Lektüre ist zwar weniger spannend oder mysteriös im Vergleich zum Film, hat dafür aber andere Qualitäten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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