mein Fazit ist eher ambivalent:
Ich habe festgestellt, dass ich HRK seit 20 Jahren höre, fast alle CDs besitze, etwa im gleichen Alter wie der Künstler bin, und fast nichts über die Person HRK wusste. Das war die Biografie zu lesen ein Muss. Am Ende stelle ich fest, was ich eigentlich schon gefühlt habe: Kaum ein Künstler hat in seinem Werk so viel von sich selber preisgegeben wie er, ist so authentisch in seinem Werk. .. Trotzdem waren einige interessante Fakten aus dem Leben und einige interessante Passagen über den Tour-Betrieb, über die Musik-Szene in Deutschland, die das Buch trotz einiger Längen bis zu Ende lesenswert gemacht haben.
Leider schreibt Heinz nicht selber als Author, und kommt im Buch, ausser in den Songtexten, auch nur relativ selten selber zu Wort. Das enttäuscht schon ein bisschen, von einem, der die deutsche Sprache so virtuos beherrscht, so wenig zu lesen .. auch wenn Heinz wahrscheinlich der Meinung ist, und recht damit haben mag, dass seine Texte schon alles sagen. Aber dass ausgerechnet sein Seelsorger das Buch schreibt .. und ich im Werk und in allen Aussagen von HRK selber auch zum Thema Religion eher weniger finde, und mir auch nicht wirklich vorstellen kann, das Religion, konfessionelles Bekenntnis schon gar nicht, für ihn ein Kernthema sein könnte. Ob Barthelmes SEIN Seelsorger ist - was er auch nicht behauptet - denke ich auch eher nicht.
Und ein bisschen Distanz hätte Barthelmes auch gut gestanden, zeitweise muss man denken, er schreibt hier über einen modernen Messias .. Fehler oder Schwächen sind eigentlich nicht vorstellbar. Die Lieder wie "Lola" oder "Mein Geld..", die sicher auch nicht weniger authentisch sind als "Brille", ... die werden zwar kurz erwähnt, aber man hat das Gefühl, das passt nicht so recht ins Barthelmes'sche Gutmenschen - Weltbild.