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Musik

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Fotos

Abbildung von Massive Attack

Biografie

„Heligoland“

Exakt 20 Jahre nachdem Massive Attack mit „Daydreaming“ ihre erste Single veröffentlichten, erscheint mit „Heligoland“ nun das lang erwartete, offiziell fünfte Studioalbum der Formation aus Bristol, die wie nur wenige andere ihrer Art mit wegweisenden Klängen und Visionen das Profil der zeitgenössischen Popmusik geprägt hat. Erst im letzten Jahr wurden Massive Attack für ihre… Lesen Sie mehr im Massive Attack-Shop

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Produktinformation

  • Audio CD (5. Februar 2010)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Virgin Records (EMI)
  • ASIN: B0035GU9R0
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 58.293 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

1. Pray For Rain
2. Babel
3. Splitting The Atom
4. Girl I Love You
5. Psyche
6. Flat Of The Blade
7. Paradise Circus
8. Rush Minute
9. Saturday Come Slow
10. Atlas Air

Produktbeschreibungen

motor.de

History repeating? Massive Attack arbeiten zwar nicht mehr am Puls der Zeit, haben aber dennoch kein gestriges Album vorgelegt.

Helgoland hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Über Jahrhunderte umkämpft und von verschiedensten Herrschern regiert, kehrte erst mit dem Übergang der Insel von Großbritannien an Deutschland 1890 Ruhe in der Historie des Eilands ein. Vielleicht haben Robert „3D“ Del Naja und Grant „Daddy G“ Marshall die Geschichte Helgolands als Spiegelbild der Geschichte ihrer Band Massive Attack gesehen und deshalb ihr neues Album nach ihr benannt. Auch ihre Historie seit der Gründung 1988 ist wechselvoll: (Mit-)Erfindung des Genres Trip-Hop und kreative Hochzeiten Anfang bis Mitte der 90er („Blue Lines“, „Protection“), Ausstieg von Bandmitglied Mushroom, temporärer Ausstieg von Daddy G. Doch ebenso wie um Helgoland ist es auch um Massive Attack in jüngerer Vergangenheit ruhiger geworden. Dies liegt sowohl an einem Abflauen des Trip-Hop-Hypes Ende der 90er wie auch an der langen Pause seit dem letzten Studioalbum – „100th Window“ ist bereits sieben Jahre alt.

Anders als die Insel können Massive Attack den Verlauf ihrer Geschichte jedoch selbst bestimmen. Und da schien dem Bristoler Duo noch etwas zu fehlen, denn sonst hätten sie nicht soviel Zeit und Studiosessions (von denen mehrere ausrangiert wurden) investiert. Es hat sich gelohnt. Wer erwartete, dass nach dem mediokren „100th Window“ die Band sang- und klanglos verschwinden würde, sieht sich durch „Heligoland“ eines Besseren belehrt. Das Besondere an Massive Attack war immer, wie sie die im besten Falle perfekte Mischung aus Kälte und Wärme herstellen konnten – sei es durch die soulvollen Stimmen der Gastsänger zu maschinellen Beats und/oder das Zusammenwirken von elektronischer Geräuschkulisse mit dem organischen Klang „echter“ Instrumente. Und von dieser Kalt-Warm-Melange ist auch auf dem fünften Studioalbum von Del Naja und Marshall angenehm viel vorhanden.

Bereits der jazzig wirkende Opener „Pray For Rain“ mit Tunde Adebimpe (TV On The Radio) am Mikro schafft die bekannt hybride Stimmung. Das Piano und die später einsetzenden Tribal Drums stehen der entrückten Stimme Adebimpes und elektronischem Gezirpe gegenüber und sorgen somit für den Massive-Attack-Effekt.

Doch anders als bei vorherigen Platten gibt es keine herausragenden, in den Schatten stellende Stücke wie „Unfinished Sympathy“ oder „Angel“. Das ist einerseits natürlich schade, andererseits trägt es sehr zum Flow des Albums bei, da man sich mehr in ihm verlieren kann. Sei es bei dem leicht arabisch angehauchten, mit einem New-Order-Bass unterlegten „Girl I Love You“ mit dem von vorherigen Alben bekannten Sänger und Roots-Reggae-Künstler Horace Andy oder das zwischen akustischer und elektronischer Instrumentierung pendelnde „Saturday Come Slow“, was stark an Blurs „Think Tank“ erinnert – nicht zuletzt durch die Vocals von Damon Albarn. Hinausgeleitet wird der Hörer vom schleichenden, mit einem narkotisierenden Beat ausgestatteten „Atlas Air“. Der perfekte Song für die Afterhour, wenn die Uppers ihre Wirkung verlieren und man sich in dem verwischten Bild namens Wirklichkeit wieder findet.

Massive Attack sind natürlich nicht mehr wegweisend oder zeitgeistdefinierend, aber das müssen sie auch nicht mehr sein, diesen Punkt haben sie in ihrem Lebenslauf schon abgehakt. Deswegen konnte oder wollte man nicht erwarten, dass „Heligoland“ dennoch ein über weite Strecken gutes bis sehr gutes Album geworden ist. Das Duo hat somit – im Gegensatz zu Helgoland – noch ein spannendes gegenwärtiges Kapitel der eigenen Geschichte zu bieten.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Headtrip.... 4. September 2010
Format:Audio CD
Massive Attack ist die Sorte Band, die sich von einer losen Gruppe Kumpel, die nur Spaß haben wollen und über ein paar Lieblingstracks singen (oder singen lassen) zu einer einer todernsten Sache gemausert hat, die im Zweifelsfall auch nur mal nur noch von einem Teil des Kollektivs produziert wird. Die Distanz zwischen dem ursprünglichen musikalischen Können und dem Anspruch an jedes neues Album der Band könnte kaum größer sein. Kein Wunder also, wenn bei Heligoland , dem fünften offiziellen Studioalbum der TripHop-Mitbegründer aus Bristol stolze sieben Jahre gebraucht hat und einerseits nach dem vorhergehenden Fast-DelNaja-Soloalbum auch Daddy G (Grant Marshall) wieder an Bord holt, andererseits die vielleicht umfassendste Kollaboration ist, die die an Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern ja nicht wirklich sparsame Band jemals abgeliefert hat. Die Liste der Gastmusiker und -vokalisten ist so lang wie beeindrucken, mit TripHop-Größen wie der Ex-Tricky-Sängerin Martina-Topley-Bird, dem regelmäßigen Massive-Gast Horace Andy, aber auch illustren anderen Namen wie Damon Albarn (Blur, Gorillaz), Ryuichi Sakamoto (als Remixer), Guy Garvey (Elbow) und Tunde Adebimpe (TV on the Radio), die anscheinend nur eine kleine Auswahl aus den Superstars sind, die sich bei DelNaja die Klinke in die Tür gaben in den vergangenen Jahren.

Das Ergebnis ist ein Album, das einerseits poppiger und offener klingt als das extrem düstere und introspektive 100th Window, das aber keinen Deut weniger intensiv oder grandios produziert ist. Tracks wie Babel, von Topley-Bird gewohnt lasziv hingeworfen, oder Paradise Circus, mit Hope Sandoval an den Vocals (fast ebenso sleepy wie MTB, aber etwas souliger), gehören mit zum besten, was Massive Attack abgeliefert haben, groovend, druckvoll, meisterhaft auf den Punkt ' eine seltsame Fusion aus den düsteren Soundbänken der letzten beiden Alben und einem offeneren elektronischeren Sound der ersten beiden Alben. Tanzbarer, soweit man dieses Wort bei Massive in den Mund nehmen mag. Beileibe keine Musik für den fröhlichen Morgen, aber auch nicht mehr der suizidal langsam feindselig treibende Basswummer von Mezzanine und Window. Die Platte ist souliger, beschwingter, bissiger. und dabei so abgefedert, dass man sich fragt, wieso das alles so lange gebraucht hat. Nichts wirkt verkopft oder überproduziert, die Tracks haben mitunter eine skizzenhafte Leichtigkeit, die täuschen mag und Ergebnis harter Arbeit ist, aber denen man die sieben vergangenen Jahre (wenn man Danny the Dog nicht mitzählt) kaum anmerkt, und die den alten tanzbaren Groove von DaddyG mit der Indie-Düsternis von 3D koppelt. Das wie eine postnukleare Polka daherschleppende Splitting the Atom erinnert fast an Karmakoma und die ganz ganz frühen Massive, während Flat of the Blade eine psychedelisch schwirrende Nummer von solcher Traurigkeit ist, dass es dir das Herz zerfetzt.

Dabei ist Heligoland beileibe kein «leichtes» Album, sondern ein in intensivsten Bässen und schleppenden Beats, seltsamen Halleffekten und elektronischen Blubbern und Bleepen grandios tiefes Album, gegen das etwa Blue Lines seltsam naiv und unschuldig wirkt und Protection zu übertrieben und theatralisch gegenüber dem unglaublich auf den Punkt gebrachten, routinierten, abgeklärten Heligoland. Das Album hat einen Hauch von Spätwerk, musikalisch einerseits reicher als je zuvor (wie die orchestrale Einlade bei Girl I Love You belegt), andererseits laid back und im besten Sinne des Wortes cool. Die Band muss sich niemandem mehr beweisen und hat sich offenbar mit Freunden einfach ein Album geschenkt, dass die besten Aspekte aller bisherigen Arbeiten fusioniert und dadurch ein neues Level erreicht. Kaum eine Band im Bereich der elektronischen Musik hat die Tiefe, Flexibilität, Ausdrucksbreite und Bedeutung von Massive Attack erreicht, und das nach über 20 Jahren Bandgeschichte absolut zu Recht ' so wie Radiohead sich von der Gitarrencombo zu einem ganz anderen Biest entwickelt haben, ist auch aus der der lockeren Groovecombo längst eine Art Konzeptprojekt geworden, das frei von jedem Anspruch, noch den Zeitgeist prägen zu müssen, zum ganz großen Headtrips in der Lage ist.
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