Als Marineoffizier und Flensburger sprach mich im Buchladen der Klappentext besonders an. Ein Roman in bekannter Umgebung und meinem "Berufsmilieu", welches in der Belletristik im Nachkriegsdeutschland überraschend selten im Mittelpunkt steht - das versprach interessant zu werden.
Sehr schnell wurde ich enttäuscht. Der durchschnittliche Fernsehkonsum eines Wochenendes genügt als Hintergrundwissen, um das dunkele Geheimnis und damit den ungefähren Verlauf der Handlung ab Seite 30 vorauszuahnen - die Spannung ist da schnell verflogen.
Doch das Buch ist auch noch erstaunlich schlecht recherchiert - das fällt bestimmt nicht nur einem "Insider" auf. Der Autor hätte zumindest einen Marineoffizier einmal querlesen lassen sollen, dann wären -zugegebenermaßen kleine, aber in der Summe sehr störende- Unzulänglichkeiten erspart geblieben. Beispiele gefällig: der erste Tote ist ein Admiral von ca. 42 Jahren - eine erstaunliche, wenn nicht gar äußerst unwahrscheinliche Karriere; der Dienstgrad "Stabskapitänleutnant" ist für Truppenoffiziere nicht vorgesehen, sondern für Offiziere des militärfachlichen Dienstes; das nicht existierende "Marinewachbatallion" bewacht auch nicht das Flottenkommando, usw.
Wie die Offiziere in der Summe dargestellt werden - davon ganz zu schweigen.
Kurzes Fazit: Dafür hätte ich mir einen schönen Kasten Bier kaufen können - um mal ganz dem im Buch beschriebenen Klischee zu entsprechen.