Für einen Film von Cecil B. DeMille ist das ein bemerkenswert guter Western. Will sagen: die Schauwerte (Indianerschlachten usw.) sind zwar beeindruckend, erdrücken aber nicht die Story. Trotz teilweise recht lockerer Handlungsentwicklung geht der rote Faden nie verloren. Statt auf Spektakel setzt De Mille hier in erster Linie auf seine Stars, und das mit gutem Grund: Jean Arthur als etwas sentimentales Flintenweib Calamity Jane und vor allem Gary Cooper als stoischer Wild Bill Hickock sind superb, und die eigenartige Beziehung dieser beiden ist es vor allem, die dem Film so etwas wie eine Seele gibt. Cooper gibt den Helden mit gewohnt sparsamer Gestik und Mimik, und gestaltet seine Rolle trotzdem enorm eindrucksvoll und differenziert - einzig seine Schauspielkunst bewahrt die Hauptfigur davor, zum bloßen Klischee des unerschütterlichen Westernhelden zu gerinnen. Grandios!
Tadellos, teilweise glänzend auch die Darsteller der kleineren Rollen: James Ellison als überaus sympathischer Buffalo Bill Cody, Helen Burgess als seine Frau, sehr schön Porter Hall als Hickocks Mörder. Etwas blass einzig Charles Bickford als schurkischer Waffenhändler.
Dass mehrere Figuren die Namen historischer Persönlichkeiten tragen und die ebenfalls historische Schlacht am Little Bighorn vorkommt, sollte nicht zu der Annahme verleiten, hier würden historische Ereignisse auch nur annähernd faktengetreu dargestellt. Der Film ist bestenfalls lose an diese Ereignisse angelehnt und ansonsten einfach ein Western mit den genretypischen Zutaten und Schauplätzen. Diese wurden jedoch selten so detailreich dargestellt wie hier, und auch sonst hat der Film alles, was ein guter Western braucht: eine gute Story, Spannung, exzellente Kameraarbeit und, vor allem, Stars, die diese Bezeichnung wirklich verdienen. Sollte man gesehen haben.
Für einen Film von 1936 sind Bild- und Tonqualität passabel; dem Originalton hört man sein Alter allerdings deutlich an. Dazu gibt es einen alten Trailer; ansonsten keine Extras.