Ich habe das Buch wegen des ersten Kapitels gekauft - unbrauchbar - ein Heimwerker plaudert über seine Heizung und versucht dabei Allgemeingültigkeit zu vermitteln. Der Teil 3:"Hauselektrik selbst installieren und reparieren" hat es echt in sich. Kapitel 2 S.399: "Das meiste ist ein Kinderspiel!", schon das Aufhängen von Gardinen birgt größere Unfallrisiken als die meisten Elektroarbeiten in Wohnhäusern. So empfielt der Autor beispielsweise, die Funktion einer Steckdose mit einem beliebigen Elektrogerät zu prüfen. Bei Hausinstallation von vor 1973 kann die Feuerwehr dann in der Hälfte der Fälle am Leichengeruch feststellen, dass die Steckdose nicht funktioniert hat. Die Werkzeuge für eine vorschriftsmäßige Elektroinstallation kommen in der Werkzeugliste im wesentlichen nicht vor. So wird zur Überprüfung, ob eine Anlage spannunsfrei ist, ein "Phasenprüfer für 1 EURO" empfohlen (S.399 und S.406): "So wird die Spannung richtig geprüft."
Der Autor hat abenteuerliche Vorstellungen davon, was die Auswahlkriterien für die Stärke einer Leitung sind (S.494): "In Hinsicht auf die ständig steigenden Stromkosten kann es sich bezahlt machen, wenn man die unnötigen Energieverluste in der Leitung dadurch auf ein vernünftiges Minimum beschränkt, dass der Leiterquerschnitt etwas großzügiger dimensioniert wird." Der nächste Absatz zeigt dann, dass dem Autor die vorschriftmäßigen Auswahlkriterien für den Leiterquerschnitt (Leitungsschutz und Brandschutz) eher unbekannt sind. (S.520) Hier zeigt der Autor auch, dass er die Aufgabe von Überstromschutzeinrichtungen nicht kennt, er nennt die Leitungsschutzschalter ja auch Sicherungsautomaten, die aus praktischen Gründen eingesetzt werden (S.524). Wer seiner Auswahlempfehlung folgt, muss sich nicht wundern, wenn eines Tages die Feuerwehr das Eigenheim löschen muss. Im Kapitel 6.10 zeigt der Autor, dass er die Funktion der Fehlerstromschutzschalter nicht kennt, er glaubt, dass diese Geräte auch bei Überlast und Kurzschluss auslösen und deren Anwendung Ermessenssache sei (S.528).
Ergebnis: Ein Laie bringt sich mit diesem Buch in echte Lebensgefahr.
Ich habe hier übrigens die neue Auflage von 2010 vorliegen und verstehe nicht, dass der Franzis Verlag derartige "Fachliteratur" verlegt. Einen Bewertungspunkt muss man geben, deshalb einen Punkt.