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Helena oder das Meer des Sommers. 2 CDs
 
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Helena oder das Meer des Sommers. 2 CDs [Audiobook] [Audio CD]

Julian Ayesta , Christian Brückner
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Auf eine Gattungsbezeichnung für Helena oder Das Meer des Sommers hätte der Autor am liebsten verzichtet, erfahren wir aus dem Nachwort. „Eine Art Gesang“ ergäben diese Erzählungen, ähnelten einem Gedicht, seien ein „pointilistischer Roman“, bei dem alle unwesentlichen Kapitel weggelassen wurden. Erzählt im klassischen Sinne wird hier tatsächlich nicht. Statt dessen lebenspralle Tableaus, in deren Beschreibung und Ausmalung Julián Ayesta schwelgt und seine Leser mitreißt in einen Strudel aus Farben, Gerüchen, Sonnenstrahlen, Meeresrauschen und Lachen. Lyrische Bilder paradiesischer Unschuld während einer Kindheit im nordspanischen Gijón. Eine laute, temperamentvolle Großfamilie trifft sich zur Sommerfrische, eine Schar Cousins und Cousinen genießt den Sommer, den Strand, das Meer. “Unter den Eichen lag ein grünlicher Schatten, und Sonnentupfen liefen über den Boden und die Tische. Im Hintergrund sah man durch die Bäume grüne Wiesen, Bauern, die auf den Maisfeldern arbeiteten, blassblaue Karren, Ochsen und ein Stück Meer. Ein Duft von feuchtem Gras, das von der Mittagssonne erhitzt wird, wehte herüber, ich hätte sterben können vor Glück mit Helena an meiner Seite und versank mit halbgeschlossenen Augen in meinen Gedanken.“

Mit ebendiesen halbgeschlossenen Augen blickt Julián Ayesta zurück, weniger melancholisch-nostalgisch als erfreut, diese ewigen Augenblicke eines Kinderglücks festhalten zu können. Ganz ungetrübt ist dieses aber doch nicht, zwischen die Beschreibung zweier Sommer mit der Liebe zur Cousine Helena schiebt sich ein Winterkapitel, das sich in ebenso strömenden, eleganten Satzwellen den Nöten eines katholischen Jungen mit der unermüdlichen Abwehr unkeuscher Gedanken widmet. Und anderseits schweben über allem auch die Wolken der Vergänglichkeit, werfen ihre Schatten voraus. Nicht nur die Kindheit muss unweigerlich dem Erwachsenwerden weichen. In diesem Fall ist es auch der schreckliche spanische Bürgerkrieg, der der Idylle bald ein Ende bereiten sollte. Vor dem dunklen historischen Hintergrund funkeln diese Kindheitserinnerungssplitter noch stärker und lassen beim Leser am Ende doch etwas Wehmut aufkommen, aber vor allem Glück, dass dieses kleine spanische Juwel von einem Buch über 50 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nun wieder entdeckt wurde. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Amazon.de Audiobook-Rezension

Die Stimme und der Verlag: Seit Christian Brückner mit seiner Frau Waltraut einen eigenen Hörbuch-Verlag gegründet hat, ist es noch spannender, die Karriere des besten deutschen Sprechers zu verfolgen. Beim Parlando-Verlag gilt (bis auf ganz wenige Ausnahmen): hier spricht der Chef! Und der hat in den allermeisten Fällen auch ein Gespür für ausgezeichnete Literatur, die auch ausgezeichnet zu seiner Stimme passt. Dass er auch schon mal literarisch Minderwertiges wie die esoterisch-überzuckerten Werke eines Paulo Coelho liest, muss man ihm da halt verzeihen.

Im Fall von Julián Ayesta hat der Parlando Verlag jedenfalls wieder einen Volltreffer gelandet. Literarisch war das eine der schönsten Wiederentdeckungen der letzten Zeit. Und Christian Brückners Stimme passt zu diesem elegischen Abgesang auf vergangenes Kindheitssommerglück nahezu perfekt. Helena oder Das Meer des Sommers wurde in Spanien im Jahr 1952 veröffentlicht und beschreibt sprachmächtig und melancholisch-verträumt Familienferien an der nordspanischen Küste und die Kinderliebe des Ich-Erzählers zu seiner Cousine Helena.

Wie ein Maler komponiert Julián Ayesta lebenspralle Bilder, und reißt seine Leser mit in einen Strudel aus Farben, Gerüchen, Sonnenstrahlen, Meeresrauschen und Lachen. Eine laute, temperamentvolle Großfamilie trifft sich zur Sommerfrische, eine Schar Cousins und Cousinen genießt den Sommer, den Strand, das Meer. “Unter den Eichen lag ein grünlicher Schatten, und Sonnentupfen liefen über den Boden und die Tische. Im Hintergrund sah man durch die Bäume grüne Wiesen, Bauern, die auf den Maisfeldern arbeiteten, blassblaue Karren, Ochsen und ein Stück Meer. Ein Duft von feuchtem Gras, das von der Mittagssonne erhitzt wird, wehte herüber, ich hätte sterben können vor Glück mit Helena an meiner Seite und versank mit halbgeschlossenen Augen in meinen Gedanken.“

Spieldauer: ca. 112 Minuten, 2 CDs, vollständige Lesung --Christian Stahl

Kurzbeschreibung

Ein heiterer, unbeschwerter Sommer an der grünen Küste Nordspaniens. Wie jedes Jahr trifft sich der Familienclan zur Sommerfrische im Landhaus. Beim Mittagessen im Garten glänzt das Kirschdessert rot zwischen den schwarzgelben Wespen, und Sonnentupfen laufen über das Tischtuch voller violetter Weinflecken und Brotkrümel. Die Nachmittage verbringen die Kinder am Strand, mit Papa, Mama, Onkel und Tanten, oder sie jagen Schmetterlinge im Wald. Ewige Augenblicke eines Kinderglücks.

Und wie alle Jahre inszenieren die Cousins irgendwann eine nächtliche Kissenschlacht gegen die Cousinen. Auch Helena ist von der Partie, die Cousine des Ich-Erzählers, aber noch will man voneinander wenig wissen. Doch schon einen Sommer später erscheint dem Jungen alles anders. Die Kissenschlacht macht keine Freude mehr. Für ihn gibt es jetzt nur noch Helena. Helena, die ihm von den sonnenwarmen Brombeeren die Hälfte abgibt. Helena, die sich mit ihm in die Wellen stürzt. Helena, die ihn ansieht, lange, sehr lange ... -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

Julián Ayesta, geboren 1919 in Gijón. Nach dem Studium der Rechte, der Philosophie und Literatur ging er in den diplomatischen Dienst. Er schrieb Theaterstücke, "Helena oder das Meer des Sommers" ist sein einziges längeres Prosawerk. Julián Ayesta starb 1996. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Auszug aus Helena oder das Meer des Sommers von Julian Ayesta, Dagmar Ploetz. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Nachmittag und Abenddämmerung
Vor dem kalten Kamin tranken die Erwachsenen schwarzen Kaffee und goldenen Likör. Der Kamin roch noch nach den Holzscheiten des Winters, aber es war nun Sommer, und wegen der Hitze lag das Eßzimmer im Dämmerlicht. Die Fensterläden waren angelehnt und nur ein paar Sonnenstrahlen drangen ein, durchwachsen mit leuchtenden Punkten, die auf und ab flirrten. Das Gespräch klang fern und freundlich, sehr leise, wie bei Mönchen, die im Chorgestühl beten und die man vom Schiff einer leeren Kathedrale aus hört. Da kam ein neuer Sonnenstrahl, noch heller, und funkelte in der lila Perlenkette von Tante Honorina und den Brillengläsern eines Gastes. Es war heiß, eine Hitze wie Musik, die nach gelber Kerze roch. Die Dienstmädchen kamen herein um abzudecken. Das Besteck klapperte im Zigarrenrauch der Männer wie die Glocken einer Ziegenherde, die bedächtig im Mittagsdunst grast. Es war die Siestastunde, weich und lau, die sich schläfrig im Schatten der Bäume eines blauen Waldes streckte, in einem sehr tiefen Land, vor Christi Geburt. Das Eßzimmer lag im Dämmerlicht, und aus dem Dunkeln hörte man die Zikaden und die Grillen in der Sonne singen und das Schnurren der Sonne auf den grüngelben Wiesen und das frische Rauschen der Eichen, wenn ein blauer, salziger Windstoß vom Meer her eindrang.
Da hielt ich es nicht länger aus und entwischte in mein Zimmer; ich zog mich aus, die Badehose an und rannte durch die Küchentür davon. Ich rannte bergab, den Wind im Mund, und an der Gartentür wartete Helena auf mich, in ihrem Badeanzug aus roten und goldgelben Blumen und mit dem breitkrempigen Hut aus fahlgelben Stroh, sie war fröhlich, voller Liebe und Leben, ihr blondes Haar durchsonnt, und bei einem Fuß guckte ihre große Zehe durch ein Loch im Stoffschuh und bewegte sich wie ein Mäuschen, das mich necken wollte, und man hätte hineinbeißen und das ganze Leben daran herumknabbern mögen.
"Hallo!"
"Hallo!"
Und wir marschierten gemeinsam, von Liebe erfüllt, zu den weiten Ländern des Nachmittags. Die Sonne - die Sonne! - schnarchte auf den Apfelbäumen, und die Wiesen waren voller Lichtflecken. Und es gab auch schwarzblaue Eukalyptuswälder. Und es überkam uns ein leichter Schauder vor diesen Bäumen, es waren die Bäume der verrückten Männer, die in weißem Hemd und mit bleichem Gesicht herumliefen, ein blutiges Messer in der Hand. Und es waren auch die Bäume der schwindsüchtigen Frauen, die mit eingefallener Brust Blut spuckten, in ihren Augen glänzte Haß, und abends, wenn der Himmel rot war, heulten sie traurig wie hungrige Wölfe. Und sie schlichen sich fort, den Mund voller Schaum und in der Hand eine große schwarzglänzende Nadel, um die Leute mit ihrem tödlichen Gift zu stechen. Unter diesen Bäumen saß auch immer ein armer Mann, der zahnlos ein Stück Brot mümmelte.
Das Nachmittagslicht war zähflüssig, golden und blau und schwarz. Ein geheimnisvoll schreckliches Licht, das von einem riesigen, einsamen Himmel herunterfiel. Auf den Wiesen lag Schläfrigkeit, ein heißer Dunst aus Zikaden und Grillen, und oben, sehr hoch, segelte ein Milan.
Helena und ich liefen schweigend nebeneinander her. Ab und zu blieb Helena stehen, pflückte ein paar Brombeeren und gab mir die Hälfte davon ab. Die Beeren, die in der Sonne gehangen hatten, waren warm und matt; die anderen, die aus dem Schatten, waren kalt und glänzten. Dann wieder pflückte ich sie und gab Helena ab, und wir sahen uns in die Augen, während wir aßen, das Gesicht vom Saft blaurot befleckt. Dann blieb meine Liebe - das war Helena, so schön, die Haut so braun und das Haar blond und die Augen blau und so frei und mutig - mal wieder stehen, um Brombeeren zu pflücken, und stach sich an den Dornen. Sie streckte mir ihren blutenden Finger hin und ich saugte das Blut, das so rot war, so salzig, so wundervoll, wenn es in der Sonne funkelte. Danach küßte sie mich und wischte mit ihren Lippen das Blut weg, das auf den meinen geblieben war. Und nachdem wir das getan hatten, überkam uns eine seltsame Angst, denn das war ein geheimes Ritual, ganz geheim, fast eine Art Sünde; keiner wußte warum. Helena schmiegte sich an mich, wie eine mysteriöse Katze, und flüsterte, die Augen voller Tränen: "Ich hab Angst." -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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