Heißer Draht ins Jenseits
13-teilige ungarische Zeichentrickserie (1968/69)
Regie: József Nepp
Erstsendung: 07.09.1974, Deutscher Fernsehfunk (DFF)/Fernsehen der DDR
Inhalt:
Folge 1: Service per Lichtpost
(Erstsendung: 07.09.1974, Laufzeit: 23,32 min.)
Folge 2: Delikatessen
(Erstsendung: 14.09.1974, Laufzeit: 24,03 min.)
Folge 3: Mit Überschall zur Hochzeit
(Erstsendung: 21.09.1974, Laufzeit: 23,39 min.)
Folge 4: Wunschwettergenerator
(Erstsendung: 28.09.1974, Laufzeit: 23,20 min.)
Folge 5: Hilfe, Roboter
(Erstsendung: 05.10.1974, Laufzeit: 23,48 min.)
Folge 6: Feuerwasserplanet
(Erstsendung: 12.10.1974, Laufzeit: 25,47 min.)
Folge 7: Allzu schlau ist ungesund
(Erstsendung: 19.10.1974, Laufzeit: 23,49 min.)
Folge 8: Zeitversetzer
(Erstsendung: 26.10.1974, Laufzeit: 24,25 min.)
Folge 9: Der Willenskraftverstärker
(Erstsendung: 02.11.1974, Laufzeit: 25,23 min.)
Folge 10: Ein Supertreibhaus
(Erstsendung: 09.11.1974, Laufzeit: 23,02 min.)
Folge 11: Unsichtbare Halbheiten
(Erstsendung: 16.11.1974, Laufzeit: 24,44 min.)
Folge 12: Beat im Rinderstall
(Erstsendung: 23.11.1974, Laufzeit: 24,41 min.)
Folge 13: Das Haus ihrer Träume
(Erstsendung: 30.11.1974, Laufzeit: 24,38 min.)
Eigentlich wollte Adolar, der jüngste Sproß und seines Zeichens Hobbytüftler der Famile Mézga, nur sein eigenes Funkgerät zusammenbauen. Durch Zufall kommt er damit in Kontakt zum im 30. Jahrhundert lebenden 186-jährigen Ur-Ur-Enkel MZ per X, genannt Krümel. Eine Tatsache die das Leben von Vater Géza, Mutter Paula, seiner Schwester Christa und natürlich sein eigenes, von nun an komplett auf den Kopf stellen soll. Denn falls es ab jetzt in der Gegenwart bei Familie Mézga ein größeres oder auch kleineres Problem zu lösen gibt, Ur-Ur-Enkel Krümel hat immer die vermeintlich perfekte Lösung dafür parat.
Schließlich wurden ja in der Zukunft viele nützliche Dinge erfunden, von denen die Familie Mézga in ihrer Gegenwart bestenfalls nur träumen konnte. Daraus entstehen natürlich zahlreiche skurill-humorvolle Situationen und Verwicklungen, von denen die 13 Geschichten dieser unterhaltsamen und kurzweiligen Zeichentrickserie erzählen.
Bildbewertung:
Innerhalb dieser Doppel-DVD-Veröffentlichung gelangen alle 13 Folgen dieser 1968/69 produzierten Serie, erstmals komplett und ungekürzt im Original-Bildformat 4:3 und einer Gesamtlaufzeit von ca. 319 Minuten zur Ansicht. Da das im Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) wieder aufgefundene Bildmaterial, was in den letzten Jahren sogar teilweise schon als verschollen galt, leider erhebliche Mängel aufzuweisen hat, entschlossen sich die verantwortlichen Lizenz- und Herausgeber dieser Veröffentlichung erfreulicherweise dazu, auf das in Ungarn bereits auf DVD erschienene Bildmaterial von erheblich besserer Qualität zurückzugreifen. Allerdings hat man wohl auch als eine Art Zugeständnis an die deutschen Zuschauer und Fans der Serie, die deutschsprachigen Titeleinblendungen in den Vorspann wieder mit übernommen. Nach genau 2 Minuten und 20 Sekunden (gleich nach dem Abheben der Rakete und den von Vater Géza gesprochenen Worten: "Wirklichkeit und Spinnerei von allem ist etwas dabei. Es ist leicht verdaulich, aber streng vertraulich!" ) beginnen diese und führen gleichzeitig das bis dahin vocal gesungene Titellied "Spiel nochmal verrückt..." instrumental zu Ende.
Im Original-Vorspann sind ab dieser Stelle weitere animierte Bilder mit der Familie Mézga zu sehen und das Titellied wird bis zum Ende des Vorspanns weiterhin gesungen. Der letzte gesungene Teil entspricht ab dieser Stelle in etwa genau jenem Refrain, der für die Nachfolge-Serie "Adolars phantastische Abenteuer" wie folgt Synchronisiert wurde:
"Spiel nochmal verrückt das ist gesund..." bis "...Jetzt wolln wir lachen und Blödsinn machen. Ganz Frei!"
Bis auf diesen Unterschied ist das gesamte Bildmaterial mit dem der ungarischen DVD-Veröffentlichung identisch.
Dieses zeigt sich dem Alter des immerhin auch schon 43 Jahre alten analogen Ausgangsmaterials entsprechend, insgesamt von recht guter und ansehbarer Qualität. Bis auf stellenweise auftretende kleinere und deshalb in ihrer Gesamtheit auch zu vernachlässigende Mängel, zeigt sich das Bild mit genügend Schärfe und Kontrast. Die satten Farben erscheinen klar und kräftig.
Tonbewertung:
Die deutsche Tonspur ist im Format Dolby Digital 2.0 ohne größere Mängel sehr gut anzuhören. Allerdings ist diese Tonspur leider stellenweise nur unvollständig und lückenhaft vorhanden. Ein Umstand der ebenfalls der Tatsache geschuldet ist, das wir heute als Zuschauer erstmals alle 13 Folgen ungekürzt zu sehen bekommen. Der Grund für die bereits vor der Synchronisation vorgenommenen Kürzungen lag am damals für die Erstausstrahlung vorgesehenen Sendeplatz im 1. Programm des DFF am Samstagabend um 19:00 Uhr. Dort lief kurz zuvor noch die Sendung "Tausend-Tele-Tips" mit "Mini-Kino". Das "Mini-Kino" zeigte Serien wie "Arthur der Engel" oder "Bolek und Lolek" und den Rest der zwischen 19:00 Uhr und 19:25 Uhr verfügbaren Sendezeit, wurde mit Fernsehwerbung der "Tausend-Tele-Tips" gefüllt. Da es ab 1974 immer weniger attraktive Produkte gab mit denen in den "Tausend-Tele-Tips" geworben werden konnte, vergrößerte man Schrittweise immer mehr den Anteil des "Mini-Kinos". Etwa zum Zeitpunkt des Sendestarts von "Heißer Draht ins Jenseits" blieb somit nur noch ein etwa zweiminütiger Werbeblock übrig, der zwischen 19:23 und 19:25 Uhr gesendet wurde. Danach folgte um 19:25 Uhr der ausführliche Wetterbericht, die Programmvorschau auf das Abendprogramm und ab 19:30 Uhr flimmerte dann pünktlich die "Aktuelle Kamera" über den Sender. Ab 1976 verschwand dann übrigens die Sendung "Tausend-Tele-Tips" ganz vom Bildschirm und die Werbung im DFF wurde entgültig eingestellt.
Soweit diese Anmerkung weshalb alle Folgen auf die einheitliche Länge von 23 Minuten gekürzt werden mussten.
Die Folge 10: "Ein Supertreibhaus" hat deshalb heute auch als einzige eine durchgehende deutschsprachige Original-Synchronisation, weil sie auf Grund ihrer Laufzeit von 23,02 min. nicht von diesen Kürzungen betroffen war.
Die restlichen 12 Folgen wechseln dann natürlich an jenen Stellen für die keine deutsche Tonspur vorliegt, in den ungarischen Originalton mit deutschen Untertiteln.
Als deutsche Sprecher sind Helmut Müller Lankow als Vater Géza, Evamaria Bath als Mutter Paula, Helga Sasse als Schwester Christa, Joachim Siebenschuh als Adolar, Klaus Mertens als Ur-Ur-Enkel "Krümel" und Wolfgang Lohse als Nachbar Dr. Máris zu hören.
Als Bonusmaterial gibt es Trailer zu den DVD-Veröffentlichungen "Adolars phantastische Abenteuer", "Kapitän Tenkes", "Im Zeichen des Adlers" und Science-Fiction-Klassikern zu sehen.
Alternatve Tonspuren oder Untertitel die für Hörgeschädigte gesondert anwählbar wären sind leider nicht vorhanden.
Für alle Freunde der auch aus dem deutschen Fernsehen bekannten tschechischen Animationsserie "Pat & Mat", gibt es übrigens auf einer dieser Veröffentlichung als Extra beiliegenden Bonus-DVD mit einer Gesamtlaufzeit von 80 Minuten, 10 lustige Geschichten mit den beiden tolpatschigen Handwerkerburschen zu sehen.
Gesamturteil:
Durch die Zusammenarbeit zwischen den ungarischen Lizenzgebern MTVA (MÉDIASZOLGÁLTATÁS-TÁMOGATÓ-ÉS-VAGYONKEZELÖ ALAP), DUNA, MR, MTI und MTV mit den deutschen Lizenzgebern Deutsches Rundfunkarchiv (DRA), RBB-MEDIA, sowie den Firmen Sanbreeze und Icestorm, wurde hier nun endlich eine DVD-Veröffentlichung möglich, auf die viele deutsche Fans der Serie "Heißer Draht ins Jenseits", sicher sehr lange schon fasst sehnsüchtig gewartet und gehofft haben. Ein Warten das sich aber so denke ich gelohnt hat, zumindest wenn solch ein Ergebnis dabei herauskommt.
Deshalb Danke an alle Beteiligten die zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben.
Fazit:
Wer als Zuschauer bisher noch nie seine Bekanntschaft mit der Budapester Familie Mézga gemacht hat, der sollte unbedingt einen Blick in diese DVD-Veröffentlichung werfen. Denn "Heißer Draht ins Jenseits" das ist fröhliche Kurzweil-Unterhaltung pur.
Garantiert.