Wieder einmal scheine ich entgegen des Mainstreams zu schwimmen, denn ich konnte mit diesem Zweiteiler (warum nennt sich so etwas "Staffel"? - für einen überlangen Spielfilm auf 2 DVDchen ein wahrhaft stolzer Preis) so gar nicht warm werden. Selbst wenn ich wohlwollend die seit der Herstellung vergangenen zehn Jahre in Anrechnung bringe, bleibt unter dem Strich nur eine plakativ überzogene Rassendiskriminierungsstory im Crime-Mäntelchen.
Der eigentlich wenig ergiebige Handlungsfaden plätschert fast 200 Minuten lang spannungslos dahin und alle Beteiligten bleiben dennoch farblos bis unsympathisch. Sie agieren seltsam künstlich und mehrfach wunderte ich mich über die unrealistische Ermittlungstaktik. Gut recherchiert wurde für DIESES Drehbuch jedenfalls nicht. Zu diesem wirklichkeitsfernen Eindruck passte dann auch die deutsche Synchronstimme (Hildegard Krekel) der Protagonostin Helen Mirren als DCI Jane Tennison, die Mühe hatte, mir den Text glaubhaft zu vermitteln (Übersetzungsproblem?).
Last, not least möchte ich den Lapsus bezüglich der FSK-Angabe nicht unerwähnt lassen, denn da hätte nach meinem Dafürhalten statt der 12 eine 16 stehen MÜSSEN! Die überreichlichen Nahaufnahmen der sich eklig zersetzenden Leiche und die Vergewaltigungsdarstellungen (wenn auch mehr in Wort, als in Bild) im zweiten Teil etc. sind mitnichten für so junge Augen und Ohren geeignet.
Meines Wissens wurden die letzten Folgen dieser Serie 2007 gedreht und es wäre nicht das erste Mal, dass neuere Produktionen mehr überzeugen (z.B. bei "Inspector Lynley"). Die Fernsehpreisvergabe des "Emmy" muss sich doch für den Zuschauer irgendwo logisch nachvollziehbar ablesen lassen können. In "Operation Nadine" fand ich von diesen Qualitäten leider nichts!