Die gesammelten Werke enthalten 5 Hörspiele:
ein sehr gut gemachtes Hörspiel der "Feuerzangenbowle" sowie "Warten auf Godot" in der Inszenierung der Münchner Kammerspiele von 1954, "Abdallah und sein Esel" von Käthe Olshausen sowie die beiden heiter-melancholischen Stücke "Ein Engel namens Schmitt" und "Du kannst mir viel erzählen" von Christian Bock. Die vier letztgenannten wurden von Rühmann nur gemacht, weil er zu dieser Zeit kaum neue Rollen auf Grund seiner NS-Vergangenheit erhielt. Dem entsprechend lustlos sind auch seine Auftritte in den 4 Hörspielen.
Ganz anders hingegen seine Paraderolle als "Johannes Pfeiffer" in der "Feuerzangenbowle".
Dank der guten Erzählstimme von Friedhelm Ptok wird aus der eher seichten Kommödie eine handfeste Parodie voller Ironie und Seitenhiebe auf die Machthaber. Der heitere Film wurde 1943 gedreht. Als der Film 1944 ins Kino kam, waren einige der jugendlichen Darsteller bereits gefallen. Durch den Wegfall der eingängigen Bilder des Films gerät man unwillkürlich in eine andere Gedankenwelt - man sieht zerbombte Städte, verbranntes Land, sterbende Menschen.
Aber war dies die Intension des Autors und der Schauspieler? Oder existiert dieser Sinn unter der Oberfläche überhaupt nicht, wird nur von uns Heutigen hineininterpretiert?
Nehmen wir als Beispiel die Szene, in der Rühmann seinen Professor Grey, genannt der "Schnauz", immitiert: das parodistische Gebrüll erinnert fatal an Hitler; der Erzähler beschreibt, dass "er sich die Kehle wund brüllte, höchste Arreststrafen diktierte und sogar den Direktor holen lassen wollte; er immitiert sogar den Tonfall und Aussprache Hitlers z.B. als er Liebig den "Vater des Konstdöngers" nennt. Die gesamte Parodie gipfelt in dem Moment, in dem er dem echten "Schauz" gegenübersteht; jetzt versuchen sich zwei Führer gegenseitig zu überbrüllen: "Unvorschämter Lömmel" - "Bohdenlohser Fröchling". Ist das "nur" eine Parodie auf die Lehrer?
Die Frage bleibt unbeantwortet, ob der beliebteste Schauspieler der Nazizeit und der Autor Spoerl hier zwischen den Zeilen Regimekritik betrieben oder ob wir es heute nur so interpretieren.
Fazit: Da außer der "Feuerzangenbowle" die anderen Hörspiele unbedeutend, ja langweilig sind und es die Hörspiele auch einzeln gibt, vergebe ich nur drei Sterne. Für die "Feuerzangenbowle" jedoch als Einzelwerk 5!