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Der Weg zum Heldenplatz. Eine Geschichte der österreichischen Diktatur 1933-1938
 
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Der Weg zum Heldenplatz. Eine Geschichte der österreichischen Diktatur 1933-1938 [Gebundene Ausgabe]

Manfred Scheuch
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 254 Seiten
  • Verlag: Kremayr & Scheriau; Auflage: 1., Aufl. (15. März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3218007348
  • ISBN-13: 978-3218007344
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,2 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 389.370 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Manfred Scheuch
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

War Österreichs Weg in das Hitlerreich unabwendbar? Manfred Scheuch beleuchtet die Vorgeschichte des "Anschlusses" von 1938 in der Ersten Republik und im austrofaschistischen Ständestaat. Seine Schlussfolgerung: Die unnachgiebige Politik der Christlichsozialen, die keine Annäherung an die Sozialdemokratie zuließ und sich durch deren Zerschlagung der stärksten Bundesgenossen gegen die nationalsozialistische Vereinnahmung beraubte, hat den Weg zum Heldenplatz geebnet.
Die aus der Zertrümmerung der Habsburgermonarchie hervorgegangene demokratische Republik Österreich, der "Staat, den keiner wollte", vom unüberbrückbaren Gegensatz zwischen der klerikal-bürgerlichen Christlichsozialen Partei und den proletarischen Sozialdemokraten geprägt, endete nicht erst im Jahre 1938. Bereits 1933 wurde ihr durch den Verfassungsbruch der christlichsozial geführten Regierung Dollfuß' das Ende bereitet.
Im Bündnis mit der von Mussolini protegierten faschistischen Heimwehr auf autoritärem Kurs, drängte si e die Arbeiterschaft mit der Niederschlagung des verzweifelten Aufstands vom Februar 1934 ins totale Abseits.
Im Juliputsch 1934 wurde Kanzler Dollfuß Opfer der Nazis, ohne dass sein Nachfolger Schuschnigg willens und imstande war, eine Versöhnung mit der in die Illegalität gedrängten Sozialdemokratie zu finden. Vielmehr versuchte er Befriedung durch Einbindung des "nationalen Lagers", ein Erfolg der Nazis. Hilflosigkeit gegenüber der Wirtschaftskrise mit ihrer verheerenden Arbeitslosigkeit vertiefte die Entfremdung breiter Bevölkerungskreise und insbesondere der Jugend gegenüber dem Regime. Verfolgung politischer Gegner, Errichtung von Anhaltelagern, kleinliche Schikanen, Zensur und klerikales Muckertum blieben vergebliche Mittel, die Distanz der Mehrheit der Österreicher zum ungeliebten Staat zu verringern. Außenpolitisch isoliert und im Inneren zerrissen, wankte das Regime in seinen Untergang. Nicht nur fanatische Nationalsozialisten strömten am 13. März 1938 auf den Heldenplatz. V iele glaubten, schlimmer könne es nicht werden. Sie unterlagen damit einer für Hunderttausende tödlichen Täuschung.

Über den Autor

MANFRED SCHEUCH, Dr. phil., Wiener des Jahrgangs 1929, Studium der Geschichte, 1970–1989 Chefredakteur der „Arbeiter-Zeitung“, Autor vieler Sachbücher: „Historischer Atlas Österreich“, „Historischer Atlas Deutschland“, „Europa im 20. Jahrhundert“, „Das größere Europa. Ost-Erweiterung“, „Nackt – Kulturgeschichte eines Tabus“. Renner-Preis, Preis der Stadt Wien für Volksbildung, Bruno Kreisky-Anerkennungspreis.

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Den falschen Feind bekämpft 11. Dezember 2011
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Manfred Scheuch, studierter Historiker und lange Jahre Chefredakteur des Zentralorgans der SPÖ ("Arbeiter-Zeitung"), beschäftigt sich in diesem Buch mit den wohl ereignisreichsten 5 Jahren der sogenannten "Ersten Republik" - konkret geht es vor allem um die Jahre 1933 - 1938.
Scheuch lehnt die immer wieder - vor allem von konservativen Historikern und Politikern - geäußerte These von der "geteilten Schuld" ab. Schuld daran, dass dieser Staat Österreich 1938 den Nazis wie eine reife Frucht in die Hände fiel, trage allein die klerikal-bürgerliche christlich-soziale Partei mit ihren beiden Exponenten Dollfuß und Schuschnigg (beide Bundeskanzler). Zusammen mit der "Heimwehr" begann sich die Partei sehr bald von der Demokratie zu verabschieden.
Die Sozialdemokratie hingegen - so Scheuch - agierte weitegehend defensiv; sie wollte die Demokratie verteidigen und durch demokratische Wahlen an die Macht kommen. Der folgende Satz von Bruno Kreisky (damals verfolgt und inhaftiert; 1970 - 1983 dann Bundeskanzler) aus dem Jahre 1984 bringt die Situation auf den Punkt: "Die Partei machte Fehler - aber die anderen haben die Demokratie wissentlich, bewusst und mit kühlem Zynismus beseitigt".
Viele einzelne Punkte, die schließlich das Gesamtbild ergeben, werden vom Autor beleuchtet: die Verrohung der Sprache; die antisemitischen Ausfälle (selbst die Sozialdemokratie war davor nicht gefeit); die "Aushungerung" des "Roten Wien" durch die Regierung; die Unfähigkeit derselben, geeignete Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit zu ergreifen; schließlich die Unfähigkeit - und der Unwille - der einen Seite, auf die Sozialdemokratie zuzugehen und den gemeinsamen Feind zu bekämpfen, der Österreich in den Untergang führte, nämlich Hitler.
Ganz, ganz wichtig ist auch die Herausarbeitung der verheerenden Rolle, die die katholische Kirche in diesen Jahren spielte.
Ein sehr kluges, sehr pointiertes, Stellung beziehendes Buch, das, was die Lesbarkeit betrifft, den gelernten Journalisten erkennen lässt.
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